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Champions League Bayern schlagen Zürich und ziehen in die Gruppenphase ein


Nur sieben Minuten konnte der FC Zürich die Hoffnungen auf ein Wunder im Letzigrund aufrechterhalten. Mario Gomez sorgte mit seinem Treffer für ein ruhiges Auswärtsspiel, aber jener Mario Gomez sorgte auch für Sorgenfalten auf der Stirn von Jupp Heynckes.

Der FC Bayern München machte im Rückspiel des Champions League-Qualifikationsspiels beim FC Zürich früh alles klar. Durch das Tor von Mario Gomez in der 7. Minute vor 23.500 Zuschauern im Letzigrund Stadion konnten die Bayern, die schon das Hinspiel mit 2:0 für sich entschieden hatten, in die Gruppenphase einziehen. Einzig die leichte Verletzung von Mario Gomez lässt die Diskussionen um eine Neuverpflichtung weiter aufkeimen.

Rotation trifft Rafinha, Robben und Tymoshchuk

Im Vergleich zum 5:0-Sieg gegen den HSV rotierte Jupp Heynckes drei Spieler aus der ersten Elf. Arjen Robben (Rückenbeschwerden), Rafinha und Anatoliy Tymoshchuk nahmen zu Beginn auf der Bank Platz, dafür spielte Jerome Boateng auf der rechten Außenverteidigerposition, Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld und Toni Kroos zentral offensiv.

Beim FC Zürich rückte im Vergleich zur 0:2-Niederlage am Wochenende gegen Xamax Neuchâtel Ricardo Rodríguez als Linksverteidiger ins Team, Marco Schönbächler sollte im rechten Mittelfeld für Gefahr sorgen. Dafür blieben Ludovic Magnin und Adrian Nikci zunächst draußen.

Die Hoffnung stirbt zuerst

Die Hoffnungen auf ein Wunder währten für den FC Zürich nur sieben Minuten. Der Auslöser für die Szene, die hängende Köpfe im Letzigrund Stadion bewirkte, war Toni Kroos. Jener Toni Kroos, der als Lieblingsschüler seines Trainers Jupp Heynckes gilt, und dies wohl möglich zurecht, denn Kroos spielte einen perfekt getimten Steilpass auf Thomas Müller. Müller gab den Ball von der rechten Seite flach in die Mitte, wo Mario Gomez viel Platz hatte, sich die Ecke auszusuchen, und zur 1:0-Führung links unten einzunetzen.

Zwar hatten die Züricher sich, durch den Torschuss von Amine Chermiti in der fünften Minute, der aus 20 Metern nur knapp den linken Torwinkel verpasste, schon gefährlicher präsentiert, als noch vor einer Woche in München, doch die Führung nahm die letzte Spannung aus der Partie. Das Spiel plätscherte in der Folge bei sommerlichen Temperaturen vor sich hin. In der 23. Minute sorgte ein Freistoß von Ricardo Rodriguez für ein kurzes Aufhorchen des resignierten Züricher Publikums, doch Manuel Neuer wehrte den Ball so unkonventionell wie lässig mit dem Unterarm ab.

Hacke, Spitze - keinerlei Gefahr

Zürich blieb weiterhin vornehmlich bei Standards gefährlich. Nach einem Freistoß von Dusan Djuric konnte kein Mitspieler des Schweden die Konfusion im Strafraum der Bayern nutzen, die Möglichkeit war vertan, nachdem Jorge Teixera den Ball an die Hacke bekam, aber nicht unter Kontrolle bringen konnte (37.). Kurz vor der Pause kamen die Bayern zu ihrer zweiten großen Torchance. Erneut war es Toni Kros, der Mario Gomez im Sechzehner anspielte, der Mittelstürmer scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel allerdings am Züricher Keeper Johnny Leoni (44.).

Der Hauptdarsteller der ersten Halbzeit, Mario Gomez, blieb mit einer Muskelverhärtung in der Kabine und Nils Petersen durfte die zweiten 45 Minuten angehen. Mit dem Regen kam der FC Zürich etwas besser in die Partie. Admir Mehmedi konnte in das Hoheitsgebiet der Bayern-Abwehr eindringen, schoss aber aus 13 Metern rechts am Tor vorbei (54.). Das Spiel blieb auf dem Niveau einer besseren Trainingspartie. Das spannendste Ereignis nach einer Stunde Spielzeit, Anatoliy Tymoshchuck ersetzte bei den Bayern Toni Kroos (64.).

Ribery wirbelt brotlos umher

Der auffälligste Bayern-Spieler war in dieser Phase Franck Ribery, über dessen linke Seite nahezu jeder Angriff lief. Der Franzose konnte sich in der 73. Minute geschickt gegen Heinz Barmettler durchsetzen, den Rückpass an den Fünfmeterraum auf Tymoshchuk konnte der Ukrainer jedoch nicht verwerten. Die Ribery-Show ging weiter, doch der Franzose verpasste es rechtzeitig abzuschließen, oder wurde von seinen Mitspielern allein gelassen.

Die Bayern blieben, wie über die gesamte Spieldauer, die bessere Mannschaft. Verständlicherweise fehlte aber der letzte Biss und Wille, ein weiteres Tor zu erzielen. Durch den Treffer von Mario Gomez war das Tor zur Gruppenphase ohnehin weit aufgestoßen, der Schlusspfiff beendete die Sorgen der Bayernoberen, die Chance auf das Endspiel 2012 im eigenen Stadion wohlmöglich frühzeitig zu vertun.

Gomez-Frage bleibt bestehen

Einzig die Verletzung von Mario Gomez (Muskelverhärtung) lässt Sorgenfalten auf der Stirn von Jupp Heynckes entstehen. Die Frage bleibt bestehen, ob die Bayern nach der Verletzung von Ivica Olic und den Problemen bei Mario Gomez und Arjen Robben (Schambein, Rücken) noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden sollten.

Michel Massing

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