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Russland: Fußball und sonst nichts - so sollen Journalisten vom Confed Cup berichten

Der Confed Cup im Sommer ist der Probelauf für die Fußball-WM 2018 in Russland. Das gilt anscheinend auch für die Pressefreiheit. Anscheinend versucht Russland, freie Berichterstattung zu verhindern - und die Fifa nimmt es in Kauf.

Russlands Präsident Wladimir Putin sitzt auf seine Unterarme gestützt im dunklen Anzug am Schreibtisch

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nicht unbedingt als Freund der Pressefreiheit bekannt

Wladimir Putin versucht zum Confed Cup, die freie Berichterstattung zu verbieten - und die Fifa spielt mit. Das legt zumindest das Akkreditierungsformular nahe, aus dem die Bild-Zeitung zitiert:

"1. Medienvertreter mit einer Akkreditierung für den FIFA Konföderationen-Pokal dürfen ausschließlich über den FIFA Konföderationen-Pokal 2017 und damit verbundene Ereignisse berichten.

2. Medienvertreter mit einer Akkreditierung für den FIFA Konföderationen-Pokal dürfen nur auf dem Gebiet der Spielorte und nahe gelegener Sehenswürdigkeiten tätig sein."

Das würde bedeuten, dass Journalisten beim Confed Cup nur aus den Stadien und von den Spielen berichten dürfen. Sollte es im Rahmen des Confed Cups etwa zu Protestaktionen kommen, dürfen Journalisten nicht darüber berichten. Auch Misstände in Russland dürfen so nicht angesprochen werden. verstoßen Journalisten gegen die Bedienungen, riskieren sie, ihre Akkreditierung zu verlieren. Sie kämen nicht mehr in die Fußball-Arenen und könnten somit auch gleich wieder nachhause fahren. 

Fifa nimmt Regelung in Kauf, DFB will diskutieren

Laut "Bild" ist sind diese Punkte auch bei der Fifa umstritten, der Fußballverband nimmt sie aber in Kauf. Anders reagiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB): "Ich werde mich bei der Fifa-Ratssitzung am 9. Mai dafür einsetzen, dass die beim Confed Cup akkreditierten Journalisten frei berichten können. Es wäre ein wichtiges Signal für ‎die WM 2018, wenn schon beim Vorbereitungsturnier das russische Organisationskomitee deutlich macht, dass es keine Einschränkungen der Pressefreiheit gibt", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der Zeitung.

Und auch beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) ist man empört. "Die Fifa lässt sich hier vor den Karren einer menschenrechtsfeindlichen Regierungspolitik spannen, indem sie Journalisten massiv in ihrer Arbeit behindert. Man muss darüber nachdenken, ob man solche Turniere künftig noch in Ländern austragen kann, die die Pressefreiheit mit Füßen treten," sagte DJV-Vorsitzender Frank Überall der "Bild".

Wollen Journalisten während des Confed Cups über Missstände in Russland berichten, hätten sie eine Möglichkeit: ein Arbeitsvisum für Russland. Doch ob das gewährt wird, erscheint fraglich. Auf der "Rangliste der Pressefreiheit 2016" der Organisation "Reporter ohne Grenzen" steht Russland unter Putin gerade einmal auf Platz 148 von 180 Staaten. Deutschland liegt auf Rang 16.

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tkr

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