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Fußball-Bundesliga: Showdown auf Schalke: Magath geht in die Offensive

Einen Tag vor seiner mutmaßlichen Entlassung geht Schalkes Trainer Magath in die Offensive. Er will sich auf der Aufsichtsratssitzung stellen, habe sich "nichts vorzuwerfen". Es droht ein juristischer Streit. Wer leitet am Mittwoch das Training? Die neuen Kandidaten für den Trainerposten stehen schon in den Startlöchern.

Showdown auf Schalke: Trainer Felix Magath will sich offenbar nicht ohne Gegenwehr aus seinen Ämtern beim Fußball-Bundesligisten drängen lassen. "Ich stehe am Mittwoch auf der Matte. Ich will hören, was man mir vorhält. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und mich immer an die Regeln gehalten. Diese Vorwürfe müssen erst bewiesen werden", sagte Magath der "Bild"-Zeitung am Dienstag vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung des FC Schalke 04 an diesem Mittwoch in Gelsenkirchen.

Dass Magath anders als in ähnlichen Situationen Rudi Assauer (2006) und Andreas Müller (2009), die ein "Tribunal" scheuten und vorher den Rückzug antraten , sein Recht auf Anhörung wahrnehmen will, deutet auf eine kämpferische Auseinandersetzung hin. Längst geht es nicht mehr allein um sportliche oder atmosphärische Störungen, sondern um juristische Fragen und Fakten.

Laut Medienberichten soll der formale Grund für Magaths bevorstehende Abberufung als Vorstandsmitglied sein, dass er bei einigen Transfers nicht satzungsgemäß gehandelt hat. Der 57-Jährige soll versäumt haben, bei einigen Transfergeschäften mit einem Volumen von mehr als 300 000 Euro die erforderliche Genehmigung des Aufsichtsrats einzuholen. Schon zum Gespräch am Sonntag in Düsseldorf waren Clubchef Clemens Tönnies und Magath in Begleitung von Anwälten erschienen. Es drohen eine schmutzige Scheidung und ein Streit um viel Geld.

Dem Vernehmen nach würden Magath bei einer vorzeitigen Trennung noch rund zwölf Millionen Euro zustehen. Sein Kontrakt ist bis 2013 datiert. Sollten sich die Vorwürfe gegen Magath als hieb- und stichfest erweisen, könnte der mit 250 Millionen Euro verschuldete Konzern aber womöglich eine hohe Abfindung einsparen.

Otto Rehhagel soll Magath ersetzen

Folgender Ablauf wird erwartet: Nach Magaths Abberufung als Vorstand durch das elfköpfige Kontrollgremium kann die zweite "Entlassung" durch die Vorstandskollegen Horst Heldt und Peter Peters erfolgen. Sie würden ihn in seiner Funktion als Trainer und Manager freistellen. "Am Trainer Magath können sie nichts mehr aussetzen, nachdem wir das Pokalfinale und das Viertelfinale erreicht haben. Jetzt wollen sie an den Vorstand Magath ran", soll der Fußball-Lehrer laut "Bild" gegenüber Freunden geäußert haben.

Als sicher gilt: Um 15.00 Uhr wird bereits ein neuer Trainer auf dem Platz stehen, der die Mannschaft im Auswärtsspiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen erstmals betreut. Als heißer Kandidat gilt weiter Tönnies-Freund Otto Rehhagel. Der 72-Jährige wäre neun Monate nach seinem Rückzug als griechischer Nationalcoach aber nur eine Interimslösung bis zum Saisonende. Laut Franz Beckenbauer kein Problem für den Routinier: "Der ist nach wie vor ein junger Bursche, der da rumspringt und sehr aktiv ist. Es geht jetzt nur um zwei Monate - das traue ich dem Otto durchaus zu", sagte der "Kaiser" dem TV-Sender "Sky".

Denkbar scheint auch, dass Magaths bisheriger Assistent Seppo Eichkorn, der von Magath abgerückt sein soll, die Aufgabe übernimmt und das Zepter am Saisonende an Ralf Rangnick übergibt. Der 52-Jährige würde nach seinem Rauswurf auf Schalke im Dezember 2005 eine triumphale Rückkehr feiern. Angeblich denkt Rangnick, der am 1. Januar 2011 in Hoffenheim aufgab, entgegen seiner ursprünglichen Planung sogar darüber nach, die Aufgabe sofort zu übernehmen. Noch aber ist nichts sicher.

jas/DPA / DPA

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