HOME

FUSSBALL: Akpoborie kann angeblich Unschuld beweisen

Fußball-Profi Jonathan Akpoborie glaubt beweisen zu können, dass er und seine Firma nicht in den Kindersklavenhandel verwickelt sind.

Fußball-Profi Jonathan Akpoborie glaubt mit offiziellen Dokumenten beweisen zu können, dass er und seine Firma nicht in den Kindersklavenhandel mit seinem Schiff »Etireno« verwickelt sind. »Ich habe Papiere vom beninischen und nigerianischen Außenministerium, die bescheinigen, dass unsere Schiffsfirma nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt ist«, sagte Akpoborie dem britischen Radiosender BBC.

Fortsetzung seiner Karriere?

Der Bundesliga-Spieler will noch in dieser Woche zurück nach Deutschland reisen und mit Offiziellen seines Vereins über die Fortsetzung seiner Karriere in der Fußball-Bundesliga reden.

Sollte Volkswagen weiterhin auf die Suspendierung bestehen, hätte Akpoborie trotz der Vorwürfe keine Probleme, ins Ausland zu wechseln. Besiktas Istanbul hat bereits ernsthaftes Interesse für Akpoborie gezeigt.

Das Schiff »Etireno« ist nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF und von »terre des hommes« in den Handel mit Kindersklaven aus Benin und Mali verwickelt. Nach einem vor zwei Wochen im UN-Hauptquartier in New York veröffentlichten Bericht waren 43 Kinder und Jugendliche an Bord der »Etireno« von ihren Eltern verkauft worden. Akpoborie hatte bestätigt, dass das Schiff zu seiner Firma »Titanic Investment Limited« gehört. Der VfL Wolfsburg hatte Akpoborie daraufhin auf Druck von Hauptsponsor Volkswagen vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt.

Nachforschungen vor Ort

Der 32-jährige nigerianische Nationalspieler war nach eigenen Angaben Ende der vergangenen Woche über Lagos in die beninische Stadt Cotonou gereist, um sich dort den Verhören von Polizei und anderen Behörden zu stellen. »Danach ist es für mich und andere ganz klar, dass die Anschuldigungen gegen mich ungerechtfertigt sind«, sagte Akpoborie der BBC. Fahrkartenverkäufer hätten eindeutig ausgesagt, dass sich an Bord der »Etireno« keine Kinder befunden hätten, sondern lediglich einige Passagiere aus Mali im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Alle hätten gültige Pässe gehabt.

Vorwürfe gegen UNICEF

Akpoborie widersprach damit UNICEF und erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen das Kinderhilfswerk. »UNICEF hat die Zahl der angeblichen Passagiere und Kinder an Bord in den letzten Wochen dauernd verändert«, sagte der Fußball-Profi. 2Es ist wirklich unerhört, welche Schauergeschichten UNICEF unter die internationalen Medien gebracht hat.»

UNICEF bleibt jedoch bei der Darstellung. Sprecherin Lyn Geldorf sagte, den offiziell vorliegenden Berichten zufolge waren an Bord des Schiffes 31 Kinder unter 18 Jahren. In fünf Fällen hätten die Kinder bestätigt, dass ihren Eltern Geld gezahlt worden sei. UNICEF hatte zunächst vermutet, dass sich rund 200 Kindersklaven an Bord befunden hätten. Stattdessen waren jedoch drei Babys, 23 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren sowie 17 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren an Bord. »Das haben unsere Mitarbeiter und die von UNICEF an Bord ermittelt«, sagte am Montag Thomas Kurmann von »terre des hommes«. Nach Angaben von »terre des hommes« befinden sich die 23 Kinder derzeit in einem Durchgangslager in Cotonou, die 17 Jugendlichen in einem SOS-Kinderdorf in Abomey (Benin).

Was sagen Sie zum »Fall Akpoborie«? Diskutieren Sie im stern.de-Forum.

Wissenscommunity