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Champions League: Die Todesgruppe - Drei leben noch

Zwei Spieltage vor Ende der Champions League-Vorrunde wird es für uns Zeit, in der sogenannten Todesgruppe A Bilanz zu ziehen und uns den bisherigen Saisonverlauf der vier Teams näher anzuschauen. Den Absturz von Villarreal hatten wir so nicht vorhergesehen.

Vor der Champions League-Saison hatten wir uns die Gruppe A des FC Bayern München näher zur Brust genommen und eine Prognose gewagt. Seitdem sind über zwei Monate und vier Spieltage ins Land gegangen und nun schauen wir uns an, wie die bisherige Saison der vier Clubs verlaufen ist.

Bayern München
Vor der Champions League-Saison hatten wir den Bayern durchaus zugetraut, in die nächste Runde einzuziehen. Vor den beiden letzten Spieltagen führen die Bayern souverän die Gruppe an und können mit einem Sieg gegen den FC Villarreal alles klar machen. Dann ginge es am letzten Spieltag in der Partie bei Manchester City wahrscheinlich nur noch um den ersten Platz in der Gruppe, mit dem man einigen Hochkarätern im Achtelfinale aus dem Weg gehen könnte.

Dabei fing die Saison in der Bundesliga mit der Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach nicht gut an, doch danach fing sich das Team unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes schnell und konnte eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage mit sieben Siegen hinlegen. In der Champions League wurden souverän die beiden ersten Spiele bei Villarreal und gegen Manchester City gewonnen. Danach folgte ein Remis in Neapel und daheim ein knapper Sieg gegen die Italiener.

Doch bereits das Unentschieden deutete an, dass die Münchner nicht unverwundbar sind, es folgte eine Pleite bei Hannover 96 und  - was, wie sich mittlerweile herausstellte, noch schwerer wog - die schwere Verletzung von Bastian Schweinsteiger, dem Denker und Lenker im Bayern-Spiel. Dass sich die Bayern noch nicht auf die Schweinsteiger-lose Zeit eingestellt haben, zeigten die Partien in Augsburg, wo der FC Bayern zwar noch gewinnen konnte, aber keineswegs glänzte, und die Heimniederlage gegen den BVB.

Jetzt heißt es für die Münchner, den Einzug in die nächste Runde möglichst mit einem Sieg gegen Villarreal bereits sicherzustellen und danach in der Bundesliga die verbliebenen Partien auch ohne Schweinsteiger erfolgreich über die Bühne zu bringen. Neueinkäufe wird es aber in der Winterpause nicht geben, obwohl der Kader "von der Quantität her am unteren Limit" sei, wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge laut kicker.de erklärte.

Damit erteilte er auch Wechselgedanken der beiden abwanderungswilligen Kroaten Ivica Olic und Danijel Pranjic direkt eine Absage.

Manchester City
Wir sahen Manchester City vor der Saison als Top-Favoriten dieser Gruppe, aber die Citizens taten sich schwer, in die Königsklasse zu finden und starteten mit einem Remis gegen Neapel und einer Niederlage bei den Bayern in das Abenteuer Champions League. Mit zwei Siegen gegen den FC Villarreal wurden die Weichen dann aber doch klar auf Achtelfinalkurs gestellt.

In der Premier League hat City eine beinahe makellose Serie higelegt und elf seiner zwölf Saisonspiele gewonnen, einzig beim FC Fulham langte es nur zu einem Unentschieden. Seit der Niederlage bei den Bayern gewann das Team von Trainer Roberto Mancini sämtliche neun Pflichtspiele in allen Wettbewerben und erzielte dabei nur ein einziges Mal weniger als drei Tore (beim 2:1 gegen Villarreal).

Bei den ganzen sportlichen Erfolgsmeldungen fällt es gar nicht weiter ins Gewicht, dass Manchester City vor wenigen Tagen für das vergangene Geschäftsjahr einen absoluten Rekordverlust vermelden musste. Trotz Pokalsieg und Platz drei in der Premier League fuhren die Citizens einen sagenhaften Verlust von 226 Millionen Euro ein, was selbst für die englische Liga mit dem FC Chelsea einen Rekord bedeutete: Etwa 619.000 Euro Verlust jeden Tag...

Und auch der erneute Ärger um Stürmerstar Carlos Tevez konnte City nicht aus dem Tritt bringen. Nach der Weigerung, sich im Spiel gegen die Bayern warmzumachen folgte die happige Geldstrafe des Clubs, die Tevez schließlich zähneknirschend akzeptierte, aber prompt entgegen der Absprache in die argentinische Heimat flog und das Training schwänzte. Die Tevez-Zeit in Manchester scheint endgültig abgelaufen zu sein.

SSC Neapel
Die Neapolitaner spielten eine durchwachsene Saison. Die ungewohnte Doppelbelastung machte dem Team zu schaffen. Der Saisonstart wurde mit zwei Siegen - einer davon gegen die AC Mailand - zwar erfolgreich bestritten, aber danach verlor das Team den Faden. Aus den letzten fünf Saisonspielen gelang dem Team von Trainer Walter Mazzarri nur ein Erfolg.

Vor allem das kongeniale Angriffstrio mit Edinson Cavani, Marek Hamsik und Ezequiel Lavezzi hatte zuletzt Probleme, das Tor zu finden. Gegen Lazio scheiterten die Neapel-Angreifer gleich reihenweise an Keeper Federico Marchetti und verpassten so das dringend benötigte Erfolgserlebnis.

Der Einzug in die nächste Runde ist zwar noch möglich, aber dafür müsste heute ein Sieg gegen Manchester City her. Am letzten Spieltag geht es dann zum noch punktlosen FC Villarreal. Ein Weiterkommen in der Champions League erscheint also auf den ersten Blick nicht unmöglich, auf den zweiten Blick warten heute aber die Citizens und an denen haben sich diese Saison schon ganz andere Teams die Zähne ausgebissen. Für eine Handvoll Dollar in der Europa League sollte es für Napoli aber reichen.

FC Villarreal
Völlig aus der Bahn geworfen hat es diese Saison das Gelbe U-Boot vom FC Villlarreal. Mit einem 0:5 beim FC Barcelona startete das Team in die neue Spielzeit, erst am fünten Spieltag gelang gegen RCD Mallorca der erste Sieg, dann fielen auch noch nacheinander Nilmar (Zyste am rechten Knie) und Stürmerstar Giuseppe Rossi (Kreuzbandriss) monatelang aus.

In der Liga folgten dem Sieg gegen Mallorca bis heute nur zwei weitere Siege gegen Rayo und vergangenes Wochenende gegen Betis Sevilla. In der Champions League steht man punktemäßig mit leeren Händen da und erzielte in vier Spielen gerade einmal einen Treffer. In der spanischen Liga konnte man sich mit dem Erfolg vom Wochenende immerhin ein wenig von den Abstiegsplätzen absetzen.

Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass Club-Präsident Fernando Roig noch die Ruhe bewahrt und Trainer Juan Carlos Garrido die Treue hält. Bei anderen Clubs wäre der Coach in einer entsprechenden Situation bereits lange gefeuert geworden.

Aber es waren eben nicht nur Nilmar und Rossi, die bei Villarreal verletzt ausfielen, sondern auch Verteidiger Cristian Zapata fällt lange verletzt aus, ebenso wie Mittelfeldspieler Cani. Zwischenzeitlich kamen auch noch Marco Ruben und Marcos Senna zu der langen Verletztenliste hinzu. Kein Wunder, dass Präsident Roig dem Trainer noch etwas Zeit lässt.

Um die Stürmerkrise zu verringern, soll Villarreal an einer Verpflichtung von Javier Saviola von Benfica Lissabon im Januar interessiert sein. Aber bisher hat der Club-Präsident Neuverpflichtungen einen Riegel vorgeschoben.

sportal.de / sportal

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