Deisler-Comeback "Vielleicht bin ich am Wochenende dabei"


Nicht nur Rudi Völler findet es einfach toll: Bayern-Star Sebastian Deisler ist wieder vollständig fit und fühlt sich für einen Kurzeinsatz am Samstag in Kaiserslautern gewappnet.

Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler ist nach knapp fünfmonatiger Zwangspause bereit für sein Comeback. Der 24- Jährige, der nach einem Klinik-Aufenthalt wegen Depressionen seit Anfang Februar wieder beim FC Bayern München im Training ist, schloss sogar einen Einsatz bereits an diesem Samstag im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht aus. "Vielleicht bin ich am Wochenende dabei, vielleicht auch nicht", sagte Deisler am Dienstag vor Journalisten. "Ich fühle mich sehr gut." Gesundheitlich sei alles in Ordnung. Einen Bundesliga-Einsatz über die volle Spielzeit schloss er aus. Bayern-Manager Uli Hoeneß hofft mit ihm. "Ich glaube, dass er uns bald sehr viel Freude machen wird", sagte er.

Bayern-Verantwortlichen halten sich noch zurück

Der FC Bayern wollte nicht bestätigen, dass Deisler bereits am Betzenberg zum Kader gehört. Er wisse nicht, ob das Samstag der Fall sei, sagte Hoeneß: «Ich weiß nur, dass er relativ fit ist.» Er habe das Gefühl, «dass er auf einem guten Weg ist und seine Krankheit gut überwunden hat.» Der FC Bayern habe in Deisler einen Spieler geholt, der «mit das Beste in Deutschland» sei.

Assistenztrainer Michael Henke hält einen Einsatz am Samstag noch für unwahrscheinlich. Deisler sei für die Partie gegen Kaiserslautern "wahrscheinlich kein Thema". Es sei zu früh, das jetzt zu entscheiden, so Henke. "Er muss erst eine Zeit lang mit der Mannschaft trainieren. Mal sehen, wie er die Trainingseinheiten verkraftet." Deisler sei zuletzt durch muskuläre Probleme zurückgeworfen worden.

Für Völler Nationalmannschaft-Comeback "kein Thema"

Rudi Völler vernahm die frohe Kunde in Köln, er wollte Deisler aber keinesfalls unter Druck setzen. "Das ist toll. Es wäre schön für den Jungen. Ich freue mich für ihn", sagte der Nationalmannschafts- Teamchef. Über ein mögliches Länderspiel-Comeback des Kreativspielers sogar rechtzeitig zur Europameisterschaft wollte sich Völler nicht konkret äußern: "Das wäre jetzt der falsche Moment, etwas dazu zu sagen und ihn vielleicht unter Druck zu setzen. Es wäre Blödsinn, jetzt zu sagen, das ist ein Thema oder kein Thema."

Ende einer Leidensgeschichte?

Mit Deislers Rückkehr ginge eine lange Leidenszeit zu Ende. Nach seinem letzten Bundesliga-Spiel Anfang November hatte sich der gerade von einer schweren Knieverletzung vollständig genesene Profi völlig überraschend wegen Depressionen in Behandlung begeben. Insgesamt neun Wochen wurde Deisler im Winter im Münchner Max-Planck-Institut stationär betreut. "Das war viel Pech für uns alle", sagt Hoeneß heute. Nach der Entlassung aus der Klinik und der Geburt seines Sohnes Raphael kehrte Deisler Anfang Februar an seinen Arbeitsplatz zum Aufbautraining zurück.

Christian Kunz und Jens Mende/DPA DPA

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