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Zum Start der EM 2021 Falsches Jahr, maue Mannschaft und Corona – diese EM kann schon vor dem Start nur besser werden

MBappe Benzema
Wenn die EM so läuft, wie viele es erwarten, dürften die beiden französischen Superstars Karim Benzema (l.) und Kylian Mbappe für die Highlights des Turnier sorgen.
© Franck Fife / AFP
Was fangen wir bloß mit dieser EM an? Für Jogis Jungs könnte es ein ziemlich kurzes Turnier werden. Und dann ist da immer noch Corona. Doch es kann ja alles noch gut werden.

Was ist an dieser Fußball-Europameisterschaft eigentlich nicht irgendwie verquer? Falsches Jahr, maue Mannschaft und natürlich das Virus, das nicht genannt werden sollte. So wenig Vorfreude auf eine EM war nie. Sie sagen: "EM? Welche EM?". Damit sind Sie vermutlich nicht allein. Das Gute daran: Dieses Turnier kann schon jetzt nur besser werden.

Die deutsche Mannschaft könnte dabei natürlich helfen. "Eigentlich sind sie ja gar nicht so schlecht", sagen viele. Aber eigentlich kriegen sie auch hinten immer einen rein und vorne eben nicht, so oft sie es auch versuchen. Und Lettland hat sich ja leider nicht qualifiziert.

Nicht mal mehr Losglück

Es passt wie die Faust aufs Auge, dass "die Mannschaft" sogar das Losglück verlassen hat. Gleich gegen den amtierenden Welt- und den amtierenden Europameister starten zu müssen, das ist mal 'ne Hausnummer. Aber: 2016 kam Portugal mit drei Unentschieden als Gruppendritter weiter und holte dann prompt den Pott. Das Reglement lässt sowas auch diesmal zu. Und da Jogi Löw auch schon gesagt hat, dass die Stimmung in der Truppe viel besser sei als vor dem WM-Desaster in Russland, und "wir" in der Vorrunde außerdem zuhause in München spielen, ist gefühlt doch alles drin. Na, bitte!

Wenn nicht noch Corona dazwischenfunkt. Das kann ja jederzeit passieren. Die  Niederländer beispielsweise müssen wegen des Virus' auf ihren langjährigen Stammkeeper Jasper Cillesen verzichten und die Spanier lassen jetzt flugs noch den ganzen Kader impfen, nachdem Sergio Busquets und Diego Llorente positiv getestet wurden und sofort das Teamcamp verlassen mussten.

EM 2021: Vom Superstar zum Superspreader?

Es war ja mal eine schöne Idee, so ein Euro-Turnier auf dem ganzen Kontinent auszutragen. Aber in Pandemie-Zeiten? Selbst wenn die Infektionszahlen sinken? Dublin hat  dankend verzichtet. In England hat die Delta-Variante aus Indien zuletzt Lockerungen unmöglich gemacht und in Ungarn waren die Stadien immer voll als wäre nichts gewesen (man erinnere sich an Champions-League-Spiele deutscher Teams). Könnte da so mancher Superstar zum Superspreader werden? Das hätte noch gefehlt. Nicht, dass am Ende noch ein "Corona-Meister" gekürt werden muss. Dreizehn gesunde Spieler muss man für ein EM-Spiel mindestens aufbieten können. Um einen alten Fußball-Kaiser zu zitieren: "Schau'n mer mal".

Apropos schauen: Sie brauchen nicht an Ihrem Kalender zu zweifeln. Wir schreiben das Jahr 2021 , die EM heißt aber trotzdem "Uefa Euro 2020". Warum? Weil wir uns schon lange kein Fußball-Turnier mehr anschauen, sondern ein Produkt. Und das heißt nun mal "Euro 2020", auch wenn es schon 2021 ist. Würden Sie den ganzen Merchandisingkram ändern oder wegschmeißen wollen? Na, also! Wie gesagt, es ist alles irgendwie verquer bei dieser EM. Aber wer weiß, vielleicht erweist sich das "am langen Ende", wie es im Fußballdeutschen heißt, gerade als Vorteil. Die "Euro 2020" hätte die deutsche Mannschaft sicher nicht gewonnen, die EM 2021 aber vielleicht doch. Es kann also nicht nur besser, sondern sogar gut werden.


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