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EM 2021 Nach russischer Beschwerde: Uefa fordert Ukraine auf, Trikots zu ändern

Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt das EM-Shirt der Ukraine
Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt das EM-Trikot der Ukraine mit dem Kragenaufdruck "Ehre den Helden!" Dieser soll laut Uefa nach Beschwerden Russlands entfernt werden.
© Pressedienst des ukrainischen Präsidenten / AFP
Der russische Protest gegen die Gestaltung der EM-Trikots der Ukraine hat bei der Uefa Gehör gefunden. Der europäische Fußballverband verlangt eine Änderung der Shirts. Allerdings nur in einem Detail.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat das in Russland umstrittene EM-Trikot der Ukraine weitgehend genehmigt; allerdings auch eine Änderung gefordert. Auf den gelb-blauen Hemden ist eine Silhouette des Landes dargestellt – inklusive der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Beide Länder befinden sich deshalb seit 2014 in einem militärischen Konflikt.

Von der Uefa hieß es dazu am Donnerstag: "In Anbetracht der Tatsache, dass die Resolution 68/262 der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die von den Mitgliedsstaaten weitgehend angenommen wurde, die territorialen Grenzen als grob durch das Design dargestellt anerkennt, verlangt die Uefa keine Änderungen dieses Designelements."

Ukraine: "Ehre unseren Helden" soll weg

Die neuen Trikots mit dem Schlachtruf "Ruhm der Ukraine!" waren am Sonntag auf Facebook vorgestellt worden. Auch dieser Ausspruch darf nach Angaben des europäischen Verbandes weiter auf dem Trikot stehen. Der Slogan könne "als allgemeiner und unpolitischer Ausdruck von allgemeiner nationaler Bedeutung angesehen werden", begründete die Uefa.

Anders sieht es beim am Kragen angebrachten Slogan "Ehre unseren Helden!" aus. Dieser wurde von der Uefa nach einer Prüfung als politisch eingestuft. Darum sei der Schriftzug für die bevorstehenden EM-Spiele zu entfernen. Politische Statements widersprechen dem Ausrüstungsreglement des Dachverbandes. Ukraine-Trainer Andrej Schewtschenko hatte das Thema bereits am Mittwoch relativiert: "Das Aussehen des Trikots wurde von der Uefa genehmigt. Ich sehe hier keine Meinungsverschiedenheiten."

Politiker liefern sich Wortduell auf Distanz

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte von einer "verzweifelten Kunstaktion" gesprochen, die den Spielern Kraft geben solle. Sie kritisierte zudem, dass durch die stilisierten Landesgrenzen auf dem Trikot "das ukrainische Territorium mit der russischen Krim verbunden" werde. Der russische Sportpolitiker Dmitri Swischtschjow hatte im staatlich kontrollierten TV-Sender RT unversöhnlich gefordert: "Dann sollen unsere Spieler in T-Shirts auf den Platz gehen, auf denen die Umrisse des russischen Reiches abgebildet sind, das Polen, die Ukraine und Finnland einschließt."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj posierte auf Instagram mit dem Shirt und konstatierte zufrieden: "Das neue Trikot der Fußballnationalmannschaft der Ukraine ist definitiv etwas Besonderes. Es weiß zu schockieren. Es zeigt gleich mehrere wichtige Symbole, die die Ukrainer von Lugansk bis Uschhorod, von Tschernihiw bis Sewastopol vereinen. Unser Land ist eins und unteilbar. Krim – das ist Ukraine."

Eine offizielle Stellungnahme des ukrainischen Fußballverbandes zur Aufforderung der Uefa steht noch aus. Die Mannschaften beider Länder können frühestens im Viertelfinale der EM aufeinander treffen.

dho DPA

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