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FC Bayern München: Hoeneß spricht über Hintergründe der Kovac-Entlassung – Rummenigge will mit Wenger reden

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat nach dem 4:0-Sieg gegen den BVB bestätigt, dass Ex-Trainer Niko Kovac zuletzt den Rückhalt in Teilen der Mannschaft verloren hatte. Unterdessen will Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge möglichst bald ein klärendes Telefonat mit Arsene Wenger führen.


FC Bayern München Karl-Heinz Rummenigge - Uli Hoeneß

Präsident Uli Hoeneß (l.) und Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge auf der Tribüne (Archivbild)

Getty Images

Entlassung von Niko Kovac, wilde Nachfolge-Spekulationen, ein Champions-League-Spiel und der deutsche Clásico gegen Borussia Dortmund: Hinter dem FC Bayern liegt eine durchaus turbulente Woche, die zumindest aus sportlicher Sicht nicht hätte besser laufen und enden können. Mit einem 4:0-Sieg demütigte der Rekordmeister den BVB am Samstagabend und gab im Anschluss bekannt, dass der Verein vorerst eine Baustelle weniger hat. Demnach wird Hansi Flick, der die Mannschaft zunächst nur als Interimstrainer führen sollte, bis "auf Weiteres" Coach der Münchner bleiben. "Er hat das sehr gut gemacht und er hat unser Vertrauen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach der Machtdemonstration im eigenen Stadion.

Dem pflichtete der bald scheidende Präsident Uli Hoeneß am späteren Samstagabend dann auch noch mal bei. "Eines ist doch klar: Nach so einer überragenden Woche mit zwei überzeugenden Siegen kann man doch nicht sagen, den Hansi Flick schicken wir jetzt erstmal wieder weg und holen irgendeinen, der vielleicht nur ein paar Monate arbeiten kann", sagte der 67-jährige im ZDF-Sportstudio. In der Sendung gab Hoeneß dann auch preis, was in den letzten Wochen immer wieder kolportiert worden war: Dass Teile der Mannschaft zuletzt nicht mehr uneingeschränkt zu Ex-Trainer Kovac hielten und die Vereinsleitung nach dem 1:5 gegen Frankfurt entsprechend zum Handeln gezwungen war.

Hoeneß bestätigt "Strömungen" im Team – Rummenigge will mit Wenger reden

"Es hat sicherlich Strömungen innerhalb der Mannschaft gegeben, die den Trainer weg haben wollten. Deswegen hat die Führung entsprechend reagiert", sagte Hoeneß, der noch mal betonte, die weitere Nachfolgeregelung für Kovac nicht überstürzen zu wollen. "Bei den Gesprächen, die anstehen in den nächsten Wochen, wird sicherlich auch zunächst mal über Hansi Flick gesprochen." Mit den zwei Siegen in der Champions League gegen Olympiakos Piräus (2:0) und gegen den BVB habe der Verein Zeit gewonnen, "die er braucht, um sich klar zu werden, was man will". Das Ziel müsse eine "langfristige Lösung" sein, urteilte Hoeneß: "Bis es zu so einer kommt, bin ich der Meinung, ist Hansi Flick keine schlechte Lösung."

Es scheint, als wollten die Verantwortlichen derzeit vor allem eines: wieder Ruhe rund um den Verein haben. Es passt da ins Bild, dass Rummenigge auch mit Irritationen aufräumen will, die rund um die Absage einer Verpflichtung von Arsene Wenger aufgekommen waren. "Ich habe vor Arsene wahnsinnig großen Respekt. Ich kenne ihn über 30 Jahre. Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm. Wir werden sicherlich in nicht allzu ferner Zukunft miteinander telefonieren und die Dinge ausräumen. Ich habe kein Interesse, mit ihm Stress zu haben", so Rummenigge.

Wenger widersprach Darstellung des FC Bayern

Der 70-jährige Wenger hatte am Freitag der Darstellung des FC Bayern bezüglich eines möglichen Engagements in München widersprochen. Nicht er habe sich in München angeboten, sondern er sei von Rummenigge angerufen worden, sagte der Franzose dem TV-Sender beIN Sports. "Er hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, weil sie nach einem Trainer suchen", sagte Wenger, der beim FC Arsenal in London eine Ära geprägt hatte. 

Die Bayern hatten am Donnerstag mitgeteilt, Wenger habe bei Rummenigge angerufen und sich nach dem Trainer-Job erkundigt. Der Elsässer sei aber "keine Option" bei der Suche nach einem Nachfolger für Niko Kovac. "Das ist eine überraschende Geschichte", konterte Wenger. "Aus Höflichkeit" habe er Rummenigge zurückgerufen und "maximal vier bis fünf Minuten" mit dem Münchner Vorstandschef gesprochen. "Ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nicht nachgedacht habe und dass das ein wenig Zeit braucht. Wir haben zusammen entschieden, in der kommenden Woche wieder zu telefonieren." Das sei "die wahre Geschichte".


mod / mit DPA-Material

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