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Fifa-Präsident nach Wiederwahl: Blatter macht sich über seine Gegner lustig

Ist der Ruf erst ruiniert: Joseph Blatter setzt seinen eigenartigen Triumphzug fort und überschüttet seine Widersacher in einem Interview mit Spott. Auch DFB-Chef Niersbach bleibt nicht verschont.

Seitdem er in seinem Amt als Fifa-Präsident bestätigt wurde, lebt's sich für Sepp Blatter gänzlich ungeniert. Zunächst sprach er unverhohlene Drohungen in Richtung seiner Gegner aus: Er vergebe, aber vergesse nicht. Jetzt legt der 79-Jährige gegenüber der Schweizer Zeitung "Sonntagsblick" nach. In dem Interview, das der Walliser im Kreise seiner Familie gewährt, plaudert er Details aus persönlichen Gesprächen aus - und spottet dabei auch über Uefa-Chef Michel Platini und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Platini habe ihn am Tag vor der Fifa-Präsidentenwahl zur Mittagszeit zu einem "guten Whiskey unter Freunden" eingeladen. Das Getränk habe Blatter abgelehnt, einen guten Rat vom Franzosen aber trotzdem erhalten: "''Sepp, du machst den Kongress - und am Schluss gibst du bekannt, dass du zurücktrittst. Du bekommst ein gigantisches Fest, und dein Büro hier bei der Fifa kannst du behalten.'"

In der Nacht vor der Wahl habe Platini dann allen Verbänden eine E-Mail geschrieben, dass sie gegen Blatter und für Prinz Ali Bin Al Hussein stimmen sollen - "und das, obwohl Europa nicht mal einen eigenen Kandidaten hinbekommt", so Blatter spöttisch.

Blatter zeigt sich im Gespräch mit der Zeitung enttäuscht, er vermisse den Respekt ihm gegenüber. Dass DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gegen ihn gestimmt haben soll, kommentiert der alte und neue Fifa-Boss so: "Ich habe mit Franz Beckenbauer telefoniert. Er sagte mir, er habe den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet, weil der gegen mich stimmte." Beckenbauer dementierte gegenüber der "Bild"-Zeitung, er habe mit Niersbach nur freundschaftlich diskutiert: "Von zusammenfalten kann überhaupt keine Rede sein. Es steht mir auch nicht zu, einen DFB-Präsidenten zusammenzufalten. Wolfgang Niersbach und ich haben ein herzliches und offenes Verhältnis."

Platini schweigt, Niersbach bedauert bloß

Platini hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert, Niersbach bedauerte während eines ARD-Interviews im Rahmen des DFB-Pokalfinals bloß die Gesamtsituation - schließlich habe Blatter "so viel Gutes für den Fußball getan, er hätte Ehrenpräsident werden können". Auch einen Boykott seitens der Uefa halte er für "eine schlechte Waffe", die kein Mittel sein könne.

tim

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