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DFB-Pokal BVB siegt im Elfmeterschießen - Hoffenheim schlägt Augsburg


Borussia Dortmund trat mit ersatzgeschwächter Mannschaft in Düsseldorf an und schwächte sich zusätzlich selbst, durch die Gelb-Rote-Karte für Patrick Owomoyela. Die Partie ging schließlich ins Elfmeterschießen wo Dortmund trotz zweier wiederholten Elfmeter die Oberhand behielt und Düsseldorf bezwingen konnte. 

Borussia Dortmund hat der Personalmisere getrotzt und sich mit einem vorweihnachtlichen Elfmeter-Kraftakt ins Viertelfinale des DFB-Pokals gekämpft. Die Notelf des deutschen Meisters gewann das Achtelfinale beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf in Unterzahl mit 5:4 (0:0) im Elfmeterschießen.

Ivan Perisic sorgte mit seinem finalen Elfmeter vor 54.000 Zuschauern in der erstmals seit knapp zwei Jahren ausverkauften Esprit-Arena für große Erleichterung beim BVB und den ersten Viertelfinal-Einzug seit 2008.

Nach der Gelb-Roten Karte gegen Patrick Owomoyela (34.) konnten die Dortmunder nach den peinlichen Knockouts gegen die unterklassigen Clubs VfL Osnabrück und Kickers Offenbach in den vergangenen beiden Jahren gegen Düsseldorf endlich ihren Pokalfluch besiegen - auch wenn es nach 120 Minuten noch 0:0 stand.

Gräfe lässt zwei Elfer wiederholen

So wenig unterhaltsam die 120 Minuten zuvor waren, so brisant ging es in der Zugabe zu. Der Elfmeter von Jakub Blaszczykowski musste wiederholt werden, weil Schiedsrichter Manuel Gräfe den Ball noch nicht freigegeben hatte. Auch Kapitän Andreas Lambertz musste zweimal antreten – der Kapitän der Düsseldorfer verwandelte im zweiten Versuch. BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller sah wegen Meckerns Gelb und hielt anschließend den Elfmeter von Thomas Bröker. Für die Entscheidung sorgte dann Ivan Perisic mit einem souverän verwandelten Elfmeter.

Zuvor hatte es dem BVB zwei Tage nach der Auszeichnung als "Mannschaft des Jahres“ - gehandicapt durch die vielen Ausfälle - vom Anpfiff weg an Kreativität und Präzision im Spiel nach vorne gemangelt. Neben den Langzeitverletzten Neven Subotic, Sven Bender, Moritz Leitner und Mario Götze fehlten auch Marcel Schmelzer und Felipe Santana. Beim Aufwärmen musste schließlich noch Shinji Kagawa wegen Magenproblemen passen, so dass der deutsche Meister ohne Sieben antreten musste.

Owo geht früh duschen

Und als wäre die Personalsituation nicht schon pikant genug, schwächten sich die Gäste auch noch durch einen frühen Platzverweis zusätzlich. Patrick Owomoyela sah in der 34. Minute wegen wiederholten Foulspiels zurecht die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Manuel Gräfe. Der Wintermeister der 2. Bundesliga merkte spätestens nach der Rausstellung des früheren Nationalspielers, dass kein übermächtiger Gegner auf dem Feld stand.

Vor allem die Borussen-Offensive um den für Kagawa in die erste Elf gerückte Lucas Barrios blieb blass. Dem abwanderungswilligen Nationalspieler Paraguays war die mangelnde Spielpraxis deutlich anzumerken. Mit einem harmlosen Kopfball (4.) hatte Düsseldorfs Torwart Michael Ratajczak keine Probleme. Den Fernschuss von Robert Lewandowski (25.) parierte er mit etwas mehr Mühe. Auf der anderen Seite zeigten sich Kapitän Andreas Lambertz (27.) und Sascha Rösler (36.) in Offensivlaune, scheiterten aber an Roman Weidenfeller.

Lukasz Piszczek trifft den eigenen Pfosten

Nach dem Wechsel wurden die Gastgeber noch mutiger, das letzte Aufgebot der Dortmunder bekam immer größere Probleme mit dem formstarken Aufstiegsanwärter. Maximilian Beister (50.) und wieder Rösler (56.) hatten die Führung auf dem Fuß. Bezeichnend für den Auftritt der Gäste: Lewandowskis Versuch nach 25 Minuten war die letzte Torchance der Klopp-Elf bis zum Schlusspfiff der regulären Spielzeit. Weil nun auch die Kräfte beim wackeren Zweitligisten schwanden, sank das Niveau der Partie deutlich.

In der Verlängerung hätte beinahe Lukasz Piszczek (98.) mit einem Flugkopfball an den eigenen Pfosten für die ungewollte Entscheidung gesorgt. Der eingewechselte BVB-Profi Florian Kringe (107.) zögerte im Strafraum zu lange mit dem Abschluss und auf der Gegenseite war Weidenfeller gegen Thomas Bröker (117.) zur Stelle, so dass die unverdrossen weiterfeiernden Zuschauer keine Tore mehr zu sehen bekamen - bis zur Entscheidung im Elfmeterschießen.

Hoffenheim schlägt Augsburg

Dank seiner bosnischen Torgaranten steht 1899 Hoffenheim zum fünften Mal im Viertelfinale: Treffer von Sejad Salihovic (23.) und Vedad Ibisevic (49.) bescherten den Badenern den 2:1 (1:1)-Sieg gegen den FC Augsburg, mit dem das Team von Holger Stanislawski einen versöhnlichen Jahresabschluss feierte. Vor der Minuskulisse von nur 10.375 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena traf Torsten Oehrl (36.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den FCA, dem im zweiten Durchgang die Entschlossenheit für eine erneute Wende fehlte.

"Man kann zufrieden sein. Der Sieg war absolute Pflicht, um so mehr sind wir glücklich, dass es geklappt hat“, sagte Matchwinner Ibisevic, der besonders das Zusammenspiel mit seinem Landsmann Salihovic lobte: "Er hat mir in meiner Karriere schon viele Vorlagen gegeben, aber heute war es ganz wichtig.“

Nach ihrer jüngsten 1:1-Serie vor heimischem Publikum wirkten die Hoffenheimer gegen den Bundesliga-Aufsteiger lange Zeit gehemmt. Die Stanislawski-Elf bestimmte die Partie zwar in der ersten halben Stunde, konnte jedoch spielerisch nicht überzeugen. In der 12. Minute zielte Peniel Mlapa bei der ersten Chance für 1899 knapp links am Tor vorbei. Gegen den Freistoß des Spezialisten Salihovic gab es für Augsburgs Keeper Mohamed Amsif wenig später nichts zu halten. Der Schlenzer des überragenden Bosniers schlug knapp neben dem Pfosten ein. Danach traf der von Fabian Johnson bediente Roberto Firmino den Ball nicht richtig und vergab so das mögliche 2:0 (28.).

Starke: erst stark, dann schwach

Von den Augsburgern, die im Angriff etwas überraschend mit Edmond Kapllani anstelle von Sascha Mölders antraten, war zunächst wenig zu sehen. Erst in der Schlussphase der ersten 45 Minuten taute der in der Liga zuletzt zweimal ungeschlagene Neuling auf und machte auch mit Offensivaktionen auf sich aufmerksam. Konnte 1899-Keeper Tom Starke in der 33. Minute mit einer tollen Reaktion gegen Kapllani noch den drohenden Ausgleich verhindern, so sah er wenig später nicht gut aus. Der Schlussmann klatschte eine scharfe Hereingabe von Tobias Werner vor die Füße von Oehrl, der aus kurzer Distanz zum 1:1 traf.

Eine bosnische Koproduktion ließ die Fans der Kraichgauer kurz nach der Pause zum zweiten Mal jubeln: Ibisevic drückte eine Freistoß-Flanke von Salihovic am kurzen Pfosten stehend entschlossen zum 2:1 über die Linie. Kurz darauf vergaben Ryan Babel (55.) und Salihovic (57.) für die nun deutlich stärker aufspielenden Gastgeber die frühzeitige Entscheidung. Der FCA kam nur noch selten gefährlich vor das Tor der Hausherren. Allerdings musste Starke in der 74. Minute noch einmal auf der Hut sein, als Akaki Gogia plötzlich abzog. Mit beiden Fäusten wendete der Schlussmann Flurschaden für sein Team ab.

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