Fußball-Bundesliga Leverkusen schießt den HSV ab


Bayer Leverkusen bleibt im Titel-Rennen: Gegen einen müden HSV holte die Werkself überlegen drei wichtige Punkte und hielt Anschluss an die Konkurrenten Bayern München und Schalke. Werder Bremen gewann bei 1899 Hoffenheim.

Herbstmeister Bayer Leverkusen meldet sich eindrucksvoll im Titelrennen der Fußball-Bundesliga zurück. Gegen den HSV lieferte die Werkself phasenweise eine Gala-Vorstellung ab und schoss das Team des ungeliebten Ex-Trainers Bruno Labbdia mit 4:2 (1:1) ab. Im zweiten Sonntagsspiel hatte Werder Bremen zuvor dank eines Treffers von Claudio Pizarro 1899 Hoffenheim mit 1:0 geschlagen.

Die Leverkusener liegen weiter drei Punkte hinter den Bayern und festigten nebenbei ihren Champions-League-Platz. Der Vorsprung zu Borussia Dortmund beträgt acht, zum HSV schon zehn Punkte. "Ich denke, dass sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit sehr gesteigert hat, ruhiger und präziser gespielt und dann auch verdient gewonnen hat. Wir haben heute die richtige Reaktion gezeigt und die Spieler haben ihren Lohn bekommen", sagte Bayer-Trainer Jupp Henyckes.

Hochklassiges Spiel


In der ausverkauften BayArena machten Torjäger Stefen Kießling mit seine Saisontreffern Nummer 15 und 16 (22. und 62.) sowie Eren Derdiyok (55.) und Gonzalo Castro (84.) den Leverkusener Sieg perfekt. Für den HSV trafen Ze Roberto (33.) und David Rozehnal (83.).

In einem hochklassigen Spiel lieferten sich die beiden Vereine teilweise einen offenen Schlagabtausch. Dem HSV, der noch am Donnerstag den RSC Anderlecht in der Europa League besiegt hatte, war im zweiten Durchgang die Doppelbelastung anzumerken. Nicht aber in den ersten 45 Minuten: Nach einem Traumpass von Eljero Elia stand Mladen Petric frei, lupfte den Ball aber nicht nur über Adler, sondern auch knapp neben das Tor (11.).

Van Nistelrooy in der Startformation


Van Nistelrooy stand wie schon am Donnerstag gegen Anderlecht in der Startformation, spielte 70 Minuten und findet sich im HSV-Spiel immer besser zurecht. So stark die Hamburger Offensive derzeit aber auch ist, in der Abwehr hakt es bei den Norddeutschen nach wie vor.

Es bedurfte Leverkusener Mithilfe, um den HSV wieder ins Spiel zu bringen. Nach einem langen Ball von Joris Mathijsen behinderten sich Nationaltorhüter Rene Adler und Sami Hyypiä gegenseitig. Nutznießer des Missgeschicks war Ze Roberto, der mit einem Heber den Ausgleich erzielte (33.).

Leverkusen riss Spiel an sich


Im zweiten Durchgang waren es die Leverkusener, die das Spiel an sich rissen und auch prompt zur erneuten Führung kamen. Nach einem langen Ball von Daniel Schwaab war Derdiyok per Kopf zur Stelle. Sieben Minuten später erhöhte Sturmpartner Kießling ebenfalls per Kopf, nachdem sich Renato Augusto auf der Außenbahn durchgesetzt hatte.

Werder Bremen gewann in Hoffenheim mit 1:0 und steht in der Tabelle nur noch einen Punkt hinter dem HSV auf Rang sechs. Matchwinner war der Bremer Torjäger Claudio Pizarro, der in der 80. Minute den entscheidenden Treffer erzielte. "Ich bin sehr glücklich, der Erfolg war für die Mannschaft sehr wichtig", sagte der Peruaner, dem bei seinem 100. Einsatz im Bremer Trikot bereits der 57. Treffer gelang.

Feiner Pass von Jensen


"Die ganze Mannschaft hat toll gekämpft, es war nach dem schweren Spiel in Valencia nicht einfach", sagte Pizarro nur, ehe er lächelnd in Richtung Mannschaftsbus verschwand. Schon am kommenden Donnerstag steht mit dem Europa-League-Rückspiel gegen den FC Valencia die nächste wichtige Begegnung an, es folgen das Ligaspiel gegen den VfL Bochum und das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Augsburg.

Werder-Coach Thomas Schaaf sah in Durchgang eins eine engagierte Vorstellung seiner Elf. Die Hausherren taten sich gegen gute gestaffelte Bremer schwer, Gefahr strahlte Hoffenheim nur durch Distanzschüsse aus. Die Versuche von Carlos Eduardo (28.) und Maicosuel (35.) gingen knapp am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite konnten sich die Hoffenheimer bei Torhüter Timo Hildebrand bedanken, dass es mit 0:0 in die Pause ging: Der frühere Nationalkeeper bewahrte die TSG in der 37. Minute mit einem Blitz-Reflex vor dem Rückstand - Per Mertesacker war aus kürzester Distanz zum Abschluss gekommen.

Das Bild änderte sich nach der Pause nicht. Hoffenheim drückte nun mehr aufs Tempo, vor allem Carlos Eduaro trieb die Hausherren an. Spätestens an der Bremer Strafraumgrenze wurden die Angriffe des letztjährigen Überraschungsteams aber jäh gebremst. Als sich viele schon auf ein eigentlich leistungsgerechtes 0:0 eingestellte hatten, schlug Toptorjäger Pizarro eiskalt zu: Eine Flanke des eingewechselten Daniel Jensen lupfte der Peruaner im Strafraum über den herauslaufenden Hildebrand unter die Querlatte und von da zum Endstand ins Tor.

DPA/SID/tis DPA

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