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Champions League Kein Wunder, aber achtbarer Auftritt: Aus für Leverkusen nach 0:0 gegen Madrid

Bayer Leverkusen gegen Atlético Madrid
Madrids Lucas Hernandez (l) und Javier Hernandez (M) von Leverkusen haben keine Chance
© Federico Gambarini/DPA
Aus im Achtelfinale. Alles andere als überraschend. Nach dem bitteren Hinspiel in Leverkusen zeigt die Bayer-Mannschaft bei Atlético aber eine sehr achtbare Leistung. Zum Sieg reicht es trotz Chancen nicht.

Vom Wunder in Madrid war Bayer Leverkusen weit entfernt, die Werkself-Profis wahrten beim vorzeitigen Abschied aus der Champions League aber zumindest ihr Gesicht. Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut erkämpfte sich der Bundesliga-Zehnte am Mittwochabend ein 0:0 beim Vorjahresfinalisten Atlético Madrid. Nach dem 2:4 im Hinspiel des Achtelfinales war das Aus vor dem Anpfiff im Estadio Vicente Calderon schon so gut wie besiegelt gewesen, mit ihrem engagierten Auftritt polierten die Leverkusener Fußballer aber ihr schwer demoliertes Selbstbewusstsein wieder etwas auf - selbst wenn Atlético nicht mit voller Kraft spielte.

Das kam den Gästen freilich gelegen, denn sie wollten eines auf jeden Fall vermeiden: Eine weitere demoralisierende Niederlage. Entsprechend legten die Leverkusener los. Nicht die Hausherren mit Frankreichs brillantem Dribbler Antoine Griezmann oder Sturmpartner Ángel Correa hatten die ersten Chancen. Nein, es war Kevin Volland, der frech zwei Atlético-Verteidiger im Strafraum der Gastgeber in der vierten Minute aussteigen ließ und mit links abzog. Der Ball ging allerdings am Tor vorbei. Aber: Ein guter Auftakt für die Gäste, von Korkut gab es prompt Applaus von der Seitenlinie.

Nach der praktisch aussichtslosen Ausgangssituation - noch nie kam in der Champions League eine Mannschaft nach einer Heimniederlage mit zwei Toren Unterschied weiter - war jede Minute ohne Gegentor eine Minute für die Moral. Das 1:1 bei Korkuts Einstand gegen den SV Werder Bremen war alles andere als eine Initialzündung gewesen. Damit die Reise nach Madrid nicht auch noch zur völlig lästigen Pflichtaufgabe verkommen sollte, stemmte sich Bayer engagiert gegen einen weitere Niederlage.

Von Atlético war erstmal wenig zu sehen, stattdessen versuchten sich Julian Brandt (15.) und Javier Hernandez (21.) vor dem gegnerischen Tor. Allerdings ohne Erfolg. Im Kollektiv suchte die Bayer-Elf trotz sieben fehlender Stammkräfte ihre Chance. Und Atlético ließ die Gäste gewähren, die Mannschaft von Diego Siméone schien sich die meiste Zeit bereits für kommende Aufgaben zu schonen. Bis auf zwei Minuten, als der Finalist der vergangenen Saison das Tempo erhöhte. Allein Keeper Bernd Leno bewahrte die Gäste in der 38. und 40. Minute mit zwei großartigen Paraden gegen Correa und Koke vor einem Rückstand.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Madrilenen zunächst wieder zwei starke Minuten, wieder lag ein Tor in der Luft. Correa und Griezmann zielten aber knapp am Bayer-Tor vorbei. Sie nahmen es mit einem Lächeln. Das drohte ihnen jedoch zu vergehen, als Bayer binnen Sekunden gleich vier Mal die Chance zur Führung hatten. Zunächst scheiterte aber Brandt an Keeper Jan Oblak, dann verpasste zweimal Volland, danach Hernandez. Chancen gab es auch danach auf beiden Seiten, ein Tor fiel nicht mehr.

Aus für Guardiola und Manchester City - Monaco weiter

Der erfolgsverwöhnte Pep Guardiola ist mit Manchester City an AS Monaco gescheitert. Die Briten verspielten im Achtelfinal-Rückspiel einen 5:3-Vorsprung und verloren mit 1:3 (0:2). Kylian Mbappe (8.), Fabinho (29.) und Tiemoué Bakayoko (77.) erzielten am Mittwoch im Stade Louis II die Tore für die Monegassen, die zum vierten Mal nach 1998, 2004 und 2015 das Viertelfinale erreicht haben. Nationalspieler Leroy Sané mit seinem Treffer in der 71. Minute hatte Manchesters Hoffnungen auf das Weiterkommen zwischenzeitlich genährt.

Ex-Bayern- und Barcelona-Trainer Guardiola hatte seine Spieler vor dem Anpfiff eindringlich vor dem Fußball-Wunder von Barcelona gewarnt und trotz des Vorsprungs aus dem Hinspiel zur Wachsamkeit aufgerufen. Und dann stand auch noch Falcao, der Doppel-Torschütze aus dem Hinspiel, nicht im Monaco-Kader. Der Kolumbianer hatte sich beim 2:1 im letzten Ligaspiel gegen Bourdeaux verletzt. Wer hätte da noch einen Pfifferling auf Monaco gegeben.

Trotzdem begann der Spitzenreiter der französischen Liga stürmisch - und wurde schon nach acht Minuten belohnt. Nach der ersten Ecke für die Gastgeber konnte die Abwehr der Engländer zunächst noch klären, doch dann nutzte Mbappe die Unsicherheit und erzielte sein elftes Tor in den vergangenen elf Pflichtspielen. Guardiola schlug sich fassungslos die Hände an den Kopf.

Die Franzosen machten weiter Druck, attackierten die Briten früh. Der Vorsprung des Tabellen-Dritten der Premier League war nach einer halben Stunde aufgebraucht, als Brasiliens Nationalspieler Fabinho seinen ersten Treffer in dieser Champions-League-Saison erzielte. Manchester City hatte eine desolate erste Hälfte abgeliefert, trotzdem war Guardiola erstaunlich ruhig geblieben. Im Hinspiel war Man City zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen, um schließlich noch mit einem Zwei-Tore-Vorsprung zu gewinnen. Beim Gastspiel in Monaco gab es vor der Pause keinen einzigen Torschuss.

In der zweiten Hälfte wurden die Gäste dann stärker. In der 62. Minute gab es die erste echte Chance nach einer Flanke von Sané, die Sergio Agüero aber nicht nutzen konnte. Vier Minuten später scheiterte der argentinische Nationalspieler an Monaco-Keeper Danijel Subasic. City machte weiter Druck. Kurz nach dem verletzungsbedingten Wechsel von Andrea Raggi für den jungen Almamy Touré traf Sané und ließ Guardiola jubeln. Doch Bakayoko ließ die Franzosen wenig später nach einem Lemar-Freistoß jubeln. 

DPA

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