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Zukunft der Fußball-Europameisterschaft: Platini baut sich seine EM

Uefa-Präsident Michel Platini gibt sich gern als Mann großer Ideen. Erst die Aufstockung auf 24 Teams zur nächsten EM, jetzt der Vorschlag, das Turnier in ganz Europa auszutragen. Was steckt dahinter?

Von Tim Schulze

Die Fußball-Europameisterschaft ist mit einem wahrhaft historischen Finale zu Ende gegangen. Die Spanier verliehen dem Turnier am Ende den Zauber, das gewisse Etwas, das ihm bis dahin fehlte. Nicht wenige sprachen nach dem Finale von Kiew von der Vollendung des Fußballs durch die spanische Nationalelf, die Italien mit 4:0 abgefertigte und das Titel-Triple schaffte. Einen Zauber ganz anderer Art fabrizierte am Abend vor dem Endspiel Uefa-Präsident Michel Platini auf der Bilanz-Pressekonferenz. Da überraschte der Franzose die Öffentlichkeit mit einem Vorschlag, der sensationell anmutet: Er könne sich "die Euro 2020 in ganz Europa vorstellen. Man könnte in 12 oder 13 Städten in ganz Europa spielen", ließ Platini die versammelten Journalisten an seinen verwegenen Gedankenspielen teilhaben. Zugleich betonte er: "Es ist nur eine Idee, aber mir gefällt dieser Gedanke."

Der Vorschlag löste nicht nur bei den anwesenden Journalisten, sondern europaweit großes Erstaunen aus. War es nur ein Budenzauber für die Presse, um von anderen Problemen abzulenken, oder ein ernstgemeinter Reformgedanke, um auch im Fußball die europäische Integration voranzutreiben? Was wird in Zukunft aus einem Turnier, das 1960 zum ersten Mal ausgetragen wurde und seitdem viele Veränderungen erfahren hat? Die nächste Änderung steht in vier Jahren zur EM in Frankreich an: Die Teilnehmerzahl wird auf 24 Teams aufgestockt. Fast halb Europa ist dann dabei, denn die Uefa hat 53 Landesverbände. Auch diese Idee stammte von Platini, der Frankreich 1984 zum EM-Titel führte und mit neun Treffern immer noch die ewige Torjägerliste des Turniers anführt.

Platini, Präsident von Osteuropas Gnaden

Der Uefa-Präsident hat offensichtlich ein großes Sendungsbewusstsein und will den Kontinent über den Fußball noch näher zusammenrücken lassen. So jedenfalls will er gesehen werden. Platini versteht es, sich als Vertreter der europäischen Solidarität und der kleinen Landesverbände zu inszenieren. Die Aufstockung des Turniers auf 24 Mannschaften verwässert zwar den sportlichen Charakter, der gerade die EM auszeichnet. Sie bläht außerdem den ohnehin prall gefüllten Terminkalender der Profis noch mehr auf. Doch Platini verweist darauf, dass die sogenannten kleinen Verbände eine Chance erhalten sollen, an der finanziell und sportlich lukrativen EM teilzunehmen, von der sie regelmäßig bis auf wenige Ausnahmen ausgeschlossen sind.

Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Auch die Uefa profitiert von steigenden Einnahmen. Außerdem darf man in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass es die Stimmen der kleinen osteuropäischen Verbände waren, die dem Franzosen 2007 zum Sieg bei der Präsidentenwahl verhalfen. Kurze Zeit später wurde die EM 2012 an Polen und die Ukraine vergeben. Eine Hand wäscht die andere, auf welche Art auch immer.

Uefa hält nichts von Bewerbern für die EM 2020

Der Franzose hat mit der Aufstockung außerdem gleich die besten Argumente für die Idee eines gesamteuropäischen Turniers geschaffen. Man könnte auch sagen: Eine Idee ergibt zwingend die nächste. Eine EM organisatorisch zu stemmen, ist ein Kraftakt. Die Ukraine ist an der Aufgabe als Co-Gastgeber von 16 Teams fast gescheitert. Der nächste Ausrichter Frankreich wird damit keine Probleme haben. Aber was ist 2020? Da haben sich unter anderem Aserbaidschan/Georgien und Wales/Irland/Schottland beworben. Es ist kein Geheimnis, dass die Uefa von beiden Bewerbern nicht viel hält. Noch einen Wackelkandidaten wie die Ukraine will sich die Uefa nicht leisten. Denn mit der Türkei droht der dritte Kandidat wegzufallen, weil sich die größte türkische Stadt Istanbul für die Austragung der Olympischen Spiele beworben hat. Der Metropole am Bosporus werden gute Chancen auf den Zuschlag eingeräumt; EM und Olympia schließen sich aus terminlichen Gründen aber aus. Auch das gehört zur Wahrheit hinter Platinis Idee.

Und da passt sein Vorschlag wie die Faust aufs Auge: Verteilen wir die Austragung über den gesamten Kontinent – das Organisationsproblem ist elegant gelöst und Fußball-Europa wächst zusammen. Auf die Frage nach den großen Entfernungen zwischen den Spielorten und den Reiseproblemen der Fans hatte Platini eine Antwort parat: "Es gibt Billig-Airlines, das ist doch heute kein Problem mehr." Als würden die Anhänger immer lustig kreuz und quer über den Kontinent düsen, um ihre Mannschaft im Madrid oder Moskau zu unterstützen. Schon die weiten Wege in Polen und der Ukraine hatten oft zur Folge, dass die Stadien nicht vollbesetzt waren, weil Fans die weiten Wege scheuten.

Zurück zu den Anfängen

Die Entscheidung über die künftigen Austragungsorte fällt erst im nächsten Jahr. Bis dahin ist noch viel Zeit für Diskussionen und neue Vorschläge. Nimmt die Uefa Platinis Vorschlag an, wäre das europäische Fußball-Turnier fast wieder da, wo es begann: Als die EM 1960 in Frankreich zum ersten Mal ausgetragen wurde, nahmen lediglich vier Teams an der Endrunde teil. Zuvor hatten 17 Mannschaften in einer K.o.-Runde mit Hin- und Rückspielen über zwei Jahre die Qualifikation ausgespielt. So gesehen wurde die EM damals schon in ganz Europa ausgetragen - übrigens bis 1980, als in Italien erstmals ein Endturnier mit acht Mannschaften stattfand. Platinis Vorschlag ist also eher eine Rückkehr zu den Wurzeln als eine echte Zukunftsvision. Die einzige wahre Vision vom Fußball der Zukunft haben nur die Spanier. Sie war im Finale von Kiew schon zu sehen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(