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Europa-League-Qualifikation: BVB überlegen, Leverkusen und Stuttgart mühevoll

Alle deutschen Teams konnten am Donnerstagabend einen Sieg verbuchen. Während der BVB leichtes Spiel mit Qarabag Agdam hatte, mühten sich sowohl Leverkusen als auch Stuttgart mit ihren Gegnern. Bayers Michael Ballack setzte bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz gleich ein Ausrufezeichen.

Borussia Dortmund befindet sich auf dem besten Weg in die Gruppenphase der Europa League. Leicht und locker gewann der Fußball-Bundesligist das Playoff-Hinspiel gegen den aserbaidschanischen Vertreter Qarabag Agdam am Donnerstag mit 4:0.

Nach den Treffern von Shinji Kagawa (13.Minute/41.) und Lucas Barrios (21./29.) wird die Reise in den Südkaukasus am Donnerstag kommender Woche zur Vergnügungsfahrt für die Westfalen. Erstmals seit knapp sieben Jahren stehen dem BVB wieder Zusatzeinnahmen aus dem internationalen Geschäft in Aussicht. Die Gäste waren beim 166. Dortmunder Europacup-Spiel in allen Belangen unterlegen und genügten nicht europäischen Ansprüchen. Unter den Augen von Aserbaidschans Trainer Berti Vogts konnte sich kaum einer der sechs Nationalspieler in der Anfangsformation Agdams für das EM-Qualifikationsspiel am 7. September gegen Deutschland in Köln empfehlen. Torwart Farhad Veliyev etwa griff mehrere Male daneben.

Volle Ausbeute in der ersten Hälfte

Vor 47.800 Zuschauern erwies sich einmal mehr "Schnäppchen-Einkauf" Kagawa als wertvoller Neuzugang. Der 21-Jährige war für nur 350.000 Euro Ausbildungsentschädigung aus dem japanischen Osaka gekommen. Er traf per Fernschuss zum Führungstreffer, Veliyev konnte den Ball nur noch an den Innenpfosten lenken. Noch schlechter sah der Torwart beim 2:0 durch Barrios aus, als er den nicht sehr platzierten Schuss passieren ließ. Beim Kopfball des Paraguayers zum 3:0 war Veliyev ebenfalls überfordert. Kurz vor der Pause durfte auch Kagawa mit seinen 1,72 Metern ebenfalls per Kopf sein Torkonto erhöhen.

Die zweite Halbzeit ließen die Dortmunder ruhig angehen und verpassten so einen noch deutlicheren Erfolg. Agdam war zuvor in sechs Partien ungeschlagen geblieben und hatte dabei sogar Polens Vizemeister Wisla Krakau mit zwei Siegen aus dem Wettbewerb geworfen.

Unschöne Szenen in Bratislava

Der VfB Stuttgart hat sein erhofftes Sechser-Ticket für Europa fast in der Tasche. Im Playoff-Hinspiel der Europa League erkämpfte sich der Fußball-Bundesligist beim slowakischen Vizemeister Slovan Bratislava ein mühsames 1:0 (0:0). Dank eines späten Treffers von Martin Harnik (88.) haben die Schwaben trotz einer wenig überzeugenden Leistung beste Chancen, sich für die Gruppenphase und damit mindestens sechs weitere internationale Spiele zu qualifizieren. Für hässliche Szenen sorgten Anhänger beider Vereine, die mit heftigen Ausschreitungen eine minutenlange Unterbrechung der Partie am Donnerstagabend notwendig machten.

Nach gut einer halben Stunde Spielzeit rissen randalierende Zuschauer im Pasienky-Stadion Trennzäune nieder und Plastiksitze flogen durch die Luft. Nachdem im VfB-Block zuvor einige Feuerwerkskörper gezündet worden waren, versuchten slowakische Fans den Bereich der Stuttgarter zu stürmen. Nur ein letzter Zaun hinderte Anhänger beider Vereine daran, aufeinander loszugehen. Erst nach etwa fünf Minuten konnte die Polizei die Situation mit massivem Einschreiten beruhigen und der französische Schiedsrichter Tony Chapron ließ die Partie fortsetzen.

Unsichere VfB-Abwehr

Die Stuttgarter waren optisch leicht überlegen, konnten ihre spielerischen Mängel aber nicht verbergen. Zu wenig Tempo und Esprit und unpräzise Zuspiele reichten nicht aus, um den slowakischen Vizemeister ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Auch wenn der Wille erkennbar war, blieb die Spielgestaltung viel zu umständlich. Nicht nur ein gefährlicher Kopfball von Martin Dobrotka (32.) zeigte zudem die Unsicherheit der VfB-Abwehr, in der Boulahrouz erst im zweiten Durchgang eine etwas bessere Figur machte. Eine vom guten VfB-Torhüter Sven Ulreich vereitelte Schusschance von Filip Kiss (45. +7) machte den Slowaken Mut für den zweiten Durchgang. Slovan agierte nun agiler und verpasste erneut durch Kiss (57.) nur knapp. Kurz darauf hatte dann Cacau (58.) noch einmal den Auswärtssieg auf dem Kopf, traf aber nur den Außenpfosten. Erst der Kopfball von Harnik nach Flanke des eingewechselten Neuzugangs Johan Audel brachte den letztlich glücklichen Sieg.

Bayer beginnt mit Paukenschlag

Deutlich klarer, aber nicht weniger mühevoll fiel der Sieg für Bayer Leverkusen aus. Bereits nach 52 Sekunden brachte Michal Kadlec Bayer in Führung. Der Abwehrspieler schoss nach einer Faustabwehr von Gästetorwart Witali Postranski den Ball aus 30 Metern mit vollem Risiko ins Tor und sorgte somit für einen Traumstart der Hausherren, deren Spiel durch die frühe Führung aber nicht sicherer wurde.Die Gäste waren ihrerseits nicht ungefährlich, zumal Bayer sie mit Fehlern in der eigenen Defensive immer wieder zu Großchancen einlud.

Dominantes Ballack-Comeback

Und dann kam er: 96 Tage nach seiner Verletzung am Sprunggelenk feierte Michael Ballack sein Pflichtspiel-Comeback. Mit ihm waren die Hausherren nach dem Seitenwechsel, die erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder ein Heimspiel auf internationalem Parkett bestritten, weitaus dominanter. Die erste gute Chance hatten aber die Gäste, als Iwan Matjasch nach einem Schnitzer von Manuel Friedrich in der 53. Minute nur den Pfosten traf. Der eingewechelte Tranquillo Barnetta hatte fünf Minuten später das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Keeper Postransky. Kießling und Ballack vergaben weitere gute Möglichkeiten, ehe Kadlec per Kopf erneut erfolgreich war.

In der 90. Minute ergriff Ballack die Chance, zu demonstrieren, wer der Chef auf dem Platz ist. Nach einem Foul standen neben ihm auch Michael Kadlec und Arturo Vidal am Elfmeterpunkt. Ballack setzte sich durch und verwandelte zum 3:0-Endstand. "Jeder wollte schießen, aber die Jungs haben mir den Vortritt gelassen. Im ersten Spiel ein Tor, das ist toll", sagte Ballack über das Tor. "Das zeigt, dass der Mannschaftsgeist intakt ist. Es puscht einen unheimlich, wenn man willkommen ist, und das Gefühl habe ich hier." Das Spiel beurteilte er mit gemischten Gefühlen. "Wir sind schwer ins Spiel gekommen", sagte er: "Am Ende war es ein souveräner Sieg, aber es war ein hartes Stück Arbeit. Aber wir wollen uns qualifizieren und mit einem 3:0 sieht es ja gut aus."

swd/DPA/SID / DPA

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