HOME

FC Bayern: "So ein Schmarrn!"

Franz Beckenbauer hat Vorwürfe zurückgewiesen, der FC Bayern sei bestechlich oder habe aus Geldgier den Vermarktungsvertrag mit der Kirch-Gruppe abgeschlossen. "Weder Uli Hoeneß noch Kalle Rummenigge oder ich konnten den damaligen Zuschlag an Kirch beeinflussen", so der "Kaiser".

Franz Beckenbauer hat mit deutlichen Worten die Kritik am FC Bayern München zurückgewiesen und den umstrittenen Vertrag mit der Kirch-Gruppe vehement verteidigt. "Die Liga hat durch uns keine Mark verloren. Das war in keiner Weise ein verwerfliches Geschäft. Kirch hätte das Geld ja nicht an andere Vereine verteilt, sondern wollte speziell mit dem FC Bayern einen Vertrag über Vermarktungsrechte abschließen", sagte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Samstags-Ausgabe). Energisch widersprach der "Kaiser" auch dem Vorwurf der Bestechlichkeit. "Schmarrn! Weder Uli Hoeneß noch Kalle Rummenigge oder ich konnten den damaligen Zuschlag an Kirch beeinflussen", sagte Beckenbauer.

Vertrag war "vorlegungspflichtig"

Unterdessen formiert sich Widerstand gegen den FC Bayern. Nach der Geschäftsführung des Deutschen Fußball-Liga (DFL) äußerte auch der Präsident von Konkurrent Borussia Dortmund, Gerd Niebaum, Bedenken. "Ich bin überrascht, denn normalerweise müssen derartige Verträge vorgelegt werden", sagte Niebaum in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstags-Ausgabe). Am Freitag hatte die DFL nach einer ersten Prüfung mitgeteilt, dass der Vertrag 1999 "vorlegungspflichtig" gewesen sei, über mögliche Sanktionen jedoch noch nicht gesprochen.

Im Gegensatz zu den Münchnern hätte die Borussia ihren Vertrag mit einem Vermarkter bei der DFL angegeben, so Niebaum. "Benachteiligt fühlen wir uns schon", so der Präsident des deutschen Meisters. "Vielleicht liegt der Grund aber auch darin, dass soweit ich mich erinnern kann, Uli Hoeneß der Kommission angehörte, die den Vertrag mit Kirch Media für die Liga ausgehandelt hat. Da passt es sicher nicht zusammen, wenn zeitgleich ein Vertrag abgeschlossen wird, der nicht die Interessen der Liga, sondern die von Bayern München berücksichtigt", sagte Niebaum.

Beckenbauer: "Nichts zu verbergen"

Der FC Bayern München hatte aus dem geheim gehaltenen Vermarktungsvertrag mit der Kirch-Gruppe nach eigenen Angaben 21,47 Millionen Mark kassiert. Gleichzeitig hatte sich der 17-malige deutsche Meister für eine Vergabe der Zentralvermarktungsrechte an das Medienunternehmen ausgesprochen. Nach Beckenbauers Ansicht hätte der FC Bayern "offener mit dem Vertrag umgehen sollen". Schließlich hätte der Verein "nichts zu verbergen". Laut Manager Uli Hoeneß hatte Kirch auf Verschwiegenheit bestanden.

Beckenbauer dementierte Berichte, nach denen er für sein persönliches Engagement beim Kirch-Sender "Premiere" mit 18 Millionen Euro bezahlt werde. "Wenn es wirklich so wäre, müsste ich wohl noch 100 Jahre im Fernsehen für Premiere kommentieren", sagte der 57- Jährige.

Wissenscommunity