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Fußball-Bundesliga: "So darf es nicht weitergehen": Dieter Hecking hält Brandrede über den Umgang mit Trainern

Es war seine letzte Pressekonferenz als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Dieter Hecking nutzte diesen Anlass zu einem Rundumschlag über den Umgang mit seinem Berufsstand.

Dieter Hecking

Der scheidende Trainer von Borussia Mönchengladbach, Dieter Hecking 

DPA

Es kommt nicht oft vor, dass sich Trainer nach einem Fußballspiel zu Fragen äußern, die über die zurückliegenden 90 Minuten hinausgehen. Das war am Samstag anders. Dieter Hecking nutzte die Pressekonferenz nach dem Saisonfinale zu einer Generalabrechnung mit dem Umgang mit der Trainerzunft im deutschen Fußball. Hecking selbst ist davon betroffen - er scheidet bei Borussia Mönchengladbach aus, obwohl er den Club in die Europa League geführt hat.

Bei seinem Rundumschlag wollte er sich selbst aber ausdrücklich ausgenommen wissen, schließlich verlief die Rückrunde für seinen Verein enttäuschend. Vielmehr geht es Hecking um die jüngste Häufung von Trainern, die trotz Erfolgs entlassen wurden. Der 54-Jährige nennt drei aktuelle Beispiele. In der 4. Liga hat Viktoria Köln am 33. Spieltag den Trainer entlassen, obwohl der Verein Tabellenerster ist. In der 2. Liga ist Markus Anfang souverän Meister geworden – und wird gefeuert. Und bei Meister Bayern München wird Niko Kovac infrage gestellt, obwohl er kurz davor steht, das Double zu holen.

Dieter Hecking kritisiert den Umgang mit Trainern

Für Hecking eine nicht hinnehmbare Entwicklung: "Diese drei Beispiele zeigen doch, wir Trainer können zuhause blieben. Uns braucht keiner." Dass man selbst im Erfolgsfall damit rechnen müsse, gefeuert zu werden, sei eine neue Situation, die den Trainern nicht guttue. In der ersten Liga habe es aktuell 15 Trainerwechsel gegeben. Acht während der Spielzeit, sieben zum Ende der Saison.

Das gehe schon seit Jahren so. Für Hecking ergeben sich daraus langfristig Probleme für den deutschen Fußball: "Wenn das so weitergeht, dann fragt man sich das nächste Mal: Wo sind die Trainer, die kontinuierlich Erfolg haben? Sie können keinen Erfolg haben, wenn man schon im Erfolgsfall entlassen wird." Dann werde wieder die Diskussion kommen, ob die deutschen Trainer zu schlecht seien.

Heckings klare Meinung: "Die Trainer sind gut." Für die Zukunft sieht er dennoch schwarz. Er sei sehr skeptisch, wie die nächsten Jahre aussehen werden, sagte der scheidende Borussia-Trainer. Nur eines sei klar: "So darf es auf keinen Fall weitergehen."

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