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Champions League Umstrittener Elfmeter lässt BVB scheitern: "In der Regel steht, dass das kein Hand ist"

Champions League: Umstrittener Elfmeter lässt BVB scheitern: "In der Regel steht, dass das kein Hand ist"
Sehen Sie im Video: "Verstehen nicht, warum Videobeweis nicht genutzt wird" – BVB-Trainer Terzić  hadert mit Schiedsrichter.




"Zunächst einmal, das waren verdiente Siege für Man City in beiden Spielen, sie haben den Einzug in die nächste Runde als auch einen Titel verdient. Im Moment zählt weniger, wer es mehr verdient hätte ... wir sind enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Wir sind mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters in den beiden Spielen in den vergangenen acht Tagen nicht glücklich. Ich sage es noch mal, wir verstehen nicht, warum nicht der Videobeweis genutzt wird. Überall sind Bildschirme, warum werden die nicht genutzt? Aber das war nur ein Teil davon. Man City verdient die nächste Runde und mit ein bisschen Glück hätten wir auch weiterkommen können."
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Bis zur 55. Minute kann der BVB von einem Coup gegen den Titelfavoriten Manchester City träumen. Doch ein viel diskutierter Elfmeterpfiff bringt den Revierclub aus dem Tritt. Das verstärkt den Frust über das Aus in der Champions League.

Der 1:2 (1:0)-Knockout von Borussia Dortmund im Viertelfinale gegen Manchester City erhitzte auch nach dem Schlusspfiff die Gemüter. Dass Schiedsrichter Carlos Del Cerro Grande aus Spanien mit einer umstrittenen Elfmeter-Entscheidung die Wende zugunsten der Engländer einleitete, verstärkte den Frust von Trainer Edin Terzic über den wohl längeren Abschied des BVB von der Königsklasse: "Wir hatten einen großen Traum, der ist nun vorbei. Nach drei von vier Halbzeiten waren wir eine Runde weiter. Dementsprechend ist die Enttäuschung groß."

Nach der 1:0-Führung des erneut starken und erst 17 Jahre alten Jude Bellingham (15.) schien die von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erhoffte "Weltsensation" zum Greifen nahe. Doch der Elfmetertreffer von Riyad Mahrez (55.) wirkte auf den BVB wie ein K.o-Schlag. Nationalspieler Can, dem der Ball zuvor bei einem Abwehrversuch vom Kopf an den Arm gesprungen war, machte aus seiner Verärgerung keinen Hehl: "Ich glaube, in den Regeln steht, dass das kein Hand ist. Wenn wir deswegen einen Elfer bekommen und das Spiel verlieren, ist das bitter."

Sky-Experte Hamann erbost: "Videobeweis heute begraben"

Terzic pflichtete dem Defensiv-Allrounder bei - bei aller Anerkennung für den "verdienten Erfolg" der Gäste: "Wir haben jedes Jahr Schiri-Schulungen, wo uns die Regeln erklärt werden. Uns wurde vor der Saison ganz klar gesagt: Wenn man sich selbst an die Hand köpft, wird es nicht als regelwidrig angesehen. Es ist für mich sehr ärgerlich und kein strafbares Handspiel." Zudem verwies der Fußball-Lehrer auf die fragwürdige Aberkennung eines Tores von Bellingham beim 1:2 vor einer Woche in Manchester: "So richtig Glück mit den Schiedsrichter-Entscheidungen hatten wir in den letzten sieben Tagen nicht."

Die deutlichsten Worte der Kritik fand jedoch TV-Experte Dietmar Hamann und verwies auf den nicht vorhandenen "Interpretationsspielraum" bei dieser Regel. "Das ist skandalös. Wir haben den Videobeweis reingebracht, um die Sache gerechter zu machen. Wenn solche Sachen nicht zurückgenommen werden, dann weiß ich nicht, ob der Videobeweis eine Zukunft hat. Der Videobeweis wurde für mich heute begraben", klagte der ehemalige Fußball-Profi bei Sky.

City-Coach Pep Guardiola sah es dagegen (natürlich) anders. "Elfmeter, ganz klar", sagte der Spanier nach Ansicht der TV-Bilder und Manchesters Ilkay Gündogan ergänzte: "Ich hatte das Gefühl, dass der Arm relativ weit draußen war."

BVB: Nächste Saison wohl nur Europa League

Für den Bundesliga-Fünften aus Dortmund dürfte es ein Abschied von der lukrativen europäischen Eliteklasse für mindestens ein Jahr gewesen sein. Bei sieben Punkten Rückstand auf Rang vier erscheint eine erneute Qualifikation für den Wettbewerb derzeit unwahrscheinlich. Als letzte Titeloption in dieser Saison bleibt nur noch der DFB-Pokal, in dem die Dortmunder im Halbfinale Anfang Mai auf den Zweitligisten Holstein Kiel treffen.

Noch hat Terzic die Hoffnung auf einen erfolgreichen Bundesliga-Endspurt jedoch nicht aufgegeben. Die beiden guten Spiele gegen die "Citizens" weckten bei allen Beteiligten Lust auf mehr. "Wir werden in den restlichen Spielen alles reinwerfen, um nächstes Jahr wieder eine solche Chance zu bekommen", versprach der Coach.

dho DPA

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