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Kommentar

Moderator wechselt Sender: Frank Buschmann ist ein Glücksgriff für Sky

TV-Moderator Frank Buschmann versammelt in den sozialen Netzwerken eine riesige Fangemeinde, gehört aber vor allem zu den ungewöhnlichsten Sportkommentatoren der Republik. Davon will Sky jetzt profitieren.

Frank Buschmann

Frank Buschmann soll ab der kommenden Saison die gehobene Sky-Kommentatorenriege verstärken

Sky ist ein Sender, der einem schon mal auf die Nerven gehen kann. Wer schon mal einen halben Tag kränkelnd auf der Couch gelegen und sich dabei von Sky Sport News HD hat berieseln lassen, weiß Bescheid: Völlig austauschbare Fernsehgesichter mit Camp-David-Jacken stehen vor der Arena in Hamburg oder auf Schalke und erzählen im Halbstundentakt dieselben nicht vorhandenen Neuigkeiten rund um die Vereine. Aber wenigstens in die nicht weniger verschlafene Kommentatorenriege kommt jetzt Bewegung - in Form des polarisierenden TV-Temperamentsbolzen Frank Buschmann.

Der 51-Jährige soll im Bereich Sport ab der kommenden Saison exklusiv für Sky kommentieren. Der Bundesligasender reagiert damit auf den Abgang von Urgestein Marcel Reif und den angekündigten Rückzug von Fritz von Thurn und Taxis. Besseren Ersatz hätten sie nicht finden können. Buschmann wird sich neben dem einzigen Sky-Lichtblick Wolf-Christoph Fuss als Glücksgriff für den Sender erweisen.

Frank Buschmann: 428.000 Fans bei Facebook

Denn "Buschi", wie er von vielen seiner mehr als 428.000 Facebook-Fans liebevoll genannt wird, ist in den letzten Jahren zwar auch als Off-Stimme von "Schlag den Raab" oder Moderator von RTL-Trash wie "Ninja Warrior" zur begehrten Medienfigur geworden - er ist aber vor allem einer der besten und ungewöhnlichsten Sportkommentatoren in Deutschland.

Weil Buschmann einer ist, der durchdrehen kann. Der mitgeht, wenn es auf dem Platz abgeht. Der jubeln und schimpfen und herumbrüllen kann, ohne lange darüber nachzudenken. Der die emotionale Eskalation dabei aber (fast) nie zum Selbstzweck werden lässt - der gerne gemachte Vorwurf, Buschmann würde auch ein 0:0 zwischen Ingolstadt und Hoffenheim noch hochjazzen, greift bei genauerer Betrachtung ins Leere.

Natürlich polarisiert "Buschi". Selbst ihm wohlgesonnenen Sportfans geht er bisweilen auf die Nerven: Wenn er sich auf seiner Facebook-Seite in mehrminütigen Videos fast täglich zu jeder Kleinigkeit äußert und für jede Kritik an ihm eine Rechtfertigung parat hat, möchte ihm manchmal auf die Schulter klopfen und ein bisschen mehr Gelassenheit wünschen. Buschmann-Hasser würden dagegen sagen, er solle sich selbst mal lieber nicht so wichtig nehmen. Was man Buschmann auf jeden Fall lassen muss: Das Spiel mit den sozialen Medien beherrscht er und es hat beträchtlichen Anteil an seinem Erfolg und seiner Reichweite der letzten Jahre.

"Am Ende kackt die Ente" und "Ratatatata"

Aber letztendlich sind Facebook oder Youtube nur Nebenschauplätze für einen wie ihn, genau wie sein erfolgreiches Plauder-Buch "Am Ende kackt die Ente" von 2013. Mit dem Wechsel zu Sky kehrt Buschmann zurück zu seiner Kernkompetenz: Ein bisschen subjektives Südamerika-Flair in die stocksteife deutsche Sportberichterstattung zu schmuggeln. "Ratatatata!" rufen seine Fans ob dieser Meldung in bester "Buschi"-Manier. "Ratatatata!" wird auch Buschmann beim nächstbesten Last-Minute-Treffer rufen, schließlich gibt es in seinem eigenen Online-Shop sogar "Ratatatata"-Shirts.

"Ratatatata!", sollten sich aber vor allem die "Sky"-Macher sagen, wenn sie auf diese Neuverpflichtung anstoßen.

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