DFB-Pokal Überheblichkeit Werders letzter Gegner


Wohl nur eigene Überheblichkeit kann den Bremer Einzug ins Pokalfinale heute gegen den VfB Lübeck verhindern. Neue Transferspekulationen um Johan Micoud belasten allerdings die Nerven der Fans: Zidane rät zum Wechsel nach München.

Auf dem Weg zum "Double" will sich Werder Bremen auch vom VfB Lübeck nicht aufhalten lassen. Im heutigen Pokal- Halbfinale (20.30 Uhr/ZDF) ist der Bundesliga- Tabellenführer gegen den vom Abstieg bedrohten Zweitliga-Club haushoher Favorit. Nur Überheblichkeit könnte die derzeitigen Liga-Überflieger am Einzug ins Pokalfinale wohl hindern.

Zidane rät Micoud zu Wechsel nach München

Oder vielleicht neueste Transferspekulationen um den Bremer Mittelfeldstar Johan Micoud. Werder Bremen tut alles, um den bis zum 30. Juni 2005 auslaufenden Vertrag in den kommenden Wochen zu verlängern. Dieser macht sein Bleiben von der weiteren sportlichen Entwicklung ab. Sein Landsmann Zinedine Zidane rät Micoud allerdings zum Wechsel nach München. "Der FC Bayern wäre der richtige Club für Johan.", meinte der Weltstar in einem Zeitungsinterview. Zumal auch der Bayern-Führung die Qualitäten des Spielmachers nicht entgangen sind. "Wenn ein Micoud auf dem Markt ist, dann muss man sich um ihn bemühen. Er würde in unsere Mannschaft gut passen", verkündete Franz Beckenbauer schon vor Wochen.

Unterdessen steht für Trainer Schaaf das Pokalspiel im Mittelpunkt und warnt seine Stars vor dem Gegner. "Niemand hatte unseren Gegner auf der Rechnung. Die Lübecker können bei uns frei aufspielen, Selbstvertrauen tanken und die Existenz-Sorgen bei diesem Spiel vergessen". Die Bremer sind nach dem 3:2 am Samstag gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln gewarnt. "Wir müssen erneut konzentriert agieren. Auf keinen Fall darf sich Leichtsinn einschleichen, denn dann kann auch ein Drei-Tore-Vorsprung in die Binsen gehen", sagte der ruhige Erfolgstrainer. Er kann Werder zum achten Mal ins Pokal-Endspiel führen und dabei den vierten Finalsieg schaffen. Zuletzt waren die Bremer 1999 in Berlin über den FC Bayern München erfolgreich.

Schaaf reagiert gelassen auf Magaths Kampfasage

Auf die Verbalattacken aus Stuttgart reagierte Schaaf mürrisch und mit Unverständnis. "Nee, auf so einen Kram habe ich keine Lust. Das bringt nichts", sagte der Nachfolger von Magath als Werder-Coach. Magath hatte nach dem 2:0-Sieg gegen TSV 1860 München provoziert: "Wer soll Meister werden, wenn nicht wir. Werder wird noch sein Tief erleben."

Während die Bremer lediglich auf den gesperrten Ümit Davala verzichten müssen und somit fast in stärkster Besetzung antreten können, plagen den VfB Lübeck erhebliche Personal-Sorgen. Jens Scharping, Martin Groth und Holger Hasse laborieren noch an einer Grippe. Daniel Bärwolf und Heiko Petersen fehlen wegen Verletzungen. "Das macht die Sache nicht einfacher", klagte Hecking. Die Mannschaft hat beim Vorstand keine Prämie für das Verbleiben im Pokal-Wettbewerb ausgelobt. "Das regelt der Verein hinterher", meinte der VfB-Coach.

VfB Lübeck freut sich auf "das Spiel der Vereinsgeschichte"

Für VfB-Coach Dieter Hecking wird dieses Halbfinale das "Spiel der Vereinsgeschichte". "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie für drei Tage die Zweitliga-Akte schließen. Sie sollen sich auf diese Auseinandersetzung freuen und von einer Sensation träumen", meinte am Montag der Ex-Profi. Rund 10 000 VfB-Anhänger im fast ausverkauften Weserstadion hoffen wie der Trainer auf die klitzekleine Chance und auf das "Wunder an der Weser".

DPA DPA

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