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Bundesliga im stern-Check Die Bayern schlecht wie lange nicht, ein unglaublicher Fehlschuss und E.T‘s-Finger

Thomas Müller und David Alaba sind nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach reichlich bedient
Thomas Müller und David Alaba sind nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach reichlich bedient
© Frederic Scheidemann / Bongarts / Getty Images
Verkehrte Verhältnisse in der Bundesliga: Der FC Bayern München verliert das wichtige Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach, weil er von seinen Problemen eingeholt wird. Die Mannschaft der Stunde bleibt Gladbach.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 14. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Der Aufreger des Spieltages

Es war die Szene des Spieltages: In der Nachspielzeit gegen Borussia Mönchengladbach rauschte Bayern-Verteidiger Javier Martinez heran wie ein Herbstturm und traf Ball und Marcus Thuram im Strafraum derart plump, dass Schiedsrichter Marco Fritz nichts anderes übrig blieb, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Die ungeschickte Aktion bescherte Gladbach einen Strafstoß in der Nachspielzeit und den Sieg im Spitzenspiel. Joshua Kimmich fluchte wie wild Richtung Martinez und der Spanier wusste genau, was er angerichtet hatte. Er sah die gelb-rote Karte und stapfte vom Platz. Es war eine Szene, die zum Spiel der Bayern passte: Viel Engagement, alles irgendwie ungeschickt angestellt.

Gewinner des Spieltages

Vom Aufreger des Spieltages ist der Weg nicht weit zum Gewinner. Borussia Mönchengladbach steht seit acht Wochen durchgehend an der Tabellenspitze. Trainer Marco Rose hat die Fohlen entfesselt, könnte man sagen. Das Wort Meisterschaft ist kein Tabu mehr. Die Haltung ist eher: "Man glaubt nicht wirklich daran, aber wenn es so kommt, ist das auch kein Problem." Das wirkt nicht ganz so verkrampft wie beim BVB in der vergangenen Saison. Die führten nach dem 14. Spieltag die Tabelle mit einem noch größeren Vorsprung an, vermieden das Wort Meisterschaft aber wie der Teufel das Weihwasser.

Verlierer des Spieltages

Die Niederlage gegen Gladbach ist für die Bayern eine Katastrophe. Statt den Rückstand auf einen Punkt zu verkürzen, haben sie jetzt sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer und stehen noch nicht einmal auf einen Europa-League-Platz. Die anfängliche Euphorie über Trainer Hansi Flick ist verflogen. Aber wie geht es weiter an der Säbener Straße? Man kann sich vorstellen, wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Schweißperlen auf der Stirn stehen und er versucht, die Trainerfrage zu lösen. Weiter auf Flick setzen? Oder zum Winter den "Toptrainer" verpflichten? Bleibt die Frage wen? Thomas Tuchel? Wir warten ab und gewöhnen uns unterdessen an das ungewohnte Tabellenbild und hoffen, dass nach sieben Meisterschaften endlich mal ein anderes Team an der Reihe ist.

+++ Lesen Sie hier die Analyse zum Spiel zwischen Gladbach und Bayern +++

Nationalspieler Joshua Kimmich trägt sein Trikot lieber in der Hose.

Dieses (Nicht)-Tor sollten Sie (noch) mal sehen

Wir sind heute mal gemein. Statt eines Tores geht es diesmal um eine vergebene Torchance. Die war aber so unglaublich, dass wir an sie erinnern wollen. Der Pechvogel hieß Marco Richter, seines Zeichens Angreifer des FC Augsburg. Gegen Mainz vollbrachte er das Kunststück, aus gut sieben Metern am leeren Tor vorbeizuschießen – es war eine Nummer, die üblicherweise eher in der Kreisklasse vorkommt. Richter wusste, was er sich da geleistet hatte. Aber zu seinen Gunsten sei erwähnt: Richter ließ sich nicht beirren. Er erzielte noch ein Tor (zum 1:1-Ausgleich). Am Ende gewann Augsburg 2:1 gegen die Mainzer und Richters Fehlschuss wird auf der Weihnachtsfeier der Augsburger für viele Schenkelklopfer sorgen. Da muss der Mann durch.

Bild des Tages

Yann Sommer kratzt den Ball mit dem Mittelfinger von der Linie
Was für eine Rettungstat! Dem Gladbacher Keeper Sommer war ein Schuss von Joshua Kimmich durch die Beine gerutscht. Doch er drehte sich katzenartig und kratzte den Ball mit dem Mittelfinger von der Linie bzw. verhinderte denkbar knapp, dass der Ball die Torlinie voll umfänglich überrollte. "Wir haben gescherzt, dass es aussah wie bei E.T., als der lange Finger rausgeschnippt ist. Das war schon skurril", sagte Trainer Marco Rose nach dem Spiel.
© Lars Baron / Bongarts / Getty Images

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