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Europa League: Deutsche Clubs nehmen Viertelfinale ins Visier

In einer hitzigen Partie gegen den FC Valencia hat sich Werder Bremen im Achtelfinal-Hinspiel mit viel Glück ein Remis erkämpft. Der Hamburger SV schlug im eigenen Stadion den RSC Anderlecht klar und der VfL Wolfsburg erreichte beim russischen Meister Rubin Kasan ebenfalls ein Unentschieden - gute Ausgangspositionen für die Rückspiele.

Der Hamburger SV, der VfL Wolfsburg und Werder Bremen haben sich in den Achtelfinal-Hinspielen der Europa League gute Ausgangspositionen verschafft. Der HSV besiegte zu Hause den belgischen Club RSC Anderlecht mit 3:1. Der deutsche Meister aus Wolfsburg erkämpfte sich ein 1:1 (0:1) bei Rubin Kasan und Bremen spielte in einer hitzigen Partie in Valencia ebenfalls 1:1.

Dank eines umstrittenen Foulelfmeters beim FC Valencia, den Kaptitän Torsten Frings in der 24. Minute sicher verwandelte, hat Werder Bremen im Rückspiel gute Chancen, in das Viertelfinale in der Europa League einzuziehen. Im Hexenkessel des Mestalla-Stadions ließ sich Routinier Frings von den berechtigten Protesten der Spanier nicht beeindrucken und überwand Valencias Torhüter Cesar Sanchez mit einem trockenen Schuss. Schiedsrichter Martin Atkinson aus England wollte zuvor ein Foul an Claudio Pizarro gesehen haben. Selbst die Bremer waren überrascht, als der Unparteiische auf den Punkt zeigte.

Verdienter Ausgleich für Valencia


Für den verdienten Ausgleich sorgte Juan Manuel Mata, der in der 57. Minute den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. 120 Sekunden zuvor hatte Matas Teamkollege Ever Banega wegen einer angeblichen Tätlichkeit gegen Bremens Nationalspieler Marko Marin die Rote Karte gesehen. "Besonders in der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden in Überzahl verloren. Wir hätten aber noch das ein oder andere Tor mehr machen können", sagte Frings.

Nach einer starken Anfangsphase der Bremer mit Chancen durch Mesut Özil und Tim Borowski beruhigte sich die Partie ein wenig, ehe David Silva in der 20. Minute mit einem sehenswerten Solo in den Bremer Strafraum eindrang und erst in letzter Sekunde vom Bremer Innenverteidiger Naldo abgeblockt werden konnte. Nach der Führung entgingen die Gäste mehrfach nur mit Glück dem Ausgleichstreffer. So verpasste Alexis in der 31. Minute freistehend nur um Zentimeter. Nur 120 Sekunden später lenkte Wiese einen Distanzschuss von Banega an den Pfosten.

Wiese hielt glänzend


Nach dem Seitenwechsel setzte sich der Sturmlauf des viermaligen Europapokalgewinners fort. Auch in Unterzahl ließ der Druck der Mannschaft von Trainer Unai Emery kaum nach, doch Werder-Keeper Tim Wiese reagierte mehrfach glänzend.

Noch besser steht der HSV da. Superstar Ruud van Nistelrooy führte sein Team mit seinem ersten Tor (40. Minute) vor heimischer Kulisse und einer mitreißenden Leistung zu einem 3:1-Sieg über den RSC Anderlecht. Die weiteren Tore für den HSV erzielten Joris Mathijsen (23. Minute) und David Jarolim (76.) , der ärgerliche Gegentreffer ging auf das Konto von Anderlechts Jonathan Legear (45.). Im Rückspiel in einer Woche beim Tabellenführer der belgischen Jupiler League kann sich der HSV damit auch eine Niederlage mit einem Tor Differenz leisten, um weiter vom Finale am 12. Mai im eigenen Stadion träumen zu dürfen.

Nistelrooy überraschend in der Startelf


Hamburgs Trainer Bruno Labbadia überraschte mit Stürmerstar van Nistelrooy anstelle des jungen Tunay Torun in der Startelf. Für Aufsehen sorgte dann aber zunächst doch ein Youngster, allerdings auf Seiten der Gäste: Der erst 16-jährige Romelu Lukaku hielt die HSV-Hintermannschaft in der Anfangsphase auf Trab und brachte Mathijsen und Co. mehrmals in Verlegenheit. Der RSC setzte auf Konter, ließ am Ende aber die nötige Präzision vermissen.

Auch der Angriff der Hanseaten brachte gegen sehr tief stehende Belgier zunächst kaum Zählbares zustande. Für das etwas glückliche 1:0 sorgte dann bezeichnenderweise Abwehrchef Mathijsen: Nach einem Abwehrschnitzer der Gäste fiel der Ball dem Niederländer im Strafraum vor die Füße, und Mathijsen ließ mit einem platzierten Schuss Torwart Silvio Proto keine Chance. Beflügelt von der Führung legte der HSV nach, Mladen Petric (35.) setzte einen Versuch neben den Pfosten.

Van Nistelrooy riss Mitspieler mit


Eingeleitet hatte den Angriff van Nistelrooy, der es fünf Minuten später besser machte als sein kroatischer Sturmpartner: Eljero Elia steckte im Strafraum zum Landsmann durch, der Winter-Neuzugang nahm aus spitzem Winkel Maß und lupfte den Ball an Proto vorbei ins Netz. Dass die Pausen-Führung doch nicht sonderlich beruhigend ausfiel, lag an Legear, der Sekunden vor dem Halbzeitpfiff einen Freistoß unhaltbar für HSV-Keeper Frank Rost in den Winkel zirkelte.

Auch in der zweiten Halbzeit ackerte van Nistelrooy ungemein, holte sich viele Bälle aus dem Mittelfeld und überzeugte bei seinem Startelf-Debüt mit hohem Laufpensum. Der Kampfgeist des niederländischen Torjägers steckte in der Schlussphase das gesamte Team an, das von Kapitän Jarolim belohnt wurde, der per Volleyschuss von der Strafraumgrenze das 3:1 erzielte. In den Schlussminuten mussten die Hausherren zwar noch einige Angriffe der Gäste überstehen, retteten das Ergebnis schließlich aber über die Zeit.

Misimovic hält Wolfsburg im Spiel


Ebenfalls gute Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales der Europa League hat der VfL Wolfsburg. Durch einen sehenswerten Treffer (67.) von Spielmacher Zvjezdan Misimovic erreichten die "Wölfe" ein 1:1 beim russischen Meister Rubin Kasan. Christian Noboa (29.) hatte den russischen Champion vor 9000 Zuschauern in Führung gebracht.

Der VfL trotzte den Personalproblemen wie den Minustemperaturen, doch auf dem Acker des Zentralstadion fanden die Rubin-Spieler lange Zeit den besseren Halt. In einem temperamentvollen Spiel bei äußerst schwierigen Platzverhältnissen gelang es dem Bundesliga-Zehnten nur selten, sein technisch gekonntes Spiel aufzuziehen. Dafür hielt das Team von Lorenz-Günther Köstner kämpferisch voll dagegen und wurde für seine Moral mit dem Ausgleichstreffer von Misimovic belohnt.

Der 27-Jährige erhielt den Ball an der Strafraumgrenze und traf aus 16 Metern in den Torwinkel. Dabei hatte Misimovic bis dahin nicht wie erhofft Regie führen können. Der Lenker des VfL-Spiels machte nach 54 Minuten mit einem strammen Schuss erstmals auf sich aufmerksam und fiel ansonsten nur bei Standardsituationen auf.

Den Spekulationen um einen Wechsel des 27-Jährigen zum Magath-Club Schalke 04 hatte Dieter Hoeneß vor dem Spiel eine klare Absage erteilt. "Für uns ist das keine Geschichte. Misimovic hat einen Vertrag bis 2013 bei uns. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", machte der Wolfsburger Manager klar. Der Bosnier hatte mit entsprechenden Aussagen in der "Bild"-Zeitung für Unruhe im VfL-Lager gesorgt.

DPA/SID/tis / DPA

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