DFB-Manager Bierhoff gesteht Fehler ein


Oliver Bierhoff spricht zum Ende des Jahres offene Worte: Im Konflikt mit Michael Ballack hat der DFB-Manager Fehler eingeräumt und zugegeben, dass es weiterhin Meinungsverschiedenheiten gebe. Außerdem: Manager auf Schalke wolle er auch nicht werden.

Oliver Bierhoff hat nach den Unstimmigkeiten innerhalb der Fußball-Nationalmannschaft Selbstkritik geübt und bestehende Meinungsverschiedenheiten mit Kapitän Michael Ballack eingeräumt. Trainerteam und Management hätten "im abgelaufenen Jahr nicht immer glücklich agiert", sagte der DFB-Teammanager in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Meine Außendarstellung war nicht immer optimal. Ich räume auch ein, dass ich einige Dinge verkehrt oder etwas naiv angegangen bin, die Außenwirkung unterschätzt habe", sagte er zur Kritik an der parallel zum DFB-Job ausgeübten Arbeit für seine Vermarktungsagentur "Projekt B". Eine Wechsel zum Bundesligisten Schalke 04 schloss Bierhoff aus. "An dem Thema ist nichts dran."

Die Auseinandersetzung mit Ballack ist laut Bierhoff grundsätzlich beigelegt. Differenzen bestehen aber offenbar immer noch - und sind für Bierhoff kein Grund zur Beunruhigung. "Fest steht auch, dass Michael und ich nicht immer auf einer Wellenlänge sind und über verschiedene Dinge unterschiedlich denken. Na und?", beschwichtigte Bierhoff. Ballack wisse, dass er durch den Gang an die Öffentlichkeit "gewisse Dinge" erreichen könne. Bundestrainer Joachim Löw habe dem aber nun einen Riegel vorgeschoben. Die Reaktion der Kritiker Ballack und Torsten Frings zeige, dass die Profis sich für ihre Ziele mit dem Nationalteam "unterordnen wollen".

Nach der Euphorie um die Heim-Weltmeisterschaft 2006 mahnte Bierhoff zu einer Rückkehr zur Sachlichkeit. "Grundsätzlich müssen wir aber begreifen, dass das Sommermärchen und auch das 'Sommermärchen reloaded' - wenn man die EM 2008 so bezeichnen will - zu Ende sind", betonte er. "Das Märchen ist vorbei, wir müssen wieder ganz bodenständig arbeiten", sagte der für die besonderen Events im und um das Nationalteam zuständige Manager. "Dazu gehört auch: uns selber, ob Mannschaft oder Verband, nicht so wichtig zu nehmen und zu glauben, dass wir für alles zuständig sein können." Als neutraler Verband müsse man im Wahljahr 2009 auch darauf achten, von der Politik nicht instrumentalisiert zu werden.

Bierhoff sprach sich zudem für frühere Anstoßzeiten von Länderspielen aus, damit Kinder die Spiele im Fernsehen verfolgen können. "Wichtig wäre aber, dass wir die Nationalelf, Deutschlands liebstes Kind, auch für Kinder zugänglich machen - dass wir es schaffen, zwei- oder dreimal im Jahr früher als 20.45 Uhr auf dem Schirm zu sein", sagte Bierhoff und sprach den öffentlich-rechtlichen TV-Partner ARD direkt an. "Die ARD fordert auch die Sportschau um 18 Uhr, dann kann zur selben Uhrzeit auch ein Länderspiel gezeigt werden", sagte Bierhoff. Diesen Wunsch werde man bei den Sendern anmelden.

DPA DPA

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