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Gerede um Guardiola tut dem FC Bayern nicht gut

Beim hochkarätig besetzten "Audi Cup" testet sich der FC Bayern unter Seinesgleichen. Ob die Form vor dem Saisonstart stimmt, ist aber fast Nebensache. Die Trainer-Diskussion um Pep Guardiola rüttelt am Nimbus des Clubs.

Pep Guardiola mit ernstem Gesichtsausdruck

Angezählt? Pep Guardiola scheint beim FC Bayern auf dem Absprung zu sein

Natürlich ist der bei den Bundesliga-Trainern auch in diesem Jahr die ganz große Nummer. Wer sollte denn sonst Meister werden?! Zu groß, zu gut, zu überlegen erscheint der Kader. Trotzdem wirkt das Gebilde FC Bayern unmittelbar vor dem Start in die Saison, für die der "Audi-Cup" in der Münchner Arena an diesem Dienstag und Mittwoch der letzte große Härtetest sein soll, merkwürdig fragil. Der unglückliche Verlust des Supercups hat diesen Eindruck noch verstärkt. Vor allem aber ist es die Figur des einstigen Heilsbringers, die den Rekordmeister derzeit nicht im besten Licht erscheinen lässt. Das Gerede, dass Pep Guardiolas dritte auch seine letzte Saison an der Säbener Straße sein soll, tut dem Club nicht gut.

Die üblichen Verdächtigen treten bereits auf den Plan. "Er wird gehen", ist sich Bayern-Ikone sicher. "Was macht es für einen Sinn, bis zum Winter zu warten, um den Vertrag zu verlängern?", fragt der Rekord-Nationalspieler in der italienischen "Gazetto dello Sport". Der Alt-Internationale betreibt auch gleich Demontage. Guardiola sei seiner Ansicht nach ohnehin nicht der beste Trainer der Welt. José Mourinho habe da die Nase vorn. Der selbstbewusste Portugiese sei auch ein möglicher Nachfolger - ebenso wie Carlo Ancelotti und . Wie gerufen kommt da eine Äußerung von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der lässt sich in der "Rheinischen Post" darüber aus, dass Dortmunds Ex-Coach selbstverständlich das Münchner Starensemble lenken könne. "Jürgen Klopp ist für jeden Topverein ein Kandidat", so Watzke. "Klopp und Bayern, das würde zu 100 Prozent gut gehen."

Unverhohlene Diskussion

Die Erfahrung lehrt: Sobald derart unverhohlen über Nachfolger gesprochen wird, ist ein Trainer ohnehin kaum zu halten. Wie lange Guardiola tatsächlich weitermacht, das war schon nach dem Kick am vergangenen Samstag um den wohl unwichtigsten der drei deutschen Titel eine wichtige, aber alles andere als willkommene Frage. Der Spanier mochte sich nicht dazu äußern: "Nächste Frage!"

Den Verein wird das Thema aber weiter beschäftigen. Meldungen wie die des englischen Boulevardblattes "Sun", wonach Manchester City eine 100-Millionen-Euro-Offerte vorbereitet, werden die Münchener in den nächsten Wochen und Monaten begleiten. Und sie lassen den Club angreifbar erscheinen: Im Supercup hat sich Wolfsburg schon zum zweiten Mal in Folge gegen die Bayern durchgesetzt. Dortmund wittert Morgenluft, Leverkusen ist eh stets in Wartestellung und gegen Galdbach haben die Münchner schon in der vergangenen Saison keinen Treffer erzielen können. Wenn die Bayern angeschlagen wirken, könnte einer der Jäger - allen voran Wolfsburg - angreifen und den Traum vom vierten Titel in Folge womöglich zerstören.

FCB wirkt wieder angreifbar

Eine verlorene Meisterschaft? Stand jetzt: unvorstellbar! In diesem Fall wäre Guardiola sowieso fällig. Dass die Diskussion überhaupt einmal an diesen Punkt kommen würde, schien vor gut zwei Jahren unmöglich. Der FC Bayern wirkt nun wieder angreifbar. Mats Hummels' Appell an die Liga, die Münchner wieder häufiger zu attackieren, dürfte Gehör finden. 

dho/mit Agenturen

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