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EM 2016 in Frankreich: Und plötzlich macht halb Europa mit

Alles ist neu: Bei der EM-Endrunde 2016 sind viel mehr Mannschaften als bisher dabei. Auch auf die Qualifikation hat das Auswirkungen. Wer kommt wann wie weiter? Und warum wurde es überhaupt geändert?

Nun ist es also soweit: Deutschland ist gegen Schottland in die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft gestartet - und muss sich in den kommenden zwei Jahren auf einige Veränderungen einstellen. Das Teilnehmerfeld für die Endrunde wurde aufgestockt und das gesamte Turnier reformiert. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Qualifikation. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Wie viele Mannschaften qualifizieren sich für die EM-Endrunde?

Auf Initiative von Uefa-Präsident Michel Platini werden erstmals 24 Nationen dabei sein. Bei der ersten klassischen Endrunde 1976 in Jugoslawien waren es noch vier. 1980 in Italien wurde das Feld auf acht Mannschaften erweitert, seit 1996 in England waren es 16.

Wie wurde die Reform aufgenommen?

Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete die Aufstockung als fragwürdig. "Der sportliche Wert einzelner Spiele, aber auch des gesamten Wettbewerbs sinkt", kritisierte er. Teammanager Oliver Bierhoff mahnte, man dürfe "den Fußball nicht beliebig werden lassen". Selbst der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, räumte ein: "Die Qualifikation verliert etwas von ihrer Spannung und ihrem Charme." Uefa-Boss Michel Platini zeigte sich davon unbeeindruckt. "Wem der Modus nicht gefällt, der muss nicht mitspielen. Eine überwältigend große Mehrheit aller Mitgliedsverbände war für diese Änderung. So funktioniert Demokratie", sagte er.

Wer kommt zur EM?

Gastgeber Frankreich ist gesetzt. Die übrigen 53 Teilnehmer wurden in neun Gruppen - acht mit jeweils sechs Mannschaften und eine mit fünf Teams - gelost. Die ersten Zwei jeder Gruppe und der beste Gruppendritte sind direkt qualifiziert. Die anderen acht Gruppendritten spielen in den Playoffs mit Hin- und Rückspiel die restlichen vier Endrundenplätze aus.

Wann wird in der Qualifikation gespielt?

Die Qualifikationsspiele werden erstmals durch die Uefa zentral vermarktet und in einer "Woche des Fußballs" ausgetragen. Ein Spieltag umfasst immer drei Kalendertage. An jedem Tag finden acht bis zehn Partien statt. Die Doppelspieltage sind von Donnerstag bis Dienstag terminiert. Ein Team spielt dann donnerstags und sonntags, freitags und montags oder samstags und dienstags. An Einzelspieltagen wurden die Begegnungen durch die Uefa entweder von Sonntag bis Dienstag oder von Freitag bis Sonntag angesetzt.

Warum wurde der Spielplan reformiert?

Damit wird erreicht, dass mindestens ein Drittel aller Spiele an einem Wochenende ausgetragen werden. "Fans bekommen die Möglichkeit, mehr Länderspiele im Stadion oder am TV zu verfolgen, als je zuvor", sagt Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino. "TV-Sender bekommen mehr Spiele und mehr Sendezeit. Nationalverbände erhalten einen einheitlichen Zeitplan und konstante Einnahmen."

Was ist noch neu?

Die Uefa hat zum ersten Mal auch Testspiele für den EM-Gastgeber festgelegt. Frankreich trifft an jedem Qualifikationsspieltag auf die jeweils spielfreie Mannschaft aus der Fünfergruppe I. Zum Auftakt geht es gegen Serbien. Die Franzosen sind aber nicht nur Lückenfüller: Sie streichen pro Spiel auch die normale Vermarktungssumme von 4,2 Millionen Euro ein.

Eric Dobias/DPA / DPA

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