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Bundesliga: Bayern feiern Meisterschaft in Augsburg - HSV schlägt Schalke

Der FC Bayern München hat sich vorzeitig die Meisterschaft gesichert. Einen kurzen Stolperer zu Beginn des Spiels gegen Augsburg glich die Henyckes-Elf schnell wieder aus. Der HSV sendet gegen Schalke ein Lebenszeichen.

Bayern München

Happy Bayern in Augsburg: Thomas Müller (l.), Arjen Robben und Franck Ribéry halten ein Meisterschaftstrikot

DPA

Die Triplejäger des FC Bayern haben durch die 28. deutsche Fußball-Meisterschaft den ersten großen Titel der Saison gefeiert. Die Münchner krönten sich am Samstag mit dem 4:1 (2:1) beim FC Augsburg zum sechsten Mal nacheinander zum Bundesliga-Champion. Jupp Heynckes bejubelt auf seiner Abschiedstournee den vierten Meistertitel als Trainer und den achten insgesamt.

Die Tore von Corentin Tolisso (32. Minute), James Rodríguez (38.), Arjen Robben (62.) und Sandro Wagner (87.) nach gemächlichem Beginn und dem Rückstand durch ein Eigentor von Niklas Süle (18.) sorgten dafür, dass der spät eingewechselte Franck Ribéry vor 30 660 Zuschauern das perfekte Geschenk zum 35. Geburtstag bekam. Durch seinen achten Liga-Triumph zieht der Franzose mit Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger gleich.

Jupp Heynckes: ein großartiger Erfolg

Ein "großartiger Erfolg" sei der Titel, schwärmte der 72-jährige Heynckes dieser Tage. Seit Wochen ist der Meisterschaftsgewinn programmiert. Nachdem die Münchner in einer anfänglich schwierigen Spielzeit zwischenzeitlich fünf Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund hatten, mussten sie für die nächste Siegersaison laut ihrem Trainer "eine sehr gute Reaktion" zeigen.

Auf die Schale und die Weißbierduschen müssen die Münchner allerdings noch bis zum 12. Mai und dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart warten. Statt einer rauschenden Party steht die Vorbereitung auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Sevilla an. Nach dem 2:1 in Sevilla sind die Chancen auf das Weiterkommen am Mittwoch in der Königsklasse blendend, im DFB-Pokal steht am 17. April das Halbfinale in Leverkusen an. Den Supercup hatten sie schon im Sommer gewonnen.

Der Nachmittag in Augsburg fing bei hervorragendem Fußballwetter allerdings wenig meisterlich an. Durch sieben Umstellungen in der Startformation litt der Spielfluss des Starensembles von der Säbener Straße. Die Augsburger standen defensiv sicher und suchten wie von Trainer Manuel Baum gewünscht mit "Leidenschaft, Freude und Spaß" ihre Chance in der Offensive.

Tor für Augsburg war slapstickreif

Beim Führungstreffer der Schwaben halfen die Münchner kräftig mit. Weltmeister Jérôme Boateng ließ sich von Sergio Cordova den Ball abnehmen. Der Venezolaner scheiterte mit seinem Schuss zwar an Bayern-Keeper Sven Ulreich, doch der wehrte den Ball in das Gesicht von Süle ab - und von dort trudelte er ins Tor (18. Minute).

Erst nach einer halben Stunden kam die Münchner Mannschaft um Kapitän Robben allmählich doch auf Touren. Und die erste richtige Chance führte sofort zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Joshua Kimmich stand Tolisso völlig unbewacht im FCA-Strafraum und köpfte mühelos zu seinem vierten Saisontor ein. Meisterlich war dann die Traumkombination zum 2:1. Kimmich setzte sich rechts durch, Juan Bernat leitete den Ball per Hacke auf James weiter. Der Kolumbianer veredelte zur Halbzeitführung.

Nur zweimal stand der Rekordmeister früher als am 29. Spieltag als Meister fest. Die Dominanz dieser Saison dokumentierten die Bayern zum Start der zweiten Hälfte, als sie die anfänglich mutigen und lauffreudigen Schwaben mehr und mehr in die Defensive drängten.

Auch Robben und Wagner treffen

Spätestens nach Robbens 3:1 war klar, dass die Münchner den Meister-Matchball genutzt hatten. Der Kapitän vollendete einen Angriff, bei dem die Bayern schon zuvor wiederholt den Abschluss hätten vollziehen können.

Nach einer Chance von Augsburgs Ja-Cheol Koo (63.) ging zwar nochmal ein kurzes Raunen durchs Stadion, länger hallten aber die Meistergesänge der Bayern-Fans durch die Arena. Robben (74.) hätte per Freistoß fast noch erhöht, doch das machte Wagner dann per Kopf. Die Schampusflaschen durften geöffnet werden.


Blick auf die anderen Spiele:

Hamburger SV - Schalke 04 3:2

Hamburgs Trainer Christian Titz durfte sich in seinem dritten Spiel über den ersten Sieg freuen. Hunt, der vom Coach in die Sturmspitze beordert worden war, drosch den Ball in der 84. Minute zum vielumjubelten Sieg gegen Schalke ins Tornetz. Die Norddeutschen rückten auf den siebzehnten Platz vor und haben nun wieder etwas mehr Hoffnung im Abstiegskampf. Der Rückstand auf Mainz auf dem Relegationsplatz beträgt noch fünf Punkte. Vor Hunt hatten Filip Kostic (17.) und Lewis Holtby (52.) für den HSV getroffen. Naldo (9.) und Guido Burgstaller (63.) erzielten die Gelsenkirchener Tore.

1. FC Köln - Mainz 05 1:1

Im Duell des 1. FC Köln, der durch den Hamburger Erfolg wieder auf Platz 18 rutschte, gegen den 16. aus Mainz köpfte Nationalspieler Jonas Hector früh das 1:0 für Köln (7.). Kurz nach dem Seitenwechsel glich Pablo De Blasis für den FSV aus (50.). Anschließend hatten beide Teams Chancen auf den Siegtreffer, doch es blieb beim Remis, das vor allem den Kölnern nicht weiterhilft. In der Nachspielzeit sah der Mainzer Giulio Donati die Gelb-Rote Karte.

SC Freiburg - VfL Wolfsburg 0:2

Der VfL Wolfsburg erwischte gegen Freiburg einen Traumstart. Daniel Didavi brachte die Gäste bereits in der zweiten Minute mit einem präzisen Flachschuss in die linke Ecke in Führung und legte in der Schlussphase noch ein zweites Tor nach (83.). Bei Freiburg stand Nils Petersen in der Startelf, nachdem seine Gelb-Rote Karte aus dem Spiel beim FC Schalke 04 am Freitag annulliert worden war. Für große Torgefahr sorgte der SCF-Topstürmer nicht. In der vierten Minute der Nachspielzeit scheiterte er mit einem Handelfmeter an VfL-Keeper Koen Casteels.

Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC Berlin 2:1

Im Duell zweier Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld schoss Salomon Kalou die Gäste von Hertha BSC Berlin in der 40. Minute in Mönchengladbach in Front. Einen vermeintlichen Ausgleich durch Patrick Herrmann erkannte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus mit Hilfe des Video-Assistenten wegen einer Abseitsposition nicht an (59.). Der Treffer von Thorgan Hazard eine Viertelstunde vor dem Ende zum 1:1 war dann regulär. Nur vier Minuten später traf der Belgier erneut - diesmal per Foulelfmeter. Wieder war der Video-Assistent an der Entscheidung beteiligt.

tis/bak / DPA

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