FUSSBALL Bayern schickt »Effe« 2002 in Rente


Was sich schon seit einigen Wochen abzeichnete, nimmt immer konkretere Formen an: Die Bayern werden sich nach der kommenden Saison von Stefan Effenberg trennen.

Der FC Bayern auf Verjüngungs-Tour. Was sich schon seit einigen Wochen abzeichnete, nimmt immer konkretere Formen an: Die Bayern werden sich nach der kommenden Saison von Stefan Effenberg trennen. Trainer Ottmar Hitzfeld, der bislang noch um seinen Kapitän kämpfen wollte, ist inzwischen verstärkt der Ansicht, dass »Effe« in absehbarer Zeit der Jugend zum Opfer fallen wird. Wenn der Champions-League-Sieger wie geplant von der Saison 2002/03 an die Zukunft mit den Nationalspielern Sebastian Deisler (21) von Hertha BSC und Michael Ballack (24) von Bayer Leverkusen gestalten könne, »dann muss man sich auch mal trennen«, sagte Hitzfeld in einem Interview der »Süddeutschen Zeitung«.

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Gelassener Effenberg

Effenberg reagierte im Bayern-Trainingslager in Rotenburg/Wümme sehr professionell und gelassen auf die Aussagen seines bisherigen Fürsprechers. »Es ist legitim so zu denken. Ich bin nicht mehr der Jüngste. Ich bin da nicht empfindlich. Es bricht keine Welt für mich zusammen«, sagte der Kapitän. Es werde seitens des Vereins »kein linkes Spiel« betrieben. Eine gemeinsame Zukunft mit seinen möglichen Nachfolgern beim FC Bayern schloss Effenberg aber kategorisch aus: »Diese Mischung, Deisler, Ballack und ich, wäre problematischer als die, die wir jetzt haben«, urteilte Effenberg: »Diese Spieler werden Ansprüche stellen.«

Ruhig bleiben

Trotz der pausenlosen Diskussionen um das sich abzeichnende Ende der Ära Effenberg, verfallen weder Verein noch Spieler in große Hektik: »Was über die kommende Saison hinaus passiert, wird sich in naher Zukunft entscheiden«, bemerkte der in einem Jahr ablösefreie Effenberg. »Es ist mit der Familie Effenberg ganz klar verabredet, sich im Oktober zusammenzusetzen«, kommentierte Manager Uli Hoeneß die durch Hitzfeld noch mehr auf Abschied gelenkte Debatte. Mit den Wunschspielern Deisler und Ballack, die beide 2002 über Klauseln aus ihren laufenden Verträgen herausgekauft werden können, gebe es bislang allerdings noch keine Einigung über einen Wechsel zum deutschen Meister, sagte Hoeneß.

Chancenlose Amateure?

Ganz allgemein liegt der Fokus beim Rekordmeister auch nicht wirklich auf Stefan Effenberg. Manager Uli Hoeneß ist angesichts des Riesen-Bayern-Kaders um die Amateure besorgt, die dem verschärften Konkurrenzkampf zum Opfer fallen könnten. »Der Kader ist noch zu groß«, sagte Hoeneß und prophezeite: »Er wird sich sicherlich noch verkleinern im Laufe des Herbstes.«

Dabei stellte der Manager fest, dass der FC Bayern keinen Spieler fortschicken wolle. »Für mich sind Fußballer keine Handelsware.« Er rechnet viel mehr damit, dass der gnadenlose Kampf um die begehrten Plätze in der Mannschaft unzufriedene Profis zu ihm führen wird: »Wenn sich einer mit seiner Reservistenrolle nicht anfreunden kann, wird er kommen.«


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