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Kurz vor 75. Geburtstag Franz Beckenbauer gibt erstes Interview nach langer Zeit: "Die letzten Jahre waren schon hart"

Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer feiert am 11. September seinen 75. Geburtstag
© Sven Hoppe/DPA
Franz Beckenbauer hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung über die umstrittene Vergabe der WM 2006, aber auch seinen aktuellen Gesundheitszustand gesprochen. Kurz vor seinem Geburtstag zeigt sich der "Kaiser" dankbar und demütig ob seines erfüllten Lebens.

Franz Beckenbauer hat kurz vor seinem 75. Geburtstag über die umstrittene Vergabe der Fußball-WM 2006 gesprochen. In einem Interview der "Bild" antwortete der damalige WM-Organisationschef auf die Frage, wie es ihm gehe: "Den Umständen entsprechend, würde ich sagen. Was da alles war in den letzten Jahren. Mit all den Operationen und auch mit der Geschichte 2006. Das hat mich schon sehr mitgenommen. Ich sehe zwar, dass mittlerweile akzeptiert wird, dass da nichts war, aber die letzten Jahre waren schon hart."

Der sogenannte Sommermärchen-Prozess war Ende April wegen des Eintritts der Verjährung eingestellt worden. In dem Verfahren unter anderem gegen drei ehemalige Top-Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes ging es um weiterhin nicht geklärte Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Beckenbauer hatte vom Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in dieser Höhe erhalten. Das Geld floss auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed Bin Hammam. Die Rückzahlung drei Jahre später wurde von einem DFB-Konto über die FIFA abgewickelt.

Franz Beckenbauer spricht über "ein so schönes Leben"

Beckenbauer konnte in dem Verfahren kein Vergehen nachgewiesen werden. Er habe "ein so schönes Leben, dass ich für immer dankbar sein werde. Jetzt ist es nicht mehr ganz so aufregend und hektisch wie früher. Ich wünsche mir inzwischen mehr Ruhe", sagte der Weltmeister und Weltmeister-Trainer vor seinem Geburtstag am Freitag.

Beckenbauer trinkt seit einer Herz-Operation keinen Alkohol mehr. "Einmal habe ich damit wieder angefangen, da kam sofort das Herzflimmern. Seitdem lasse ich es ganz und habe festgestellt, es geht auch ohne", sagte der Fußball-Weltmeister von 1974 und Weltmeister-Trainer von 1990 in einem "Bild"-Interview.

Auf die Frage, wie man sich kurz vor dem 75. Geburtstag fühle, antwortete Beckenbauer: "Der 50. war mir wurscht. Der 70. war mir auch wurscht. Jetzt, beim 75., ist es das erste Mal, dass ich anfange nachzudenken. 75 ist ein Alter, da kannst du das Ende erahnen. Ich hoffe, dass mir vom Lieben Gott noch viele Jahre gegeben werden. Aber du weißt es nicht. Die Endlichkeit wird dir bewusst. Und das beschäftigt dich natürlich."

"Ich bete regelmäßig"

Er bewege sich viel, dürfe sich aber nicht mehr belasten. "Ich habe im Haus ein kleines Schwimmbad und eine Sauna. Das tut mir gut. Ich laufe im Wasser gegen den Widerstand an. Das mache ich sehr gerne", sagte der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

Angst vor dem Tod habe er nicht, sagte Beckenbauer, der in der katholischen Kirche ist. "Ich habe nie daran gedacht auszutreten. Gottesdienste besuche ich allerdings kaum noch. Aber ich bete regelmäßig." Dies seien Dankesgebete. "Ich bedanke mich für das schöne Leben, das ich führen durfte. Da ist es schon angebracht, sich jeden Tag zu bedanken", führte der ehemalige Profi aus.

tim DPA

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