VG-Wort Pixel

Bitte um Vertragsauflösung Bayern-Beben: So geht es beim Rekordmeister nach dem Flick-Aus weiter

Hansi Flick, Noch-Trainer des FC Bayern München
Seine Zeit beim FC Bayern ist abgelaufen: Noch-Trainer Hansi Flick
© Matthias Balk / AFP
Hansi Flick will den FC Bayern München nach dieser Saison verlassen. Der Trainer beendet damit einen schon lange schwelenden Konflikt mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić. Seit dem Abschied von Pep Guardiola hat sich niemand länger als Bayern-Coach gehalten.

Wird es jetzt Julian Nagelsmann? Der Trainer des aktuell stärksten Bundesliga-Rivalen RB Leipzig gilt als klarer Favorit. Oder jemand wie Erik ten Hag von Ajax Amsterdam, der schon vor Hansi Flick im Gespräch war? In jedem Fall muss der FC Bayern München in diesem Jahr wieder einen Trainer suchen – es ist bereits der fünfte, seit Pep Guardiola den alten und so gut wie sicher auch neuen deutschen Meister 2016 verließ.

Hans Flick bittet um Vertragsauflösung beim FC Bayern

Nach dem Triple-Gewinn 2020 dachte man eigentlich, mit Flick eine überzeugende Lösung für die nächsten Jahre gefunden zu haben. Vor fast genau einem Jahr schlossen beide Seiten einen bis 2023 gültigen Vertrag ab. Doch am Samstag nach dem 3:2 (3:1)-Sieg beim VfL Wolfsburg verriet Flick erst seinen Spieler und dann auch der Öffentlichkeit, dass er diesen Vertrag wieder auflösen und den deutschen Rekordmeister nach dem Ende der Saison verlassen wolle.

Die Bayern müssen dieser Bitte noch entsprechen, aber was bleibt ihnen anderes übrig? Das zerstörte Vertrauensverhältnis zu Hasan Salihamidžić macht eine weitere Zusammenarbeit unmöglich. Selbst nach seiner Entscheidung, die der "Spiegel" am Samstagabend "die große Befreiung" nannte, war das Zerwürfnis mit dem Münchner Sportvorstand spürbar. "Für mich war die Chance, diese Mannschaft zu trainieren, etwas ganz Besonderes und ist immer noch etwas ganz Besonderes. Deswegen bin ich dem Verein und den Verantwortlichen auch ewig dankbar – ob das Kalle (Rummenigge), Uli (Hoeneß) oder Herbert Hainer waren", sagte Flick. Den Namen Salihamidžić nannte er nicht.

Der Konflikt zwischen den beiden drehte sich vor allem um Spieler, die Flick wollte, aber nicht bekam. Und um Spieler, die Salihamidžić verpflichtete und der Trainer kaum einsetzte. Als Sieger eines Machtkampfes darf sich der Sportvorstand dennoch nicht fühlen, denn gerade sein öffentliches Ansehen wurde durch diesen Zwist schwer beschädigt. Eine große Mehrheit der Bayern-Fans würde es lieber sehen, wenn Salihamidžić statt Flick den Klub verließe. Und auch, dass andere Führungskräfte wie Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn oder Präsident Herbert Hainer das Problem sahen, aber nicht eingriffen, wertete der "Kicker" als Kontrollverlust der Bayern-Spitze.

"Es wird weitergehen" – aber wie?

"Das ist kein Krieg. Jeder hat seinen Standpunkt. Es wird weitergehen", sagte Kapitän Manuel Neuer dem ZDF über den Konflikt zwischen Flick und Salihamidžić. "Wir Spieler können nur zurückblicken auf eine schöne Zeit." Vieles spricht dafür, dass Nationalspieler wie er, Leon Goretzka oder Leroy Sané auch in Zukunft mit Flick weiterarbeiten werden, denn der frühere DFB-Sportdirektor und Assistent von Joachim Löw ist jetzt der große Favorit und wohl auch einzige Kandidat für die Nachfolge des Bundestrainers.

Von Boateng bis Lewandowski: Das sind die Nebengeschäfte der Bayern-Stars

"Ich lasse mir im Moment alles offen, weil es da auch noch keine Gespräche gab", sagte Flick auch im ZDF-Sportstudio noch einmal. Aber für den früheren Bundestrainer Rudi Völler von Bayer Leverkusen ist die Sache klar: "Also, wer jetzt nach so einer Aktion heute von Hansi Flick denkt, dass er es nicht wird, das wäre natürlich eine sehr mutige Entscheidung. Das sagt mir mein Bauchgefühl."

Sebastian Stiekel / DPA / wue

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker