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Deutschland steht im Achtelfinale: Top im Packing, aber nur okay im Goaling

Deutschland schlägt Nordirland hochüberlegen 1:0 und steht als Gruppenerster im Achtelfinale. Löws Team spielt bärenstark, nur ganz vorne hapert es.

Mario Götze bei einer seiner zahlreichen Chancen gegen Nordirland

Mario Götze bei einer seiner zahlreichen Chancen gegen Nordirland

Am Ende war es ein knapper 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland im letzten Gruppenspiel der EM 2016. Für den Achtelfinal-Einzug reicht das natürlich dennoch locker. Weil Polen gegen die Ukraine nicht hoch genug gewinnt, ist Deutschland sogar als Gruppenerster weiter.

Bundestrainer Joachim Löw dürfte dennoch etwas gehadert haben mit dem Spiel gegen die Nordiren - schließlich hatte sein Team allerbeste Chancen auf weitere Tore. Thomas Müller, Mario Götze und Mario Gomez ließen beste Chancen liegen. Immer wieder spielten Özil, Kroos oder Kimmich perfekt in die Spitze - Mehmet Scholl wäre sicher stolz auf den Packing-Wert. Ein weiterer Treffer wollte allerdings nicht fallen.

Mario Gomez schießt DFB-Elf zum Sieg

Gomez schoss bereits in der 29. Minute vor 44.125 Zuschauern im Prinzenpark den 25. Sieg einer deutschen Mannschaft in der EM-Geschichte heraus. Doch weniger das Ergebnis als vielmehr die Spielweise dürften Löw zufrieden stimmen. Mehr Bewegung, mehr Durchschlagskraft und deutlich mehr Abschlüsse brachte die zuletzt kritisierte deutsche Mannschaft zustande. Einzig die Chancenverwertung blieb das große Manko, allein im ersten Durchgang vergaben Thomas Müller und Co. noch acht weitere hochkarätige Torchancen und hätten das Fernduell mit Polen schon nach 45 Minuten für sich entscheiden können.

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Torschütze Gomez und EM-Debütant Joshua Kimmich, die Löw neu ins Team gebracht hatte, gehörten zu den großen Gewinnern. Mit Gomez erhielt das deutsche Angriffsspiel deutlich mehr Torgefahr, verdienter Lohn war sein Tor. Letztmals hatte Gomez beim 2:1 gegen die Niederlande während der EM 2012 in einem Pflichtspiel getroffen. Und Kimmich, der den defensiveren Benedikt Höwedes als rechten Außenverteidiger ersetzte, leitete einige Angriffe ein und hinterließ einen starken Eindruck.

Deutlich formverbessert präsentierte sich auch Mesut Özil, der im dritten Spiel endlich in die Rolle des Spielmachers rückte und gegen die "ultra-defensiven" und total überforderten Nordiren einen großen Aktionsradius besaß. Pechvogel im deutschen Team war dagegen Müller, der in der ersten Halbzeit Pfosten (27.) und Latte (34.) traf und zudem zwei weitere hochkarätige Chancen ungenutzt ließ (8. und 23.). Damit wartet Müller, der bei zwei Weltmeisterschaften zehn Treffer erzielte, weiterhin auf sein erstes Tor bei einer EM-Endrunde.


feh / DPA
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