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DFB-Pokal: Greuther Fürth und Borussia Dortmund wollen nach Berlin

Greuther Fürth will im DFB-Pokal-Halbfinale für die Sensation sorgen. Mike Büskens und Gerald Asamoah sind besonders heiß. Die Vergangenheit und eine überraschende Statistik machen Fürth Mut.

Im DFB-Pokal-Viertelfinale treffen mit Borussia Dortmund und der SpvgG Greuther Fürth die beiden Tabellenführer der zwei höchsten deutschen Spielklassen aufeinander. Die beste Auswärtsmannschaft der ersten Bundesliga gegen die mit Abstand beste Heimmanschaft der zweiten Liga. Beide Mannschaften werden mit einer breiten Brust antreten und doch ist es auch ein Duell der Gegensätze.

Dortmund haushoher Favorit

Dortmund ist haushoher Favorit und kann mit einem Sieg zum fünften Mal ins Endspiel des DFB-Pokals einziehen, Greuther Fürth erreichte dagegen noch nie das Finale und steht zum ersten Mal überhaupt im Achtelfinale des DFB-Pokals. 2003/04 verloren die Fürther 2:3 gegen Bremen und auch gegen den FC Bayern reichte es beim deutlichen 2:6 2009/2010 nicht für den Halbfinaleinzug.

Im Gegensatz zur Meisterschaft hat Borussia Dortmund im Pokal ein ganz klares Ziel vor Augen und keine Hemmungen dieses auch auszusprechen – kein Wunder, gibt es hier doch auch keinen Trostpreis. "Wir verspüren eine ganz, ganz große Vorfreude, weil wir ganz große Ambitionen haben", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Watzke sieht Fürth bereits als Erstligist

Trotzdem hat der BVB natürlich Respekt vor Greuther Fürth und deren Lauf. "Es ist unglaublich, wie Fürth aus wenig viel macht. Das verdient Hochachtung", lobt Klopp. "Fürth ist ein gefühlter Erstligist", findet auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Da haben beide nicht ganz Unrecht, auf dem Weg ins Halbfinale hat Greuther Fürth immerhin bereits den 1. FC Nürnberg und 1899 Hoffenheim ausgeschaltet.

Und sie haben zwei Männer in ihren Reihen, die wissen, wie man dem BVB beikommen kann. Trainer Mike Büskens war 18 Jahre lang beim Lokalrivalen Schalke 04 unter Vertrag und ist vor dem Halbfinale hoch motiviert. Büskens will sich aber vor dem Halbfinale keinen Illusionen hingeben.

"Bei Dortmund kostet ein Spieler mehr als unsere ganze Mannschaft. Und wenn wir den Wert unseres Stadions dazu addieren, kommen wir vielleicht auf den Marktwert von Mario Götze", sinnierte Büskens. Als ehemaliger Schalker mit viel Herz und Leidenschaft ist er besonders heiß gegen die BVB-"Vollraketen", wie er den Erstliga-Spitzenreiter bezeichnete.

Büskens und Asamoah heiß auf "ihr" Derby

Eine Extra-Motivation wird auch Gerald Asamoah mitbringen. Der Winter-Zugang der Fürther ist ebenfalls ein Ur-Schalker und gegen den BVB bis unter die Haarspitzen motiviert. "Auf jeden Fall wissen wir, dass wir eine super Truppe zusammen haben", sagte Asamoah.

"Ich habe eine gute Bilanz gegen Lüdenscheid." Das unerwartete Wiedersehen mit dem Erzrivalen freut Asamoah. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal die Chance dazu bekomme", sagte er dem Kicker. Sein Ziel har auch er klar vor Augen: "Erst Lüdenscheid bezwingen, dann den Pokal holen und Meister werden!"

Dortmund hat noch nie ein Halbfinale auswärts gewonnen

Das wird schwer genug, schließlich ist der BVB seit 20 Punktspielen ungeschlagen und spielt mit einem Selbstverständlichkeit, die man ansonsten nur vom FC Bayern kennt. Mut dürfte den Fürthern aber die Geschichte machen. Das letzte Mal trafen Fürth und der BVB 1990 in der ersten Runde des DFB-Pokals aufeinander, mit dem besseren Ende für Fürth. Im BVB-Stadionmagazin sprach man damals von der "schlimmsten Blamage, die sich der BVB jemals im Wettbewerb um den DFB-Pokal geleistet hat".

Und noch etwas spricht für Greuther Fürth: Immer wenn der BVB bisher ein DFB-Pokal-Halbfinale auswärts bestreiten musste, flogen die Dortmunder aus dem Wettbewerb. Vielleicht ist gerade das der letzte Schuss Extra-Motivation, der für eine Fürther Pokalsensation notwendig ist.

sportal.de / sportal

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