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Fußball-Bundesliga: BVB siegt im Endspurt, Schalke dank Neuer

Dramatik, Glück und Frustration - in den Sonntagsspielen der Bundesliga konnten Borussia Dortmund und Schalke 04 wichtige Siege einfahren. Für den 1. FC Nürnberg und auch die Kölner um den schwachen Lukas Podolski wird die Lage am Tabellenende kritischer.

In einer dramatischen Schlussphase hat Kevin Großkreutz Borussia Dortmund einen "Big Point" im Kampf um die internationalen Plätze gesichert. Dank seines Treffers in der Nachspielzeit schlug der BVB am Sonntag den 1. FC Köln mit 3:2 (2:0) und stürzte die Rheinländer in bedrohliche Tabellenregionen. Kurz zuvor hatten die Kölner durch Kevin McKenna (82.) und Youssef Mohamad (88.) einen 0:2-Rückstand noch wettgemacht. Mit zwei Treffern (28./45.+5) hatte Mats Hummels die Dortmunder in der ersten Halbzeit in Führung gebracht.

BVB-Trainer Jürgen Klopp musste nach dem Ausgleich wegen Meckerns auf die Tribüne. Nach dem Siegtor war er nicht mehr zu halten und stürmte wieder den Rasen. Seine seit nunmehr elf Spielen ungeschlagene Mannschaft erlebte damit den ersehnten Traumstart in die Bundesliga-Rückrunde. Dortmund festigte mit dem fünften Sieg in Serie den wichtigen fünften Tabellenplatz und hat nun schon fünf Zähler Vorsprung auf Werder Bremen.   

"Das Siegtor für Dortmund war ein unglückliches Tor. Das hat heute den Unterschied gemacht. Aber drei Gegentore darf man auch nicht kassieren. Natürlich sind wir jetzt enttäuscht", sagte Kölns Kapitän McKenna. Seine Kölner offenbarten vor 50.000 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion im Spiel nach vorn aber auch lange Zeit bedenkliche Defizite. Vom vermeintlichen "Traumsturm" Milivoje Novakovic/Lukas Podolski war gar nichts zu sehen. In der 60. Minute reagierte Trainer Zvonimir Soldo und holte den erschreckend schwachen und frustrierten 10-Millionen-Mann Podolski vom Platz. Nach der bereits sechsten Heimpleite ist der Relegationsplatz nur noch einen Punkt entfernt.

Schalke siegt dank Neuer und Kuranyi

Auf Schalke verdarb ausgerechnet "Verkaufskandidat" Kevin Kuranyi dem neuen Nürnberger Trainer Dieter Hecking den Einstand als "Club"-Coach - und machte dafür Felix Magath glücklich. "Ich beurteile keinen Spieler nach 45 oder 90 Minuten. Aber wenn Kevin jetzt in jedem Spiel ein Tor schießt, bin ich sicher froh, dass wir ihn behalten haben", sagte der Trainer des FC Schalke 04 nach dem "glücklichen Arbeitssieg" durch Kuranyis 1:0 (48.) gegen den 1. FC Nürnberg.

Kurios: Eigentlich hatte Magath den 27 Jahre alten Stürmer in der Winterpause verkaufen wollen, um frisches Geld in die marode Kasse zu spülen. Doch der Transfer scheiterte am Veto des Angreifers, der die schwachen Knappen prompt mit seinem neunten Saisontor vor einer Pleite zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga bewahrte und seiner Elf den vierten Sieg in Serie bescherte. "Wir haben uns heute sehr schwer getan. Aber als wir uns einmal durchgesetzt haben, war es gleich ein Tor. Das ist auch eine Qualität", sagte Magath, der aber vor allem für Torhüter Manuel Neuer ein Sonderlob parat hatte. "Er war in hervorragendender Verfassung. Mit einem mittelmäßigen Torhüter hätten wir das Spiel heute nicht gewonnen. Ich bin froh, dass wir Manuel haben. Und wir wollen ihn noch lange behalten."

Der Keeper, der mit zwei Glanzparaden Schüsse von Angelos Charisteas (26.) und Christian Eigler (68.) an den Pfosten lenkte, mochte seine Leistung nicht in den Vordergrund stellen. "Ich habe das Tor nicht geschossen. Ich glaube, die Fans verzeihen uns, dass wir nicht so gut gespielt haben." Schalke trat zwar zu keinem Zeitpunkt wie ein Spitzenteam auf, festigte dennoch den zweiten Tabellen-Platz und ist weiter erster Verfolger von Spitzenreiter Bayer Leverkusen.

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