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Europa League: Leverkusen verpasst Sieg - Dortmund verliert unglücklich

Durchwachsende Ergebnisse der deutschen Clubs in der Europa League: Bayer Leverkusen verpasste durch einen dummen Elfmeter den Sieg gegen Atletico Madrid. Borussia Dortmund kassierte gegen den FC Sevilla eine unglückliche Heimpleite. Krisen-Club VfB Stuttgart gelang gegen Odense der zweite Sieg.

Bayer Leverkusen verpasste im Auswärtsspiel bei Atletico Madrid einen möglichen Sieg. Nur dank eines Foulelfmeters schafften die Spanier in der zweiten Halbzeit noch den Ausgleich. Die Fußball-Festwochen bei Borussia Dortmund sind zu Ende. Nach zuletzt sieben Siegen verloren die Westfalen ihr zweites Gruppenspiel in der Europa League gegen den FC Sevilla in Unterzahl höchst unglücklich mit 0:1. Der krisengebeutelte VfB Stuttgart setzte zumindest international ein Ausrufezeichen. Die Schwaben erkämpften sich einen 2:1-Sieg gegen den dänischen Club Odense BK.

Ein unnötiges Foul von Routinier Sami Hyypiä brachte Bayer Leverkusen um einen möglichen Sieg bei Europa-League-Sieger Atletico Madrid. Nach einer starken ersten Halbzeit musste sich Leverkusen noch mit einem 1:1 beim Titelverteidiger begnügen. Den von dem finnischen Abwehrchef an Fran Merida verursachten Foulelfmeter verwandelte Simao (51.) zum Ausgleich. Zuvor hatte Eren Derdiyok (39.) die lange dominierenden Leverkusener verdient in Führung gebracht.

Erster Härtetest auf europäischer Bühne bestanden


Trotz des verpassten Erfolges hat Leverkusen den ersten Härtetest auf europäischer Bühne seit zwei Jahren bestanden. Durch das Remis blieben die ersatzgeschwächten Gäste auch im zweiten Spiel der Europa-League-Gruppenphase ungeschlagen und weisen nun in der Gruppe B vier Punkte auf. Dagegen steht Atletico bei nur einem Zähler mit dem Rücken zur Wand.

Vom Fehlen der verletzten Michael Ballack, Stefan Kießling und Gonzalo Castro sowie Reanto Augusto, der kurzfristig mit einer Bänderdehnung im rechten Knie passen musste, war nichts zu merken. Die Leverkusener bestimmten das Geschehen. Hinten ließen sie Atleticos gefürchteter Angriffsreihe um WM-Star Diego Forlan kaum Raum, vorn agierten sie ideenreich und kombinationssicher.

Derdiyok einer der Besten


Einer der auffälligsten Spieler: Eren Derdiyok. Der Schweizer (14.) versuchte es zunächst vergeblich mit einem Freistoß aus 24 Metern, kurz danach traf er (17.) nur das Außennetz. Sein Landsmann Tranquillo Barnetta (24.) verzog dann nach schönem Doppelpass mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Doch dann wurde Leverkusen endlich belohnt: Nach einem Eckball von Barnetta ging der Kopfball von Hyppiä zunächst an den Pfosten, den zurückprallenden Ball drückte Derdiyok über die Linie.

Nach der Pause kamen die Gäste unter Druck. Atletico-Trainer Enrique Sanchez Flores ließ unter anderem seinen schwachen Star Forlan in der Kabine - und durfte sich schon bald bestätigt sehen. Der eingewechselte Fran Merida wurde von Hyypiä völlig unnötig im Strafraum gelegt. Beim anschließenden Foulelfmeter ließ Simao (51.) Bayer-Keeper Rene Adler keine Chance.

Helmes bracht noch einmal Schwung


Danach kam die Angriffsmaschine der "Rojiblancos" richtig in Schwung. Der neunmalige spanische Meister drängte, die Fehler in der Bayer-Abwehr häuften sich. Ex-HSV-Profi Tomas Ujfalusi (58.) prüfte Adler bei einer Flanke. Wenig später ließ José Antonio Reyes (67.) die größte Chance aus, als er frei stehend einen Kopfball verzog.

In der Folgezeit konnte sich Leverkusen wieder befreien, ohne aber an die starke Leistung und die Dominanz in Hälfte eins anzuknüpfen. Schwung brachte Patrick Helmes, der für den angeschlagenen Derdiyok in die Partie kam. Der Nationalspieler hatte auch die beste Tormöglichkeit bei einem Schuss von der Strafraumgrenze (76.). In der 87. Minute kam er bei einer Flanke mit dem Kopf zu spät. Doch der Siegtreffer sollte nicht mehr gelingen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Dortmund unglücklich gegen Sevilla verlor und Stuttgart in Odense der Krise trotzte.

Borussia Dortmund hat durch die Niederlage gegen Sevilla seine gute Ausgangsposition in der Gruppe J aufs Spiel gesetzt. Vor 49.100 Zuschauern stellte Luca Cigarini (45.+2) mit seinem Treffer den Spielverlauf im Signal-Iduna-Park auf den Kopf und verdarb den Borussen zugleich die Generalprobe für den Bundesliga-Klassiker am Sonntag gegen Bayern München.

Den Unmut der Fans zog sich vor allem Schiedsrichter Michael Dean zu. Der Engländer fällte zahlreiche strittige Entscheidungen und stellte zum Entsetzen der Dortmunder Abwehrspieler Marcel Schmelzer (50.) wegen angeblicher Schauspielerei mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Bei ihrer Aufholjagd in Unterzahl waren die Gastgeber auch noch vom Pech verfolgt. So traf der Japaner Shinji Kagawa in der 70. Minute bei der größten BVB-Chance nur den Pfosten. Wie schon zum Bundesliga-Start im August gegen Leverkusen (0:2) gelang es der Elf von Jürgen Klopp nicht mehr, einen Rückstand noch aufzuholen.

BVB spielt wieder stark


Dabei knüpfte der BVB nahtlos an seine jüngsten Vorstellungen in der Liga an und imponierte auch gegen den zweimaligen Uefa-Cup-Sieger mit hoher Laufbereitschaft und großer Passgenauigkeit. Die junge Dortmunder Mannschaft agierte zwar erneut druckvoll, ließ gegen defensiv eingestellte Spanier aber die zuletzt gezeigte Effizienz vor dem Tor vermissen. Selbst in Unterzahl gaben die Westfalen noch den Ton an, scheiterten aber an ihrer mangelnden Durchschlagskraft.

In einem verbissen geführten Kampfspiel dauerte es bis zur 26. Minute, ehe die Hausherren durch Barrios die erste klare Chance verzeichneten. Der Angreifer aus Paraguay scheiterte mit seinem Kopfball am glänzend reagierenden Andres Palop im Tor der Spanier. Die Vorarbeit hatte mit seiner Flanke Jakub Blaszczykowski geleistet. Der Pole ersetzte auf der rechten Dortmunder Seite Jungstar Mario Götze, der wegen einer Oberschenkelverhärtung passen musste.

Dummes Gegentor kurz vor der Pause


Der BVB bestimmte auch weiterhin klar das Geschehen, fand aber gegen die aufmerksame Viererkette des FC Sevilla nicht den Spielraum wie zuletzt in der Liga. Auf der Gegenseite fand ein Offensivspiel bei den Spaniern bis auf einen Schuss von Luis Fabiano, der weit am Kasten von Roman Weidenfeller vorbeiflog, gar nicht statt. Drei Minuten vor der Pause verhinderte erneut Palop mit einer Klassereaktion gegen Barrios die eigentlich verdiente BVB-Führung.

Statt sich für ein überlegen geführtes Spiel selbst zu belohnen, gingen die Dortmunder nach einem Gegentor aus dem Nichts sogar mit einem Rückstand in die Kabine. Als die Abwehr in der Nachspielzeit einmal nicht im Bilde war und den Ball nicht aus dem Strafraum bekam, bestrafte Cigarini diese Unaufmerksamkeit mit dem.0:1. Fünf Minuten nach Wiederbeginn traf die Borussen der nächste Schock. Wegen einer angeblichen Unsportlichkeit sah Schmelzer Gelb-Rot. Dean schickte den Abwehrmann vom Platz, weil dieser ein Foul vorgetäuscht haben soll.

Harnik rettet Stuttgart


Ein herrlicher Heber von "Joker" Martin Harnik und ein schulmäßiger Kopfball von Zdravko Kuzmanovic sorgten für einen am Ende verdienten 2:1 (0:0)-Arbeitssieg des VfB Stuttgart beim dänischen Vizemeister Odense BK.

Vor 8854 Zuschauern im Tre-Four Park hatte Andreas Johansson am Donnerstagabend für die harmlosen Dänen das zwischenzeitliche 1:1 (78.) erzielt. Doch die Mannschaft von VfB-Trainer Christian Gross kämpfte sich zurück und baute mit dem zweiten Sieg ihre Tabellenführung in der Gruppe H aus. Am Sonntag muss dann die Trendwende in der Bundesliga gelingen: Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt steht der Tabellenletzte enorm unter Druck.

"Da war sicher ein bisschen Glück dabei - aber manchmal gehen solche Ideen eben auch rein", kommentierte Siegtorschütze Harnik seine sensationelle Bogenlampe - 13 Minuten nach seiner Einwechslung. "Es war ein schwieriges Spiel für uns", gab der Angreifer zu. "Aber es ist gut für unseren Kopf und unser Selbstvertrauen, dass wir gewonnen haben. Das müssen wir am Sonntag in die Bundesliga mitnehmen."

DPA/tis / DPA

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