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Fußball-Bundesliga: HSV legt vor, Wolfsburg zieht nach

Lange hat der VfL Bochum dem Hamburger SV erfolgreich Widerstand geleistet, dann schlugen sich die Gastgeber selbst: Wenige Minuten vor Abpfiff sorgte ein Eigentor für den glücklichen Sieg der Hamburger. Der VfL Wolfsburg bleibt durch den Sieg in Nürnberg dran am HSV und Platz 6.

Der Hamburger SV hat seinen Absturz in der Fußball-Bundesliga durch einen 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum vorerst gestoppt. Das Team des viel kritisierten Trainers Bruno Labbadia verteidigte den sechsten Tabellenplatz, der in dieser Spielzeit noch zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Auch der VfL Wolfsburg macht sich Hoffnung auf das internationale Geschäft. Der Deutsche Meister schlug die abstiegsgefährdeten Nürnberger und kletterte auf den achten Rang mit nur zwei Punkten weniger auf dem Konto als die Konkurrenz von der Elbe.

Durch ein Eigentor des Bochumers Andreas Johansson in der 88. Minute gewann der HSV glücklich mit 2:1 (1:1) bei den abstiegsgefährdeten Bochumern und behauptete nach zuletzt vier sieglosen Partien den sechsten Tabellenplatz. Robert Tesche hatte den Europa-League-Halbfinalisten aus Hamburg in der 18. Minute in Führung gebracht, Zlatko Dedic (32.) vor 25.780 Zuschauern zwischenzeitlich ausgeglichen.

Die Bochumer, die jetzt schon seit acht Partien sieglos sind, hätten diesmal drei Punkte einfahren müssen - das Team von Heiko Herrlich hatte die besseren Torchancen und scheiterte am Ende am eigenen Unvermögen. Mit nur noch einen Punkt Vorsprung auf Relegations-Platz 16 muss der VfL mehr denn je um den Klassenverbleib zittern. Der HSV zeigte nach dem engagierten 3:1 bei Standard Lüttich Ermüdungserscheinungen und tat lange zu wenig, um den auch von Clubchef Bernd Hoffmann geforderten Sieg sicherzustellen.

Trochowski wieder nur auf der Bank


Eine bittere Pille musste erneut Nationalspieler Piotr Trochowski schlucken, der zunächst wieder nur auf der Bank saß. Für den verletzten Jonathan Pitroipa spielte Tunay Torun. "Wir wollen verstärkt über die Flügel kommen", begründete Labbadia die Maßnahme. Neben dem nach seinem Flaschenwurf bis zum Saisonende in der Bundesliga gesperrten Paolo Guerreo mussten die Hanseaten auch auf die Langzeitverletzten Eljero Elia und Marcell Janssen verzichten. Auf der Gegenseite kehrte Kapitän Marcel Maltritz ebenso in die Bochumer Startelf zurück wie Joel Epalle und Milos Maric.

Die Gastgeber kamen besser in die Partie und hatten ihre Möglichkeiten. So verfehlte Dedic mit einem Schuss aus 25 Metern nur knapp das HSV-Tor (12.). Überraschend traf Tesche mit einem wuchtigen Kopfball nach Ecke von Denis Aogo wenig später aus sechs Metern zur Hamburger Führung - es war sein erster Treffer für den HSV.

Petric vergab Riesenchance


Bochum brauchte einige Minuten, um sich vom Rückstand zu erholen. Erneut Dedic knallte aus gut 30 Metern den Ball an den rechten Pfosten, HSV-Schlussmann Frank Rost wäre ohne Chance gewesen. Eine halbe Stunde war gespielt, als Mladen Petric nach feiner Vorarbeit von Jerome Boateng mit einem Lupfer die mögliche Vorentscheidung freistehend vergab. Fast im Gegenzug traf der überragende Dedic aus 20 Metern ins linke unter Ecke zum verdienten Ausgleich für die Westfalen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Trochowski für Torun und verlieh dem Angriffsspiel seines Teams mehr Schwung, allerdings blieben Torchancen Mangelware. Die gab es dafür für die Gastgeber. Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff wäre nach einem Konter beinahe der Bochumer Führungstreffer gefallen: Dedic verpasste aber knapp die zu scharfe Hereingabe von Lewis Holtby. Der HSV gab das Spiel zu oft aus der Hand. Die Spitzen hingen in der Luft, eine Viertelstunde vor Schluss sorgte van Nistelrooy das erste Mal für Gefahr. Ein gelungener Angriff kurz vor dem Abpfiff und das für die Hamburger glückliche Eigentor brachte am Ende wichtige drei Punkte.

Wolfsburg trifft eiskalt


Im zweiten Sonntagsspiel nutzte Meister Wolfsburg seine beiden einzigen Chancen eiskalt zum Sieg in Nürnberg und darf dank der Treffer von Edin Dzeko (66. Minute), der bereits zum 19. Mal in dieser Saison traf, und Grafite (78.) nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus weiter auf den erneuten Einzug ins internationale Geschäft hoffen.

Beide Mannschaften lieferten sich bei unangenehmer Kälte lange ein müdes Spiel. Im Mittelpunkt stand in der ersten Halbzeit Schiedsrichter Guido Winkmann, der sich mit sehr fragwürdigen Entscheidungen den Unmut der Akteure auf beiden Seiten zuzog.

Nach dem Wiederanpfiff hätte Bunjaku zum Mann des Tages avancieren können, doch der Schweizer konnte zwei gute Einschussmöglichkeiten nicht in Tore ummünzen (47./50.). Die Top-Chance für die Hausherren ließ dann nach einer Stunde aber Ilkay Gündogan aus, als er das Leder unbedrängt aus zehn Metern haarscharf über das Gehäuse jagte. Dies alles rächte sich: Einen der wenigen Konter schloss sechs Minuten später nach Zvjezdan Misimovic' Traumpass Dzeko gekonnt ab und schoss sich an die Spitze der Torjägerliste. Grafite erledigte zwölf Minuten später per Abstauber den Rest.

DPA/tis / DPA

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