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"Adler"-Fluch Fünf Gründe, warum ter Stegen bei der Nationalelf nicht im Tor stehen darf

Marc-Andre ter Stegen schaut sich nach einem Ball um, der ihm durch die Beine gerutscht ist.
Da ist er wieder, der Adler-Fluch: Marc-André ter Stegen lässt den harmlosen Schuss eines Slowaken zum 1:3 durch Handschuh und Beine flutschen
© Alex Grimm/Bongarts/Getty Images
Marc-André ter Stegen: Er reifte in Gladbach zum Klassetorhüter, schlug Manuel Neuer in einer Saisonbilanz und gewann mit Barcelona die Champions League. Doch wehe, er zieht das Nationaltrikot an!

Die gute Nachricht vorweg: Marc-André ter Stegen wird bei der EM in Frankreich dabei sein - auch nach dem "Pitsch-Patsch-Patzer" zum 1:3 gegen die Slowakei. Nationalcoach Jogi Löw hat nur drei Torhüter nominiert, drei nimmt man normalerweise zu einem Turnier mit. Und warum sollte der Torwart des FC Barcelona, ein Champions-League-Sieger, auch nicht das Nationaltrikot tragen?

Die Antwort: Wenn jemand, wie Marc-André ter Stegen, ganz offensichtlich unter dem "Adler-Fluch" leidet. Wann immer der gebürtige Mönchengladbacher und Ex-Borusse das Trikot mit dem Bundesadler überstreift, verändert sich unmerklich etwas. "Nee, das ist Quatsch", sagte ter Stegen am Sonntag zwar, aber es passiert dann doch immer wieder etwas. Nur gut, dass es Manuel Neuer gibt, denn die folgenden Gegentore sind gute Gründe, ter Stegen nicht ins Tor zu stellen:

Deutschland - Slowakei 1:3 - Endergebnis: 1:3

So ein richtiges ter-Stegen-Länderspiel. Irgendwie läuft in der ganzen Mannschaft nix, dann der Dauerregen, unbespielbarer Platz nach 40 Minuten Unterbrechung. Der Barca-Keeper ist gerade im Spiel, der Schuss, der auf ihn zukommt, nicht der Rede wert - aber er flutscht ter Stegen trotzdem durch Arm und Bein. Danach redet wieder alles von ter Stegens Adler-Fluch. Wieso wohl?

USA - Deutschland 2:0 - Endergebnis: 4:3

Sowas wie die Mutter des Eigentores. Der Gegner macht keinen Druck. Der eigene Abwehrspieler spielt den Ball leicht und flach zurück - und Marc-André ter Stegen schafft es, sich die Kugel so unglücklich nach hinten und viel zu schnell vorzulegen, dass sie unerreichbar ins eigene Tor rollt. Auch nach mehrmaligem Hinsehen versteht man nicht ganz, wie er das gemacht hat. Zumindest in diesem Fall kann niemand behaupten, dass ihm das im Vereinstrikot nicht passiert wäre. Bei einem Bundesligaspiel mit Gladbach in Braunschweig hat er das Kunststück in etwa wiederholt.

Deutschland - Argentinien 0:1 - Endergebnis: 1:3

Okay, das ist ziemlich unfair. Das ist eindeutig ein Eigentor von Sami Khedira. Noch dazu abgefälscht von einem weiteren Teamkollegen. Trotzdem sieht ter Stegen auch in dieser Szene irgendwie unglücklich auf der Linie aus. Hätte er den nicht vielleicht doch ...? Mit nem guten Reflex ...? Wohl eher nicht. Aber ter Stegen scheint solche Situationen im Adler-Trikot anzuziehen. 

Schweiz - Deutschland 3:1 und 4:2 - Endergebnis: 5:3

Es war insgesamt kein Torhüterspiel - wie das Ergebnis zeigt. Ter Stegen hielt zu der Zeit bei Borussia Mönchengladbach alles, was auf seinen Kasten kam. Aber hier war fast alles, was auf seine Bude kam, drin. Besonders unglücklich - beim 1:3 schaufelte sich der Gladbacher den Ball ein bisschen selbst ins Gehäuse und beim 2:4 hatte er, bereit zum Fausten, den Ball schon so fest im Blick, dass ihm der Schweizer, der dann einköpfte, nicht aufgefallen war. Fünf Gegentore, kein guter Einstand für einen Nationalkeeper - und keine Nominierung für die EM 2012.

Höhepunkt: der Messi-Elfer

Marc-André ter Stegens Nationalspiel-Bilanz bisher: 6 Spiele - 1 Sieg - 1 Unentschieden - 4 Niederlagen 12:16 Tore. So gewinnt man keine Titel.

Aber wir wollen nicht unfair sein. Ter Stegen im Adler-Trikot - da war nicht alles schlecht. Mit weitem Abstand das Highlight in seiner Nationalmannschaftskarriere war ein Strafstoß im Spiel gegen Argentinien (1:3) am 5. August 2012. Eigentlich war's wieder ne ter-Stegen-Situation. Ron-Robert Zieler hatte die rote Karte gesehen und musste raus. Ter Stegen kam, Thomas Müller musste dafür weichen. Und es gab gleich Elfmeter. Der Schütze: Lionel Messi, der vielleicht sicherste Strafstoß-Schütze der Welt. Aber - ter Stegen hielt den Schuss! Es war das erste Mal, das Messi im Nationaltrikot vom Punkt nicht verwandeln konnte. Ein einsamer Moment zum Erinnern!


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