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Deutschland gegen Ungarn Subtile Botschaften der DFB-Stars: So reagieren Löw, Hummels und Kroos auf das Regenbogen-Verbot der Uefa

Mats Hummels in einem bunten T-Shirt mit der Aufschrift "Love unites" bei einer Pressekonferenz
Buntes T-Shirt als Statement: "Ich bin sicher, dass auch kleine Zeichen und Gesten immer ein Schritt in die richtige Richtung sind"
© Screenshot / DFB
Kaum ein Spieler aus der Nationalmannschaft hat sich zur Entscheidung der Uefa geäußert, die Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions zu untersagen: von bunten T-Shirts, "gelebten Werten" und subtilen Podcast-Botschaften.

Die Uefa hat der Stadt München offiziell verboten, die Allianz-Arena beim dritten und letzten Vorrundenspiel der Nationalelf gegen Ungarn (Mittwoch, 21 Uhr live im ZDF) in Regenbogenfarben zu beleuchten. Angesichts der heftigen Reaktionen von Seiten der Fans, wirkten die Spieler selbst fast kleinlaut.

Hummels lässt sein Outfit sprechen

Abwehrchef Mats Hummels, der eigentlich für seine klare Kante bekannt ist, wählte seine Worte äußerst behutsam: "Es gibt seitens der Uefa Gründe, warum das nicht erlaubt wurde. Ich finde es aber gut, dass das generell ein Thema ist. Ich glaube sobald diese Themen öffentlich besprochen werden, ist das ein Erfolg", sagte er auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Ohnehin war Hummels' Outfit deutlich aussagekräftiger: Der 32-Jährige trug ein buntes T-Shirt mit der Aufschrift "Love unites" der Marke Adidas. Auf die Frage eines Journalisten, ob sein Outfit eine Botschaft sei, antwortete der BVB-Verteidiger: "Ich hatte bei der Anreise auch schon einen Pulli mit der Message an. Ich bin sicher, dass auch kleine Zeichen und Gesten immer ein Schritt in die richtige Richtung sind."

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Für kurze Irritationen sorgte Hummels jedoch, als er sagte, dass das kürzlich erfolgte Outing des ersten Footballprofis in der NFL "längst überflüssig" gewesen sei. Den Versprecher – er meinte offensichtlich "überfällig" – korrigierte der DFB-Pressesprecher vorsichtshalber gleich mehrfach.

Kroos-Brüder solidarisieren sich ohne Worte

"Ich hätte mich natürlich auch persönlich gefreut, wenn das Stadion in diesen Farben geleuchtet hätte", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Für ihn sei es auf der anderen Seite jedoch wichtig, dass in seinem Team "sportlich gesehen die Lichter nicht ausgehen". So bedeutsam die solche Symbole auch seien – für Löw sei es entscheidend, dass diese "Werte auch gelebt werden".

Auch Mittelfeld-Ingenieur Toni Kroos solidarisierte sich mit der Aktion – wenn auch ohne Worte. Für den Podcast "Einfach mal Luppen", den der Profi in Diensten von Real Madrid zusammen mit seinem Bruder Felix führt, stellten die Brüder ihr Logo auf Regenbogenfarben um.

Orbán sagt Reise zum EM-Spiel nach München ab

Die Uefa hatte den Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) abgelehnt. Sie sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die Uefa diese Anfrage ablehnen", teilte sie mit.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat an die deutsche Politik appelliert, das Verbot zu akzeptieren. "Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung", sagte Orban am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der Regierungschef seine geplante Reise nach München zum Vorrundenspiel abgesagt hat.

yks / mit dpa

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