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Drittes Spiel ohne Sieg: Krisenstimmung beim FC Bayern: Ist Kovac bereits angezählt?

Beim FC Bayern München ist man nach drei Spielen ohne Sieg "not amused". Der Trainer verunsichert, die Spieler unruhig, die Manager vielsagend. Wird Niko Kovac etwa schon in Frage gestellt?

FC Bayern München: Kovac angezählt?

Wie lange darf Niko Kovac noch den Weg weisen? Aus allen Ecken und Enden des FC Bayern München ist derzeit Unmut zu vernehmen. Die Säbener Straße ist bekanntlich ein heißes Pflaster.

Getty Images

Niko Kovac hatte um zwei Tage Bedenkzeit gebeten. Der Bayern-Trainer wirkte nach dem Unentschieden gegen Ajax Amsterdam, dem dritten Spiel in Folge ohne Sieg, verunsichert, ja fast ratlos. "Ich muss das erstmal verarbeiten", gab er zu verstehen. Aus allen Richtungen ist in München derzeit Unmut zu vernehmen. Drei verlorene Spiele in Folge sorgen bei jedem Verein für Probleme, aber bei den Bayern - da gilt das als handfeste Krise. 

Die Stimmung ist derzeit "nicht prickelnd", ließ Thomas Müller kürzlich verlauten. Nach Informationen der Sport Bild rastete Superstar James Rodriguez vergangene Woche in der Kabine aus. "Wir sind hier nicht in Frankfurt", soll er gesagt haben. Der Kolumbianer sei über seine Reservistenrolle verärgert. Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Mannschaft soll jedoch das verstärkte Rotieren von Kovac in den letzten Spielen sein. Vor allem, wie der Trainer wechselt, um die faire Verteilung der Einsatzzeiten, darum gehe es. Der neue Bayern-Trainer setzte den ein oder anderen Top-Star zwischenzeitlich auf die Bank. 

Hoeneß äußert sich kritisch

Das Rotieren in den letzten Spielen soll für einige Akteure des Vereins auch ein Grund für das schlechte Abschneiden in den letzten Partien gewesen sein. Hoeneß sprach dies an, sagte: "Das ist Sache des Trainers, der muss das entscheiden. Am Ende muss er auch den Kopf dafür hinhalten." Ein relativ eindeutiger Wink mit dem Zaunpfahl. Zählt er Kovac damit bereits an? Noch bleibt Hoeneß gelassen: Durch die Rotation sei "ein wenig der Wurm drin" gewesen, das fände er aber nicht dramatisch. "Der Rhythmus ist beim Augsburg-Spiel etwas verloren gegangen (...). Das hat sicher auch einen Beitrag dazu geleistet, dass wir nicht ins Spiel gekommen sind".

Auch von den Spielern sind kritische Töne zu hören, die man durchaus gegen den Trainer interpretieren kann. "Wir haben sicher schon eine bessere Phase gehabt zu Saisonbeginn, seit ein paar Spielen stimmt unsere Spielweise nicht mehr", sagte Thomas Müller.

Kroatisch statt Deutsch: Ärger im Trainer-Team des FC Bayern München?

Zu guter letzt gibt es nach "Sport Bild"-Informationen auch Unstimmigkeiten im Trainer-Team, Gegenwind aus den eigenen Reihen. Denn Niko Kovac soll oftmals mit seinen Landsmännern im Team - seinem Bruder Robert Kovac, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Torwarttrainer Toni Tapalovic - Kroatisch sprechen - und nicht etwa Deutsch. Auch, wenn andere in der Nähe sind. Das ärgere einige Mitarbeiter, sie hielten es für respektlos. Darunter soll auch Co-Trainer Peter Hermann sein.

Natürlich ist nicht alles schlecht an der Säbener Straße. In der Champions League liegen die Bayern weiter gleichauf hinter Ajax auf Platz zwei. "Wir haben nach zwei Spielen vier Punkte, das ist okay"“, kommentierte Kapitän Neuer. Zudem: Der Gegner aus Amsterdam hat gut gespielt, das muss gesehen werden. Auch Hoeneß tut gut daran, die Probleme anzusprechen, aber zu relativieren. "Wir müssen die Knochen sortieren. Im Fußball musst du nach vorne schauen, auch wenn es nicht das Gelbe vom Ei war", sagte Thomas Müller nach dem Spiel gegen Ajax. 

Die zweitägige Bedenkzeit, die sich Trainer Niko Kovac erbeten hatte, läuft am heutigen Freitag ab. Bleibt zu hoffen, dass ihm der ein oder andere Einfall gelang. Denn es ist bekannt: München ist ein heißes Pflaster. 

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wlk

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