HOME

Champions League: Bremen verpasst Auftaktsieg - Schalke verliert wieder

Mäßiger Start der deutschen Clubs in die Champions League: Bremen hat nach einem Zwei-Tore-Rückstand gegen Tottenham Hotspur noch ein Unentschieden erreicht. Ein schwerer Patzer in der Abwehr und eine Rote Karte bescherten Schalke eine Niederlage in Lyon.

Während Werder Bremen zum Auftakt in der Champions League nach einem 0:2-Rückstand gegen Tottenham Hotspur noch zu einem 2:2 kam, kassierte Vizemeister Schalke nach drei Niederlagen in der Liga beim 0:1 bei Olympique Lyon den nächsten Rückschlag - auch weil Abwehrspieler Benedikt Höwedes schon in der 38. Minute eine völlig unberechtigte rote Karte gesehen hatte.

Vor 30.344 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion verhinderten die Bremer nach einer katastrophalen ersten Halbzeit durch Tore von Hugo Almeida (43.) und Nationalspieler Marko Marin (47.) eine Heimniederlage. Damit gehen die Hanseaten mit einer zumindest brauchbaren Ausgangsposition in die zweite Begegnung der Vorrundengruppe A am 29. September bei Titelverteidiger Inter Mailand.

Bremen zeigte schwache erste Halbzeit


Eine scharfe Hereingabe von Mittelfeldspieler Gareth Bale drückte Werders Innenverteidiger Petri Pasanen in der zwölften Minute aus kurzer Distanz über die eigene Torlinie. Nur sechs Minuten später wuchtete Torjäger Peter Crouch eine Flanke des Ex-Hamburgers Rafael van der Vaart per Kopf ins Bremer Gehäuse, Torhüter Tim Wiese hatte keine Abwehrmöglichkeit.

Von diesen Nackenschlägen erholten sich die Norddeutschen nur langsam. Ohne den am Oberschenkel verletzten Torjäger Claudio Pizarro fehlte es den Aktionen des Bundesliga-Zehnten fast während der gesamten ersten Halbzeit an der erforderlichen Durchschlagskraft. Die Tottenham-Defensive war in dieser Phase hervorragend organisiert und ließ keinerlei gefährliche Aktionen zu.

Schaaf stellte das System um


Ein Sieg für Tottenham wäre durchaus möglich gewesen, wenn die Engländer ihre Chancen vor dem Seitenwechsel noch konsequenter genutzt hätten. In der 31. Minute beispielsweise überlief Bale erneut seinen Gegenspieler Clemens Fritz, scheiterte aber mit einem Schrägschuss an Wiese. Werder-Trainer Thomas Schaaf reagierte auf den schwachen Auftakt seiner Schützlinge und wechselte schon in der 37. Minute Aaron Hunt für Philipp Bargfrede ein, um das Angriffsspiel zu beleben.

Nach dem Ausgleichstreffer wendete sich das Blatt immer mehr. Bei den Gästen ging zunehmend der Spielfluss verloren, auch weil van der Vaart unverständlicherweise in der 49. Minute das Spielfeld vorzeitig verlassen musste.

Magath beweist kein glückliches Händchen


In Lyon bewies Felix Magath kein glückliches Händchen. Christoph Moritz, vom Schalker Trainer auf die rechte Abwehrseite beordert, leitete mit einer viel zu kurzen Kopfball-Rückgabe das 1:0 des französischen Vizemeisters durch Michel Bastos (21.) ein. Magaths überraschender Schachzug, mit Neuzugang Ciprian Deac im Mittelfeld zu beginnen, verpuffte zudem wirkungslos. Der Rumäne wirkte überfordert und wurde nach Höwedes' Platzverweis gegen Joel Matip ausgewechselt.

Bis zum 0:1 war den Schalkern keinerlei Verunsicherung anzumerken. Trotz der Niederlagen in der Bundesliga zeigten die Königsblauen viel Präsenz und waren auch das gefährlichere Team. Die besten Chancen in der Anfangsphase vergab Jefferson Farfan. Der Angreifer aus Peru scheiterte in der elften Minute mit seinem Schuss aus spitzem Winkel zunächst an Lyons Torwart Hugo Lloris. Direkt im Anschluss an die folgende Ecke köpfte er freistehend übers Tor. Champions-League-Rekordtorjäger Raul (66 Treffer) bekam dagegen zunächst ebenso wie sein Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar kaum Spielanteile.

Rote Karte war "ein Witz"


Auch nach dem Rückstand bestimmte Schalke das Spiel, und Moritz hätte seinen Fehler beinahe wiedergutgemacht. Den Schuss des Junioren-Nationalspielers (33.) parierte Lloris in Klassemanier. Fünf Minuten später kamm dann auch noch Pech hinzu. Nach einem eher harmlosen Luftkampf mit Jimmy Briand sah Höwedes, der mit hohem, aber nicht gestrecktem Bein etwas zu spät kam, "Rot" von Schiedsrichter Ivan Bebek (Tschechien). "Das war natürlich ein Witz", sagte Sportdirektor Horst Heldt in der Pause. Und es warf alle taktischen Überlegungen der Schalker über den Haufen.

Nach der Pause konnte sich Schalke kaum noch befreien, Lyon drückte auf das 2:0. Doch die Abwehr stand relativ sicher. Die größte Chance vergab noch Miralem Pjanic, der von der Strafraumgrenze um Zentimeter Neuers Tor verfehlte (67.).

Andreas Frank und Thomas Lipinski/SID / SID

Wissenscommunity