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FC Bayern: Fehlstart ins neue Jahr

Für Beckenbauer sind sie schon wieder Deutscher Meister: Nach dem Trainingslager in Dubai gaben sich die Bayern großspurig wie immer. Im ersten Testspiel bei Mainz 05 setzte es allerdings eine peinliche Niederlage.

Beim FC Bayern München ist nach dem Wüsten- Trainingslager noch Sand im Getriebe. "Es fehlt noch die Frische", bekannte Trainer Ottmar Hitzfeld nach der 1:2 (1:1)-Niederlage im Testspiel beim ambitionierten Zweitligisten FSV Mainz 05. Seinen Optimismus für die am 31. Januar bei Eintracht Frankfurt startende Rückrunde der Fußball-Bundesliga hat der 55-jährige Coach aber nicht verloren. "Bayern München, wer sonst"? Mit selbstbewussten Worten warf er mit seinem ultimativen Meistertipp der Konkurrenz aus Bremen, Stuttgart und Leverkusen den Fehdehandschuh hin.

"90 Minuten lang gefordert"

Einen Gegner mit Erstliga-Niveau hatte sich Hitzfeld gewünscht, seinem schwächelnden Team wäre ein Gegner mit weniger Ehrgeiz lieber gewesen. "Ich bin froh, dass wir dieses Spiel gehabt haben. Der Gegner hat uns einiges abverlangt und 90 Minuten lang gefordert", gewann der Bayern-Trainer den unterhaltsamen 90 Minuten im mit 18 700 Zuschauern ausverkauften Bruchweg-Stadion positive Erkenntnisse ab. Weniger zufrieden war er mit Spielern wie Roque Santa Cruz, Hasan Salihamidzic oder Martin Demichelis, die zuletzt mehr Einsatzzeiten forderten, aber ihre Ansprüche nicht untermauern konnten.

Werden die Bayern diese Saison noch Meister?

Bis auf den zu Sponsorenterminen in Japan weilenden Torhüter Oliver Kahn hatten die Bayern alle Asse dabei. Doch sie offenbarten in allen Mannschaftsteilen noch deutliche Abstimmungsprobleme. Vor allem im Mittelfeld fehlten zündende Ideen für die Sturmspitzen Roy Makaay und Claudio Pizarro. Es gibt noch viel zu tun, wenn die Bayern wieder dort sind, wo sie nach eigener Überzeugung am Ende der Saison wieder sein werden: an der Spitze.

Beckenbauer: Wir werden deutscher Meister

Wie Hitzfeld glaubt auch Präsident Franz Beckenbauer fest an die Titelverteidigung. "Der FC Bayern wird deutscher Meister, denn wir haben ein Heimspiel mehr als in der Hinserie. Außerdem müssen die Bremer noch zu uns", sprach der Übervater der Bayern in der "Welt". Garant dafür sei der Trainer. "Seitdem Hitzfeld beim FC Bayern ist, ist Ruhe und Kontinuität da. Ich glaube, wir waren noch nie so erfolgreich wie mit ihm. Ich kann mir keinen besseren Trainer für den FC Bayern vorstellen", verteilte das bayrische Orakel Komplimente.

Hoeneß soll näher an die Mannschaft rücken

Umso gelassern konnte Hitzfeld Aussagen der Führungsriege über mögliche personelle Konsequenzen betreffend im Falle von Fehlverhalten aller Bayern-Akteure. "Druck gehört dazu bei Bayern München", so der Trainer. "Für mich ist wichtig, dass ich mich auf die Rückrunde so einstelle, wie ich mich immer eingestellt habe." Die Mannschaft war letzte Woche aus einem Trainingslager in Dubai zurückgekehrt.

Die Ankündigung von Manager Uli Hoeneß, künftig wieder näher an der Mannschaft sein zu wollen, hatte er gelassen aufgenommen, ja sogar begrüßt: "Es ist gut, wenn alle mitarbeiten. Auch der Manager muss eng bei Mannschaft dabei sein. Das ist gut für die Mannschaft." Hoeneß hatte in einem "tz"- Interview erklärt, er wolle sich wieder so um die Mannschaft kümmern, wie es ganz früher der Fall gewesen sei. "Ich war in den letzten Jahren viel zu viel mit Geldreinholen beschäftigt. Sponsoring, Fernsehverträge - das werde ich jetzt alles reduzieren", so Hoeneß.

"Startplätze noch nicht vergeben"

Die nächsten Testspiele beim Wuppertaler SV (24. Januar) sowie dem englischen Erstligisten FC Southampton (26. Januar) dient laut Hitzfeld, den Konkurrenzkampf im Team weiter zu beleben und seine Bundesliga-Formation zu finden. "Generell geht es darum, dass jeder natürlich brennt, im ersten Bundesliga-Spiel dabei zu sein. Und jeder will sich noch aufdrängen. Die Plätze sind noch nicht vergeben.", droht er seinen Stars. Das war vor Mainz. Dort hat keiner den hohen Ansprüchen der Vereinsführung genügt. Der Weg zu Real Madrid ist noch sehr steinig.

DPA / DPA

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