VG-Wort Pixel

Öffentlicher Schlagabtausch Bayern-Trainer Flick und SPD-Mann Lauterbach liefern sich hitzige Corona-Debatte


Sind die Privilegien für Profi-Fußball in der Corona-Pandemie ungerecht? Ja, sagt der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der Fußball halte sich streng an alle Regeln, kontert Bayern-Trainer Hansi Flick – so lief die hitzige Debatte.

Wie unterschiedlich die Ansichten über Auslandsreisen und Privilegien im Profi-Fußball sind, zeigt ein verbaler Schlagabtausch zwischen dem Trainer des FC Bayern, Hansi Flick, und dem SPD-Gesundheitsexperten, Karl Lauterbach.

Angefangen hat die Auseinandersetzung, nachdem Lauterbach am Freitag die Reise des FC Bayern zur Klub-WM nach Katar als "nicht verantwortungsvoll" kritisiert hatte. Auch zur Rückreise von Thomas Müller, dessen Coronavirus-Infektion in Katar festgestellt worden war, hatte Lauterbach eine klare Meinung: "Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar." Grundsätzlich warf er dem Fußball vor, sich über jede Regel hinwegzusetzen.

Flick geht Lauterbach direkt an

Daraufhin schlug Flick am Samstag zurück. Auf der Pressekonferenz zum Spiel gegen Arminia Bielefeld redete er sich regelrecht in Rage. "Ich finde, die sogenannten Experten, die Politik sollen sich zusammensetzen und wirklich mal eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann mal wieder Licht im Tunnel sieht. Das ist aktuell zu wenig, gerade für die Bevölkerung, für die Bürger, die nicht in der Situation sind wie wir Fußballer", sagte Flick am Sonntag in München. Es müsse mal "was Positives" verkündet werden können, meinte der 55-Jährige. Kanzlerin Angela Merkel nahm Flick in seiner Kritik explizit aus.

Speziell auf Lauterbach bezogen sagte er, Reisen wie jene in die Wüste seien "unser Job, unser Business, eine Sache, die wir machen müssen".  "Der Herr Lauterbach hat immer zu irgendwas einen Kommentar abzugeben." Das sei vor allem immer dann der Fall, wenn man selbst nicht in der Verantwortung stehe und nur ein Ergebnis bewerten müsse, kritisierte Flick. "So langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören, auch Herrn Lauterbach."

Lauterbach reagiert auf Flick-Kritik

Der reagierte postwendend. "'Sogenannte Experten' äußern sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bitten. Wenn Hansi Flick anderer Meinung ist, soll er einfach seine Argumente bringen", twitterte Lauterbach. "Dafür muss er nicht Experte sein. Auch andere Argumente zählen. Aber als Amateur Sportler sage ich: nicht unfair sein!"

tis

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker