DFB-Pokalhalbfinale Werder zittert sich nach Berlin


Zweitligist VfB Lübeck war nach einer Klasseleistung der Pokalsensation ganz nah: Erst durch zwei späte Tore in der Verlängerung gelang dem taumelnden SV Werder ein 3:2-Sieg und damit der achte Einzug ins Pokalfinale.

Werder Bremen hat sich ins Pokalfinale gezittert und darf nach einem Kraftakt weiter vom Double träumen. Beim mühevollen 3:2 (1:1, 0:1) in der Verlängerung im Halbfinale über Zweitligist VfB Lübeck war der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga am Dienstagabend am Rande einer Niederlage. Der Meisterschaftsfavorit lief vor 38 700 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion nach einem Eigentor von Mladen Krstajic (11.) zwei Mal einem Rückstand hinterher. Johan Micoud gelang in der 54. Minute der Ausgleich. Ferydoon Zandi brachte den VfB in der 94. Minute erneut in Führung, doch Ailton (111.) und der eingewechselte Nelson Valdez (114.) ließen Werder doch noch jubeln.

Sensationelle Leistung des VfB Lübeck

Der abstiegsgefährdete Zweitligist aus Lübeck spielte im Weserstadion munter auf - und kämpfte bis zum Umfallen. Von einem Klassenunterschied war nichts zu sehen. Die erste Chance gehörte dennoch Werder, doch Ailton setzte den Ball nach drei Minuten neben das Lübecker Gehäuse. In der elften Spielminute dann die kalte Dusche für Werder: Krstajic will nach einem Eckball des Lübeckers Jens Scharping retten - und lenkt den Ball mit dem Kopf ins eigene Tor. 1:0 für den VfB.

Die 10 000 Fans, die ihren VfB am größten Tag der Vereinsgeschichte nach Bremen begleitet hatten, waren völlig aus dem Häuschen. Timo Achenbach verpasste sechs Minuten später nur knapp das mögliche 2:0 für die Lübecker. Werder war verunsichert, der große Außenseiter erkannte seine Chance - und setzte auf Offensive.

Die Bremer taten sich schwer gegen die gut gestaffelte VfB-Abwehr, die den Gegner immer wieder geschickt in die Abseitsfalle laufen ließ. Werder-Trainer Thomas Schaaf wurde von Minute zu Minute nervöser, eilte immer wieder gestikulierend an die Seitenlinie.

Offner Schlagabtausch begeisterte Fußballfans

Erst vom Wiederanpfiff griff Werder mit Macht an, wollte es wissen. Johan Micoud gelang in der 54. Minute der Ausgleich. Die Lübecker sahen sich einem Bremer Powerplay ausgesetzt, blieben bei ihren Kontern aber gefährlich. In der 70. Minute vergab Achenbach eine Riesenchance zur erneuten VfB-Führung.

Die Lübecker blieben weiter im Spiel. Glück hatten sie, als Ailton in der Schlussphase gleich drei dicke Möglichkeiten nicht verwerten konnte: In der 81. Minute geht der Ball am Tor vorbei, Sekunden später klärt VfB-Torwart Maik Wilde, in der 89. Minute trifft Ailton nur die Latte. Dann erneut die kalte Dusche, als Zandi den VfB in der 4. Minute der Verlängerung erneut in Führung brachte. Die Sensation schien nahe, doch Ailton und Valdez erhielten Bremens Hoffnung auf das Double.

Werder Gegner für das Finale am 29. Mai in Berlin ermitteln an diesem Mittwoch Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach. Werder, zum achten Mal im Endspiel und bislang drei Mal Pokalsieger, gewann zuletzt 1999 gegen den FC Bayern München.

Hans-Joachim Zwingmann/ DPA DPA

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