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Bayern-Krise: "Ich schließe mich Uli Hoeneß an" - das antwortet Niko Kovac seinen Kritikern

Vor dem Spiel gegen Benfica Lissabon steht Bayern-Trainer Niko Kovac unter Druck. Auf der Pressekonferenz hat er sich nun zum Verhältnis zu seinem Team geäußert und warum er keine Angst um seinen Job hat.

Eigentlich sollte sich bei der Pressekonferenz in München alles um das Champions-League-Spiel der Bayern gegen Benfica Lissabon drehen. Tatsächlich interessierten sich die meisten Journalisten jedoch für die Situation und Zukunft von Trainer Niko Kovac - und der äußerte sich erstaunlicherweise recht offen.

Niko Kovac über die Ansprüche des FC Bayern München

"Bei allem Respekt vor den Vereinen: Gegen den FC Augsburg, den SC Freiburg und gegen Fortuna Düsseldorf haben wir sechs Punkte verschenkt. Mit den sechs Punkten wäre unsere Situation anders. Wir haben das Problem, dass sich unsere Fehler wiederholen. Trotzdem ist das kein Grund, alles über den Haufen zu werfen", sagt Kovac über die drei unerwarteten Unentschieden in der Bundesliga. Zur wachsenden Kritik an ihm als Trainer sagt er: "Kritik ist immer da, wenn man den Ansprüchen des FC Bayern nicht genügt." Dienstag sei nun Champions League, gegen Benfica bräuchte man nur einen Punkt, aber "wir wollen gewinnen!"

Über die Kritik von Uli Hoeneß

Ein Journalist zählt auf, was Uli Hoeneß nach der Partie gegen Fortuna Düsseldorf alles kritisiert hat: "Wir spielen sehr schlechten Fußball, einen uninspirierten Fußball und einen Fußball ohne Selbstvertrauen", sagte Hoeneß. Er sprach auch von "Slapstick" und "dilettantischen Fehlern". Auf der Pressekonferenz sagt Kovac schlicht: "Ich habe noch nicht mit Uli Hoeneß gesprochen. Aber er sagt ja die Wahrheit, deswegen schließe mich dem an."

Über den Kampf um seinen Trainer-Job

"Wer mich kennt, weiß, dass ich immer ein Kämpfer bin, mein ganzes Leben bestand darin, mich durchzusetzen. 'Zurückstecken', 'aufgeben' und 'die weiße Fahne hissen', das existiert in meinem Wortschatz nicht und wird nie existieren", sagt Kovac.

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Spätestens das 3:3 gegen den Bundesliga-17. Fortuna Düsseldorf dürfte Niko Kovac klargemacht haben, dass seine Zeit in München schon wieder zuende gehen könnte. Auf dem Platz stand eine ideenarme Mannschaft, die sich bei klarer eigener Führung von einem designierten Absteiger auskontern ließ. So ein Spiel kann man als Bayern-Trainer nur selten ohne Trainer-Diskussion überstehen.

Spätestens das 3:3 gegen den Bundesliga-17. Fortuna Düsseldorf dürfte Niko Kovac klargemacht haben, dass seine Zeit in München schon wieder zuende gehen könnte. Auf dem Platz stand eine ideenarme Mannschaft, die sich bei klarer eigener Führung von einem designierten Absteiger auskontern ließ. So ein Spiel kann man als Bayern-Trainer nur selten ohne Trainer-Diskussion überstehen.

DPA

Über das Verhältnis zur Mannschaft

Ein Journalist fragt nach Kovacs Verhältnis zur Mannschaft. In einigen Medien werde spekuliert, dass Uli Hoeneß sich lange ohne Kovac in der Kabine aufgehalten habe und bei der Gelegenheit sich viele Spieler gegen Kovac ausgesprochen hätten. "Ich hatte meine Verpflichtungen", sagt Kovac dazu. "Ich habe unter anderem mit ihnen und einigen ihrer Kollegen gesprochen. Ich war auf der Pressekonferenz und in meinem Trainerzimmer", antwortet Kovac. Im Übrigen sei sein Verhältnis zu den Spielern außerordentlich gut. "Ich habe mit einigen Spielern gesprochen und die haben mir bestätigt, dass auch die, mit denen ich nicht gesprochen habe, ein gutes Verhältnis mit mir haben."

Über die Angst, dass das sein letztes Spiel als Bayern-Trainer sein könnte

"Nein", sagt Kovac. Er habe keine Angst. Was ihn positiv stimmt? "Was soll mich negativ stimmen?", fragt er zurück. "Ich bin immer positiv."

Und dann verlässt er mit breitem Grinsen das Podium.

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Aufreger des Tages: Hoeneß zählt den Trainer an  Die Bayern-Krise kann man mittlerweile nicht mehr als kurze Schwächephase abtun, sie stellt mittlerweile ein substantielles Problem dar. Der Rekordmeister hat nach dem peinlichen Unentschieden vorerst den Anschluss an Tabellenführer Dortmund verloren, der mit neuen Punkten Vorsprung entteilt ist. Der ruhmreiche FCB ist zu einer durchschnittlichen Bundesliga-Mannschaft mit internationalen Ambitionen geschrumpft. Diese Erkenntnis hatte nach dem Spiel gegen Düsseldorf wohl auch Uli Hoeneß. Er tat das, was Fußballbosse in so einer Situation immer tun: Sie zählen den Trainer an. Dabei wissen alle: Hoeneß trägt als Ober-Häuptling ein gerüttelt Maß an Mitverantwortung für den Schlamassel.

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tkr

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