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Deutschland-Niederlande: "Ein Spiel, wo es kribbelt"

Im Prestigeduell gegen die Niederlande erwartet Kapitän Ballack einen Sieg- Mit diesem Start in die WM-Saison 2006 beginnt in der DFB-Elf das Gerangel um die Stammplätze.

Der Länderspielklassiker gegen die Niederlande ist ein elektrisierender Start in die WM-Saison 2006 - und zugleich der Beginn eines verschärften Wettbewerbs innerhalb der deutschen Fußball-Nationalelf. Kapitän Michael Ballack rechnet in den kommenden Monaten mit einem harten Gerangel auf den verschiedenen Positionen: "Je näher die WM rückt, desto mehr wird natürlich um die Stammplätze gekämpft. Das sollte jeden anstacheln, alles zu geben und an die Leistungsgrenze zu gehen", sagte der 28-Jährige Bayern-Star am Dienstag in Rotterdam. In der niederländischen Hafenstadt trifft sein Team am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) im Stadion "De Kuip" auf die Auswahl des früheren Spitzenstürmers und jetzigen Nationaltrainers Marco van Basten.

Wer wird gewinnen?

Duell gegen ein Spitzenteam

Der Oranje-Kader rangiert aktuell hinter Brasilien und Argentinien auf Platz drei der FIFA-Weltrangliste; damit bietet sich für Klinsmanns aufstrebenden Kader wie schon im Confederations Cup gegen Brasilien und Argentinien erneut die ersehnte Chance, nach fünfjähriger Durststrecke endlich wieder einen der "Großen" im Weltfußball zu schlagen. Besonders siegesgewiss wirkte Klinsmann am Dienstag jedoch nicht. Vielmehr äußerte sich der Chefcoach betont respektvoll über den spielstarken Gegner und lobte ausführlich die aus seiner Sicht erstaunliche "Stärke des holländischen Fußballs, immer wieder tolle Ausnahmespieler hervor zu bringen". Lobend erwähnte er die Top-Stürmer Ruud van Nistelrooy von Manchester United und Roy Makaay, die "Tormaschine" von Bayern München.

Ein Schritt Richtung WM

Die Zielsetzung umschrieb Klinsmann - unter Verweis auf den noch nicht optimalen Fitnesstand seiner Spieler - nur vage mit den Worten, er wolle einen "weiteren Schritt mit Blick auf die WM" tun. Jedes Testspiel nehme die DFB-Elf sehr ernst, und die Niederlande seien "genau das Kaliber, mit dem wir uns messen wollen". Nebulös fügte er an, auch das konkrete Resultat sei wichtig, weil es das Selbstvertrauen steigern könne. Michael Ballack, Kapitän und Leitwolf im Mittelfeld, räumte ebenfalls ein, dass bei einigen Bundesligaprofis, die in den beiden ersten Spielen der neuen Saison noch nicht über 90 Minuten gegangen sind, leichte Fitnessdefizite auftreten können. Er persönlich sehe sich auch noch nicht bei 100 Prozent, sei aber zufrieden, da er ab und zu "mal eine Kraft- oder Ausdauereinheit extra reinschiebe".

Ballack erwartet "absoluten Härtetest"

Bei der Zielvorgabe war er trotzdem weniger diplomatisch als sein Trainer. Zwar messe man sich in einem "Prestigekampf" und "absoluten Härtetest" auswärts mit einer der besten Mannschaften der Welt, "doch wollen wir das Spiel gewinnen", betonte er selbstbewusst. Zu erwarten habe die deutsche Elf aber einen Hexenkessel im Stadion "De Kuip" - und jede Menge höhnische Gesänge. Doch gehöre die traditionelle Rivalität dazu: "Das ist eben ein Spiel, wo es kribbelt. Wir werden beweisen müssen, wie wir mit solchen Umständen zurecht kommen." Die Statistik könnte allerdings skeptisch stimmen: Zwar ist die Gesamtbilanz aller Länderspiele mit 13 Siegen, zehn Niederlagen und 13 Remis leicht positiv für die DFB-Auswahl, doch gelang letztmals vor gut neun Jahren, 1996 ebenfalls in Rotterdam, ein Sieg gegen das Oranje-Team; Torschütze zum 1:0-Endstand war damals immerhin: Jürgen Klinsmann.

Torsten Holtz/AP

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