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BVB desolat in München: So hilflos erklärt Trainer Favre den Offenbarungseid seiner Mannschaft

Nach dem Debakel in München rechnete BVB-Trainer Lucien Favre mit seiner Mannschaft ab. Sein Gegenüber Hansi Flick dagegen gönnt sich einen entspannten Rotweinabend - und darf Bayern-Trainer bleiben.

Verzweifelt am Spielfeldrand: BVB-Trainer Lucien Favre in München

Verzweifelt am Spielfeldrand: BVB-Trainer Lucien Favre in München

Getty Images

Es war ein 90-minütiger Offenbarungseid, den die Mannschaft von Borussia Dortmund in München ablieferte. "Männerfußball" hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Vorfeld gefordert, doch den zeigten nur die Bayern. Sie waren von Beginn an überlegen, giftiger im Zweikampf, zielstrebiger im Spiel nach vorn und gewannen hochverdient mit 4:0.

Für das erschreckend einseitige Spiel hatte Trainer Lucien Favre nach dem Abpfiff eine schlagende Erklärung: "Sie waren besser", erklärte Favre schlicht, er sei sehr enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft. Woran es im Einzelnen gelegen habe? "Erster Ballkontakt, zweiter Ballkontakt, Bewegung, Tempo", bei all dem sei Bayern besser gewesen, versuchte Favre eine erste hilflose Analyse. Ängstlich sei seine Mannschaft nicht gewesen, behauptete Favre. Bayern sei technisch und spielerisch besser gewesen. Schwer nachvollziehbar, denn in diesen Kategorien hätte Dortmund eigentlich mithalten können müssen.

Die Auswechslung von Jadon Sancho nach einer guten halben Stunde? "Für ihn war es schwer heute", sagt Favre vorsichtig zur unterirdischen Leistung seines Shooting-Stars, der unter anderem vor dem 0:1 den Ball verloren hatte. Unter der Woche sei er leicht verletzt gewesen. Die Auswechslung aber sei nicht wegen einer Verletzung erfolgt.

Hansi Flick darf weitermachen

Ganz anders natürlich die Gemütslage bei seinem Gegenüber Hansi Flick. Bayerns Interimstrainer, den dieses Spiel zur Dauerlösung auf dem Trainerstuhl machen könnte, trat ganz bescheiden vors Fernseh-Mikrofon. "Die Mannschaft hat gewusst, dass sie in der Pflicht ist", spielte Flick seinen eigenen Anteil am Sieg herunter. Taktik sei zwar auch wichtig in so einem speziellen Duell. "Wichtig ist aber, dass man von der ersten Sekunde an zeigt, hier gibt's für euch nichts zu gewinnen." Über seine weitere Zukunft als Bayern-Trainer macht sich Flick nach eigener Aussage erstmal keinen großen Kopf. Stattdessen ist Entspannung angesagt: "Ich genieße heute Abend eine schöne Flasche Rotwein mit Frau und Familie, die extra gekommen sind."

Bundestrainer Joachim Löw, dessen Assistent Flick bei der Nationalmannschaft war, traut seinem ehemaligen Co die Aufgabe in jedem Fall zu, wie er nach Spielschluss im Stadion erklärte: "Er hat die Kompetenz und eine hohe emotionale Fähigkeit, mit den Spielern umzugehen."

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erklärte wenige Minuten später bei Sky: "Wir machen bis auf Weiteres mit Hansi weiter, er hat das jetzt gut gemacht und er hat unser Vertrauen." Man könne davon ausgehen, dass Flick auch nach der Länderspielpause in Düsseldorf als Trainer auf der Bank sitzen werde.

bak

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