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EM 2012: Die Top Fünf der besten Mittelfeldspieler der EM 2012

Anders als die Bayern-Spieler kommt Mesut Özil zufrieden und mit viel Selbstbewusstsein zur Nationalmannschaft. Nach dem "bisher größten Titel" seiner Karriere mit Real Madrid könnte die EM das Turnier des deutschen Spielmachers werden. Özil führt die Liste der besten Mittelfeldspieler Europas an.

Der moderne Fußball wird gerne im 4-2-3-1-System gespielt, bei 16 EM-Teilnehmern kommen da weit über 70 Stammspieler im Mittelfeld zusammen. Da ist es natürlich schwer, fünf Spieler auszuwählen und hervorzuheben. Wir glauben aber, dieses Quintett hat eine besondere Qualität und kann der EM den Stempel aufdrücken.

Mit Luka Modric ist nur ein Spieler dabei, der nicht zum Favoritenkreis gezählt wird, die anderen wollen ihr Team zum Titel führen. Wie bei den Torhütern und den Abwehrspielern ist auch wieder ein deutscher Spieler dabei.

5. Luka Modric (Kroatien/Tottenham)

Luka Modric könnte zu einem der begehrtesten Spieler des Sommers werden. Nachdem der FC Chelsea schon im vergangenen Sommer offensiv um die Dienste des Kroaten gebuhlt hatte, Tottenham trotz eines angeblichen Angebots in Höhe von 50 Millionen Euro aber sperrte, könnten die Spurs nach dem Verpassen der Champions League Gesprächsbereitschaft zeigen.

Modric gilt in der Premier League als moderner Spielmacher, der ein Spiel gut lesen und lenken kann, dabei aber auch selbst torgefährlich wird. Chelsea will das Angebot für Modric erneuern, nach dem Triumph in München soll ein neues Team aufgebaut werden und Modric gilt als Schlüsselspieler.

Allerdings stehen die Blues nicht mehr alleine vor dem Schaufenster an der White Hart Lane. Manchester City soll auch Interesse haben und Real Madrid sucht nach Verstärkungen für die Offensive. Modric selbst will sich aber erst nach der EM entscheiden, in den Gruppenspielen gegen Spanien und Italien könnte er seinen Marktwert weiter steigern. "Ich werde entscheiden, wo ich meine Karriere fortsetzen will. Ich bin bereit für die großen Herausforderungen", sagte Modric im Daily Mirror.

4. Andres Iniesta (Spanien/Real Madrid)

Spaniens Nationalmannschaft will bei der EM in Polen und der Ukraine Geschichte schreiben. Noch nie konnte ein Team den Europameister-Titel verteidigen, ein Novum wäre auch der Gewinn von drei großen Titeln in Folge. Als Topfavorit gehen die Spanier ohnehin ins Turnier, allerdings kämpft das Team von Trainer Vicente del Bosque mit einigen Problemen:

Abwehrchef Carles Puyol fehlt verletzt, Rekordtorschütze David Villa wird ebenfalls nicht rechtzeitig fit und Stratege Xavi hat eine durchwachsene Saison mit ständigen Schmerzen im lädierten Knie hinter sich. Während es im Sturm durchaus zu Problemen kommen könnte, ist das Angebot im Mittelfeld wesentlich größer. Eine Schlüsselrolle soll dabei Andres Iniesta übernehmen, der mit dem FC Barcelona zunächst aber noch das spanische Pokalfinale gegen Athletic Bilbao (Freitag live) spielen muss.

Iniesta führt die Armada von spielstarken Mittelfeldspielern an, die nun auch vermehrt in der Pflicht sein werden, selbst den Abschluss zu suchen. Iniesta bewies dabei in der Vergangenheit, vor allem in wichtigen Spielen zur Stelle sein zu können.

3. Andrea Pirlo (Italien/Juventus Turin)

Es gab nicht nur Zustimmung, als Juventus Turin vor der Saison den mittlerweile 33-jährigen Andrea Pirlo verpflichtete. Nicht mehr gut genug für den AC Mailand, aber als Schlüsselspieler bei der Alten Dame eingeplant? Der neue Trainer Antonio Conte bewies aber den richtigen Riecher, mit Pirlo bekam Juves Spiel den entscheidenden Kick.

Pirlo profitierte von den lauf- und zweikampfstarken Mitspielern neben sich. Arturo Vidal und Claudio Marchisio nahmen ihm viele unangenehme Dinge ab und so konnte sich Pirlo auf das konzentrieren, was er wie kaum ein anderer in der Serie A kann. Er zieht die Fäden, nimmt Abwehrreihen auseinander, legt Tore auf, ist mannschaftsdienlich und schießt erstklassige Standards. Wenn Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli ähnliche Mitstreiter findet, wie Conte bei Juventus, kann Pirlo auch bei der EM ganz groß auftrumpfen.

2. Xabi Alonso (Spanien/Real Madrid)

Er gehört zu den stillen Lenkern im Hintergrund, aber ohne Xabi Alonso wäre Spanien wohl nicht Welt- und Europameister geworden, auch Real Madrid profitierte in der abgelaufenen Saison von den strategischen Fähigkeiten des defensiven Mittelfeldspielers. Die Schlagzeilen gehören oft anderen Spielern, aber das ist Alonso durchaus recht.

Vor dem Turnier in Polen und der Ukraine hat sich Alonso nun aber doch zu Wort gemeldet und in einem Interview mit dem Magazin GQ klargestellt, wie schwer die Mission Titelverteidigung sein wird. "Es wird immer schwerer, weiter zu gewinnen. Wir haben ein gutes Team und auch die nötige Erfahrung, aber es gibt einige Teams, die auch gut vorbereitet sind. Wir müssen perfekt sein, um den Titel zu gewinnen."

Mögliche Konflikte zwischen den Spielern des FC Barcelona und seines Clubs Real Madrid hält Alonso trotz der Streitigkeiten in der spanischen Meisterschaft in den vergangenen zwei Jahren dagegen für ausgeschlossen. "Das ist etwas völlig anderes", sagte Alonso in dem Interview. "Wenn wir mit dem Nationalteam unterwegs sind, ist völlig egal, wie die Saison ausgegangen ist."

1. Mesut Özil (Deutschland/Real Madrid)

Der größte Konkurrent für den spanischen Titelverteidiger dürfte die deutsche Mannschaft sein. In beiden Teams gelten die Mittelfeld-Achsen als die Prunkstücke im Kader. Sollte Deutschland tatsächlich erstmals seit 1996 wieder einen Titel gewinnen, dürfte der zum Führungsspieler gereifte Mesut Özil ein ernsthafter Kandidat auf den Titel Weltfußballer des Jahres sein.

Seit der WM 2010 spielt Özil bei Real Madrid und in diesen beiden Jahren hat sich der Ex-Bremer exzellent entwickelt. Früh hat sich Özil mit seiner filigranen Art in die Herzen der Madrid-Fans gespielt, Özil ist jederzeit in der Lage, mit einer Körpertäuschung, mit einem Pass oder mit einer direkten Weiterleitung für die entscheidende Aktion zu sorgen. Mit 20 Assists avancierte Özil zum besten Vorlagengeber der Primera División.

Im DFB-Team gilt Özil als einer der wenigen Spieler, die Bundestrainer Joachim Löw nicht adäquat ersetzen kann, auch wenn Mario Götze ähnliche Qualitäten mitbringt. Noch mehr als bei Real Madrid ist Özil in der Nationalmannschaft das Schwungrad der Offensive, mit einem Özil in Topform ist der Titel möglich.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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