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Fußball-Bundesliga: Hamburger SV trotzt Sammer-Theater

Der Hamburger SV hat seinen zweiten Rückrundensieg in der Fußball-Bundesliga geschafft. Wenige Stunden nach der Absage von Wunschkandidat Matthias Sammer als Sportdirektor vermied der HSV zum Auftakt des 19. Spieltages mit dem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt eine weitere Enttäuschung auf dem Rasen.

Der Hamburger SV hat der Posse um die gescheiterte Verpflichtung von Matthias Sammer als neuen Sportdirektor getrotzt und einen Rückrunden-Start nach Maß perfekt gemacht. Mladen Petric führte den Fußball-Bundesligisten am Freitagabend zum 1:0 (0:0) über Eintracht Frankfurt und damit sechs Tage nach dem 1:0 bei Schalke 04 und knapp sieben Stunden nach der überraschenden Absage Sammers zum zweiten Sieg im zweiten Rückrundenspiel. In seinem ersten Spiel nach zweimonatiger Verletzungspause war der eingewechselte kroatische Nationalspieler mit seinem fünften Saisontor Matchwinner für den HSV.

Scheinbar unbeeindruckt vom Theater hinter den Kulissen stürmte der HSV mit nun 30 Punkten dank Petric als Tabellen-Sechster wieder in Reichweite der Europapokalplätze. Die Eintracht erlitt mit der zweiten Niederlage in Folge dagegen einen Rückschlag im Kampf um die internationalen Ränge. Mit 26 Punkten stagnieren die stark ersatzgeschwächten Frankfurter auf Platz acht.

Das Spiel verflachte zusehends gegen die Hessen

Der HSV machte zunächst gegen den laut Eintracht-Coach Michael Skibbe "allerletzten Kader" der Frankfurter Druck, als habe es das Theater um Sammer und ein angebliches Angebot von Real Madrid für Stürmerstar Ruud van Nistelrooy nie gegeben. Allerdings verflachte das Spiel zusehends gegen die defensiven Hessen. "Unter der Woche ist ja der Eindruck entstanden, als würden wir heute gar nicht spielen", hatte HSV-Coach Armin Veh vor dem Spiel die Turbulenzen kritisiert.

Der aktuelle DFB-Sportdirektor hatte den Spekulationen über einen Wechsel zuvor ein Ende gesetzt, indem er dem HSV einen Korb erteilte. "Das Interesse des HSV ehrt mich sehr, aber es warten beim DFB noch viele Aufgaben, auf die ich mich freue", erklärte Sammer in einer Pressemitteilung des DFB, wo Sammer noch bis 2013 einen Vertrag hat.

Tiefe Sinnkrise in der Hamburger Führungsetage

Neben der Causa Sammer wollte Veh vor dem Spiel auch das Gerangel um van Nistelrooy beenden. "Sie können davon ausgehen, dass er hierbleibt", sagte der HSV-Coach zu anhaltenden Gerüchten über eine Rückkehr des Niederländers nach Spanien. Auf dem Platz zeigte sich van Nistelrooy erneut sehr engagiert, aber glücklos.

Wenige Stunden zuvor hatte die Absage des umworbenen Sammers die Hamburger Führungsetage ausgerechnet am 48. Geburtstag von Vorstandschef Bernd Hoffmann in eine tiefe Sinnkrise gestürzt. "Wir sind enttäuscht und überrascht von Matthias Sammers Absage. Es lag ein ausverhandelter Vertrag vor. Sein Rückzug ist für uns nicht nachvollziehbar", sagte der Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff.

All das schien die Hamburger Spieler vor allem in der ersten Halbzeit zu beschäftigen. Einziger Aufreger vor der Pause war ein heftiger Zusammenprall von Hamburgs Gojko Kacar und Frankfurts Alexander Meier, nachdem beide ausgewechselt werden mussten.

Erst nach dem Wechsel machte der HSV nach der Einwechselung Petrics Dampf. Beim 30. Heimsieg gegen Frankfurt profitierten die Gastgeber allerdings auch vom Verletzungspech der Hessen. Eintracht-Trainer Skibbe, der vor der Partie die endgültige Übereinkunft mit Vorstands-Chef Heribert Bruchhagen über eine Vertragsverlängerung für ein weiteres Jahr bestätigt hatte, musste bereits vor Meiers Ausfall auf insgesamt zehn verletzte oder gesperrte Spieler verzichten. Die Defensiv-Spieler Nikola Petkovic und Sebastian Rode standen gar zum ersten Mal überhaupt in einem Bundesligaspiel auf dem Rasen. Das Hamburger Siegtor fiel auch nach einem Fehler Petkovics.

Franko Koitzsch/DPA / DPA

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