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Geständnis VfB-Stürmer Silas Wamangituka hat offenbar mit falschem Namen und Alter gespielt

Silas Katompa Mvumpa soll bei der Identitätsfälschung Opfer eines ruchlosen Spielervermittlers gewesen sein
Silas Katompa Mvumpa soll bei der Identitätsfälschung Opfer eines ruchlosen Spielervermittlers gewesen sein
© Tom Weller / DPA
Katompa Mvumpa statt Wamangituka: Lange Zeit hat Angreifer Silas wohl unter falscher Identität für den VfB Stuttgart gespielt. Auch sein Geburtsdatum stimmt offenbar nicht. Auslöser soll ein dubioser Spielervermittler sein. Drohen nun Konsequenzen?

Der Nachname war wohl falsch und auch das Geburtsdatum stimmte offensichtlich nicht: Der in der vergangenen Saison oft so begeisternde Silas Wamangituka hat offenbar lange unter falscher Identität für den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart gespielt. Sein korrekter Name ist demnach Silas Katompa Mvumpa, wie die Schwaben am Dienstag mitteilten. Auch das Geburtsdatum des Flügelstürmers war wohl nicht korrekt. Laut VfB-Angaben wurde Silas am 6. Oktober 1998 in Kinshasa geboren und ist somit heute 22 und damit genau ein Jahr älter als ursprünglich angenommen. Das alles kam nun heraus, weil Silas sich kürzlich seinem Klub offenbart hatte.

Demnach habe der Kongolese den VfB-Verantwortlichen berichtet, dass er "Opfer von Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers" geworden und Wamangituka nicht sein richtiger Name sei. Zudem nannte der Angreifer ein anderes Geburtsdatum. Zuvor hatte er sich seit seinem Wechsel zum VfB im Sommer 2019 wohl nicht getraut, Sportdirektor Sven Mislintat und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger von seiner falschen Identität zu erzählen. "Ich habe in den letzten Jahren in ständiger Angst gelebt und mir auch um meine Familie im Kongo große Sorgen gemacht. Es war ein schwerer Schritt für mich, meine Geschichte zu offenbaren", sagte Silas.

Spielervermittler soll Silas massiv beeinflusst haben

Diese Geschichte beginnt laut VfB im Jahr 2017, als der damals 18-Jährige vom belgischen Topklub RSC Anderlecht zu einem Probetraining eingeladen wird. Um von der Demokratischen Republik Kongo nach Belgien reisen zu können, erhält er ein zeitlich befristetes Visum. Nach einigen Trainingseinheiten will der RSC ihn wohl verpflichten, da sein Visum jedoch vor dem Ablauf steht, muss Silas zunächst zurück in die Demokratische Republik Kongo, um ein neues zu bekommen. Hier schaltet sich der ehemalige Spielervermittler ein. Unter massivem Druck solle dieser Silas davon überzeugt haben, dass er nicht mehr nach Europa zurückkehren dürfe, wenn er Belgien einmal verlasse und in die Demokratische Republik Kongo reise.

"In Bezug auf die Namensänderung ist er vor allem Opfer. Entsprechend werden wir ihn auch schützen", sagt Mislintat. Silas soll Vertrauen zum Vermittler gefasst und in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten sein. Er habe in dieser Zeit "augenscheinlich" weder auf sein Konto noch auf seine Papiere Zugriff gehabt. Schließlich habe der Vermittler auch seine Identität geändert und neue Papiere verschafft. Der VfB vermutet, dass dies zum einen passierte, um die Verbindung des Stürmers zu seinem Ausbildungsverein im Kongo zu unterbrechen, zum anderen habe sich dadurch Silas' Abhängigkeit vom Vermittler erhöht – da er von nun an erpressbar gewesen sei.

VfB Stuttgart ist in Kontakt mit DFL und DFB

"Wir haben sofort, nachdem Silas sich uns anvertraut hatte, alle aus unserer Sicht nötigen Maßnahmen eingeleitet und die zuständigen Stellen eingeschaltet", sagt VfB-Chef Hitzlsperger. Der Klub steht demnach mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Kontakt. Konsequenzen für den Profi fürchten die Schwaben nicht. Nach juristischer Bewertung des Sachverhalts gehe man davon aus, "dass Silas im Besitz einer gültigen Spielberechtigung war und weiter ist". Außerdem rechnet der VfB damit, dass Silas zu gegebener Zeit eine neue, auf seinen richtigen Namen lautende Spielberechtigung bekommen werde.

tis / Nils Bastek DPA

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