Ein Jahr WM Die Party geht weiter


Deutschland bleibt im WM-Rausch: Das Achtelfinale gegen die starken Schweden steht an, in der Münchner Allianz Arena ist es tropisch heiß - vor einem Jahr machen Poldi und Klose kurzen Prozess mit den Skandinaviern.

Die Hitze stand immer noch in der Münchner Allianz Arena, lange vor Spielschluss feierten die deutschen Anhänger ihr Team mit Sprechchören: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin". Die Schweden standen mit zehn Mann auf dem Platz und sie wussten: Das Spiel gegen die bärenstarken Deutschen war bereits nach 12 Minuten entschieden gewesen.

Was war passiert? Vielleicht kann man es so ausdrücken: Eine schwarz-weiße Lawine war auf die in allen Belangen überforderten Schweden hernieder gestürzt, hatte sie mitgerissen und unter sich begraben. Allen voran Lukas Podolski und Miro Klose spielten nahezu perfekt zusammen, Klose diesmal als Vorbereiter, Poldi als Vollstrecker. Nach vier Minuten führten die Deutschen bereits mit 1:0. Klose war mit einer Weltklasse-Aktion in den schwedischen Strafraum gezogen, und nach einem Zweikampf mit Torwart Andreas Isaksson zu Fall gekommen. Podolski schaltete am schnellsten und staubte ab. In der zwölften Minute sah es wie folgt aus: Podolski, Klose, Podolski - Tor. Spätestens als der schwedische Abwehrspieler Teddy Lucic in der 35. Minute mit Gelb-Rot vom Platz flog, waren die Schweden erledigt. In ihren Reihen standen immerhin Weltklassespieler wie Hendrik Larsson, der in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter in den Münchner Himmel donnerte, Zlatan Ibrahimovic und Freddy Ljungberg.

Eine neuer Traumsturm geboren

Tempo und Leidenschaft wurden der Mannschaft bescheinigt, Beckenbauer hatte "die Mannschaft selten so stark gesehen wie in der ersten Halbzeit". Bundestrainer Jürgen Klinsmann schwelgte in den höchsten Tönen von seinem Team: "Es ist fantastisch, was diese Mannschaft veranstaltet". Und vor allem: ein neuer Traumsturm war geboren. Klose und Poldi ließen sehnsüchtige Erinnerungen an Klinsmann und Völler aufkommen, als der letzte WM-Titel errungen wurde. Klose wurde endgültig mit dem Etikett "weltklasse" versehen.

Aber was machten eigentlich die anderen? Langsam trennte sich die Spreu vom Weizen: Neben Deutschland zogen die meisten WM-Favoriten in das Viertelfinale ein. Nur Spanien musste sich den immer stärker werdenden Franzosen geschlagen gegeben, Weltmeister Brasilien und die ebenfalls hoch gehandelten Engländer quälten sich ohne Glanz weiter. Top-Favorit Argentinien musste gegen starke Mexikaner lange zittern, die Ukraine schlug die Schweiz, Italien mogelte sich schlitzohrig mit einem geschundenen Elfmeter gegen Australien weiter (Gattuso: "Ein Elfmeterchen") und es gab das brutalste WM-Spiel aller Zeiten, wenn man die Anzahl der Karten zum Maßstab nimmt: Im Spiel Portugal gegen Holland zeigte der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow vier Mal Gelb-Rot und weitere acht gelbe Karten. In einer wahren Fußball-Schlacht zerstörte Portugal den holländischen WM-Traum.

Hupkonzerte, Gesänge und Feiern

Die Situation für das DFB-Team beschrieb stern.de-Experte Thomas Strunz in seiner Kolumne so: "Wie erwartet wird Argentinien der nächste Gegner sein; auf jeden Fall feiert die Nation wieder eine große Party. Mit Hupkonzerten, Gesängen und Feiern wird die Nacht zum Tag gemacht werden. Und eines steht fest. Die Party geht weiter. Nur noch sechs mal schlafen, dann ist Viertelfinale. Zum Glück."

tis

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