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FC Bayern München: "Kulturschock für unsere Spieler"

Die Trainingsmethoden von Coach Felix Magath schmecken nicht jedem Bayern-Spieler. In der Vorstandsetage werden seine Vorstellungen von Ordnung, Disziplin und Fitness jedoch ausdrücklich begrüßt.

Bei den jüngsten Diskussionen um Trainer Felix Magath geben sich die Verantwortlichen des FC Bayern München demonstrativ gelassen. Nach Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer hat sich nun auch Karl-Heinz Rummenigge mit Nachdruck hinter den zuletzt stark in die Kritk geratenen Trainer gestellt. "Was Felix Magath macht, ist ein Kulturschock für unsere Spieler", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge dem Deutschen Sportfernsehen (DSF). Ihm sei klar gewesen, dass das Vorgehen des neuen Trainers zu Irritationen führen werde. "Aber das ist der einzig richtige Weg", betonte Rummenigge.

Einige Spieler des Rekordmeisters hatten sich über die harten Trainingsmethoden und den Führungsstil Magaths beschwert. Der Brasilianer Lucio hatte den Trainer aufgrund seiner Auswechselung bei der 1:4-Pleite gegen Bayer Leverkusen kritisiert, Roque Santa Cruz monierte, dass er durch das von Magath verordnete Konditionstraining die Lust am Fußballspielen verloren habe. Rummenigge zeigt dafür kein Verständnis. "Wir hatten hier paradiesische Zustände", sagte der frühere Nationalstürmer mit Blick auf die vergangene Saison. "Aber Felix ist ein Mensch, der sehr stark die Themen Ordnung, Disziplin und Fitness einfordert." Dieser Weg werde von Magath konsequent fortgeführt "und vom ganzen Verein konsequent geteilt", so der Vorstandsvorsitzende.

Dies sieht auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer nicht anders. Zur "Bild" sagte er über Magath: "Wir haben ihn geholt, um die Bayern-Spieler wieder ans Laufen zu bekommen, nachdem sie zwei Jahre lang mehr spazieren gegangen sind. Möglich, dass es Unmut in der Mannschaft gibt, weil Magath sie aus der Bequemlichkeit rausreißt. Deshalb ist er für Bayern genau der Richtige. Ich kann alle besorgten Spieler beruhigen: Bisher hat noch jeder Magaths Training überlebt."

Unterstützung erhielt Magath für seinen Kurs auch von Nationalspieler Torsten Frings. "Irgendwann bringt es dich so weit, dass du jeden Gegner auffressen kannst", sagte der 27-Jährige in der "Sportbild" zum Training des neuen Coachs. "Am Anfang verflucht man das Training unter Magath. Aber es bringt dich auf Dauer total weiter."

Magath hat bei Bayern München einen Rückhalt, wie er seinem Vorgänger Ottmar Hitzfeld lange nicht mehr vergönnt war. Entsprechend kompromisslos äußerte er sich zur Kritik seiner südamerikanischen Stars Lucio und Santa Cruz. Gegenüber "Bild" sagte er: "Dann sollten sie in Südamerika spielen. Da haben sie Spaß – und verdienen dafür weniger Geld. Beim FC Bayern zu sein und den Anspruch zu haben, in Europa oder gar in der Welt Spitze zu sein – da kommen wir um Leistung nicht herum."

Björn Erichsen

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