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Finanzen: Bundesliga setzt auf seriöse Haushaltsführung

Kostensenkung ist Trumpf: Die Fußball-Bundesliga bemüht sich um Einsparungen in allen Bereichen. Das betrifft vor allem die Kosten für die Profis.

Für die Saison 2005/2006 kalkulieren die 18 Elitevereine mit knapp 442 Millionen Euro Personalkosten für ihre Lizenzspieler-Abteilungen. Das ergab eine DPA-Umfrage bei den 18 Clubs. Nach dieser Erhebung plant der deutsche Meister Bayern München mit Ausgaben von rund 60 Millionen Euro. Damit ist der sportliche Branchenführer auch im wirtschaftlichen Bereich die klare Nummer Eins in Deutschland.

Mainz ganz günstig

Der Ranglisten-Zweite und Vizemeister FC Schalke 04 wendet mit 38,5 Millionen Euro nur etwa zwei Drittel der Bayern-Summe für seine Lizenz-Abteilungen auf. "Sollten wir noch Spieler verpflichten, zweigt die Tendenz aber eher nach oben", sagte Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg. Werder Bremen, Tabellendritter der Vorsaison, kommt mit 26 Millionen Euro aus, bei einem Gesamtbudget von 40 Millionen Euro. Den geringsten Etat für Löhne und Gehälter hat der FSV Mainz 05. Nur 11,5 Millionen Euro planen die Rheinhessen in ihrer zweiten Saison im Oberhaus ein.

Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen setzen ihren Sanierungskurs unvermindert fort. Noch vor wenigen Jahren schütteten Bayer und Borussia jeweils weit über 60 Millionen Euro aus. Nun macht dieser Posten beim BVB noch 26,5 Millionen Euro aus. "Wir werden unseren Kurs konsequent verfolgen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Geplant ist eine Reduzierung auf 24 Millionen Euro.

Äpfel mit Birnen vergleichen?

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser verweigerte jede Aussage zu den Personalkosten. Damit ist Bayer der einzige Club, der nicht für Transparenz sorgt. Dahinter steckt Holzhäusers Sorge, dass "Äpfel mit Birnen" verglichen werden. Wie die DPA erfuhr, sind die Löhne und Gehälter in Leverkusen inzwischen auf rund 36 Millionen gedrückt worden.

Im Gegensatz zu früheren Etat-Umfragen ist die Personalkosten-Rangliste dicht an der Wahrheit. Allerdings birgt sie noch immer "Variablen", weil nicht alle Vereine exakt dieselben Ausgabenposten einschließen. So sind in der Kalkulation von Aufsteiger 1. FC Köln z.B. geplante Transferausgaben enthalten. Andere tun dies nicht.

Geringe Investitionen auf deutscher Seite

Fest steht, dass die Bundesliga im Vergleich zu den anderen europäischen Top-Ligen in England, Spanien, Italien und Frankreich das beste Verhältnis zwischen Lohnkosten und Umsatz aufweist. Wie eine Studie der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Deloitte" für 2003/2004 ermittelte, konnte sich nur die Premier League auf Grund gestiegener Einnahmen zuletzt höhere Personalkosten leisten. Dort investieren die Clubs im Vergleich zur Bundesliga mittlerweile rund das Dreifache in Spieler und Mitarbeiter.

Ulli Brünger/DPA / DPA

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